Bulgarien (1.8. - 8.8.2010)

 

 

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Reiseroute

 

 

Rundreise Bulgarien


Nachdem wir unsere Wohnung in den ersten Monaten des Jahres renoviert hatten und die neuen Möbel montiert waren, konnten wir uns der Planung der nächsten Reise im Sommer widmen.
Leider gab es so wie in den letzten Jahren die Zeitvorgabe eines Betriebsurlaubes Ende Juli-Anfang August. Eigentlich hatten wir ja eine Schiffsreise nach Südnorwegen geplant, durch die späte Buchung war dies letztendlich vergebene Mühe.
So starteten wir die Suche nach einer terminlich passenden Rundreise. Fündig wurden wir wieder einmal bei „unserem Sommerreiseanbieter“ Kneissl Touristik - zum fünften Mal innerhalb der letzten sechs Jahre. Die Möglichkeiten während der beiden Wochen waren jedoch ausgesprochen spärlich. Zwei Destinationen, von der geographischen Lage absolut konträr, kamen schließlich zur Auswahl. Die eine - Irland - im hohen Norden von Europa, die andere - Bulgarien - im Südosten unseres schönen Kontinents. Überraschend spontan entschieden wir uns für die wärmere Region an der Schwarzmeerküste. Nach der Baltikum-Rundreise 2008 setzten wir nun zwei Jahre später unsere Besichtigungstour durch die Länder des ehemaligen Ostblocks fort.
Nach einer Woche Erholung zu Hause konnte das Abenteuer Bulgarien letztlich am Sonntag den 1. August beginnen.
Mit nur wenig Erwartungen im Gepäck, und über einer Stunde Verspätung begann unser 70-minütiger Flug mit Fly Niki am frühen Nachmittag Sofia angelangt, fand sich langsam aber sicher die 19-köpfige Reisegruppe bei unserer bulgarischen Reiseleiterin Vjara Mitkova zusammen. Wie sich schon bald herausstellen sollte, erwies sich Frau Mitkova als hervorragende Repräsentantin und Reiseleiterin ihres Landes, die uns die gesamte Reise hindurch sehr informativ und charmant ihre Heimat näherbrachte, und so ihren Beitrag zu einer ausgesprochen gelungenen Reise beisteuerte. Auch bei der Zusammensetzung der Reisegruppe hatten wir wie fast immer sehr großes Glück! Nicht nur, dass die Reiseteilnehmer ausgesprochen gut harmonierten und die Gruppe nicht all zu groß war, durften wir von den Nationalitäten eine bunte Mischung begrüßen: So war einer der Mitreisenden vor 55 Jahren aus Österreich nach Vancouver (CAN) ausgewandert, eine Dame aus Großbritannien lebt hingegen seit vielen Jahren in Wien - eine Bereicherung der Gruppe.
Äußerst überrascht zeigten wir uns bereits nach dem ersten Tag der Rundreise von der einfachen, aber hervorragenden Verköstigung des Gastlandes. Die Hotellerie entsprach durchaus dem Niveau mitteleuropäischer Länder, die meisten Zimmer begeisterten vorallem durch ihre Größe, auch wenn wir das eine oder andere Mal das Pech eines sehr lauten Schlafgemachs vorfanden. Aber wo gibt's das nicht?
Das Reiseprogramm entsprach wie eigentlich immer bei Kneissl-Touristik den Erwartungen, und stellte einen guten Mix aus Kultur, Natur und Kulinarikum dar. Ausnahme war lediglich der abendliche Ausflug an den in Österreich bekannten Goldstrand mit Übernachtung in einem der ehemaligen, inzwischen renovierten, kommunistischen Hotelpunker, mit grauenvoller Verköstigung und grottenschlechtem Service. Auf den Besuch im Billigreise-Paradies hätten wir zugunsten der wenige Kilometer entfernten Stadt Varna gut verzichten können.
Der Rest der Reise brachte uns das Land Bulgarien mit all seiner natürlichen Schönheit näher, das meist traumhaft schöne Wetter mit sehr hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit trug seines dazu bei.
Einen sehr guten Einblick in die soziale Vergangenheit des Landes konnten wir in den Museumsdörfern Koprivschtiza und Arbanassi gewinnen, wo noch viele typische Gebäude des 18. u. 19. Jh. zu begutachten sind.
Einen sehr hohen Stellenwert, und mit viel Lorbeeren bedacht, sind die unzähligen Klöster des Landes, von denen wir gleich fünf an der Zahl besichtigten. Mit ihren aussergewöhnlichen Wandmalereien und ihrer zum Teil traumhaften Lage können sie jedenfalls die Erwartungen erfüllen. Absolutes Highlight, nicht nur unter den Klöstern, sondern während der gesamten Reise, war die Besichtigung des Rilaklosters, nur 120 km von Sofia entfernt und zurecht UNESCO-Weltkulturerbe.
Von den Städten konnten vorallem Plovdiv und das bei uns eher unbekannte Veliko Tarnovo begeistern, letzteres wegen der herrlichen Lage.
Die Hauptstadt Sofia hingegen, der wir am Ende der einwöchigen Rundreise einen Besuch abstatteten, konnte unseren Erwartungen nicht vollends entsprechen, lediglich Alexander-Nevski-Kathedrale und Bojana-Kirche (UNESCO-Weltkulturerbe) zählen zu den Reisehighlights.

Nach einer Woche zum Teil klappriger und desolater Straßen, und insgesamt 1700-gefahrenen Buskilometer, können wir aus touristischer Sicht einen sehr positiven Eindruck weitergeben und Bulgarien als Kulturreiseland nur empfehlen. Aus eigener Erfahrung können wir jedoch vom Billig-Badetourismus an der Schwarzmeerküste nur abraten.

Auf diesem Weg möchten wir uns bei Frau Vjara nochmals für die tolle Betreuung bedanken, und dafür, dass wir durch ihre Erläuterungen viele Eindrücke über die nach wie vor großen politischen und sozialen Probleme des Landes gewonnen haben.
Schockierend sind die krassen Unterschiede innerhalb der Europäischen Gemeinschaft, nur etwas mehr als eine Flugstunde von Österreich entfernt. Soll diese noch junge Völkergemeinschaft auch eine längerwährende Zukunft haben, gilt es für die hochdekorierten Politiker in den einzelnen Ländern und speziell in Brüssel noch viel zu lernen, und steht noch einiges an Arbeit an, um eine annähernde Gleichheit auf dem Kontinent Europa herzustellen.

 


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