Indien (2.3. - 18.3.2012)

 

 

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Reiseroute

 

 

Rundreise durch den Nordwesten Indiens

Es sollte eine besondere Reise werden! Mein (Manfred) 40. Geburtstag stand mehr oder weniger vor der Haustür. Da wollte ich schon etwas weiter weg und eine zweiwöchige Reise unternehmen – mir selbst ein Geschenk bereiten. Meine Frau ließ mir diesbezüglich freie Hand, und so machte ich mich nach unserer Herbstreise mit der AIDAblu im Oktober zu allererst auf die Suche nach der passenden Destination für die Monate Februar/März. Die Auswahl beschränkte sich schließlich auf die beiden Länder Südafrika und Indien, wobei mir schon bald eine spezielle Reise in den Nordwesten Indiens vom Veranstalter Retter/Fischer-Reisen nicht mehr aus dem Kopf ging. Die sollte es also werden, keine andere. Doch nun gab es so wie oft bei geführten Rundreisen das Problem der Mindestteilnehmerzahl zu lösen. Bei unserer ersten Nachfrage Ende Oktober war diese bei Weitem noch nicht erreicht, so dass wir zwecks Nichtzustandekommen dieser Reise über weitere Destinationen nachdachten. Erst am 23. Dezember erfuhren wir vom Veranstalter, dass die Reise aufgrund der Anmeldungen garantiert zu Stande kommt – ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art!

Nun begann der mühsame Weg zu unserem Visum für Indien. Ein mehrseitiges Formular in englischer Sprache musste auf der Website der Indischen Botschaft ausgefüllt, anschließend ausgedruckt, gemeinsam mit Passbild und Reisepass dem Reiseveranstalter übermittelt und von diesem der Indischen Botschaft in Wien zur Ausstellung übermittelt werden. All das wurde bereits Anfang des Jahres erledigt, und dennoch schaffte es der Reisepass samt Visum erst zwei Tage vor Abflug retour zum Reisebüro und anschließend in unsere Hände.

Ein weiterer Faktor blieb uns bei dieser Reise auch nicht erspart – das Impfen. Bislang waren wir vorwiegend im europäischen Raum unterwegs, diesmal zog es uns in ein etwas heikles Land bezüglich Impfschutz. Das Problem dabei war nicht das Impfen grundsätzlich, schon vielmehr die unterschiedlichen Aussagen und Meinungen bezüglich Notwendigkeit diverser Vorsorgeimpfungen. Letztendlich entschieden wir uns zusätzlich zu unserem Grundschutz mit Tetanus, Diphterie sowie Hepatitis A und B zu einer Typhus-Impfung. Dazu kam die Mitnahme von Malaria-Tabletten. Weitere mögliche Impfungen ließen wir hingegen bleiben, da wir ohnehin in besseren Hotels nächtigten und nicht als Rucksacktouristen unterwegs waren.

Am 2. März gegem 11 Uhr mittags startete schließlich das Abenteuer Indien mit dem Treffen unserer Reisebegleiterin Yasmin am Flughafen Wien/Schwechat. Hier erfuhren wir auch die Reisegruppengröße von insgesamt 16 Personen. Gegen 13:25 Uhr hatte die Warterei dann auch ein Ende und unsere Boing 767 der Austrian Airlines verließ österreichischen Boden in Richtung indischer Hauptstadt Delhi. Es sollte mit 6:20 Stunden mein bislang längster, gleichzeitig aber auch einer der ruhigsten Flüge werden. Leider stellte sich die oftmals hoch gerühmte, traditionelle österreichische Fluglinie mittlerweile als "Billig"-Fluglinie heraus, denn gleich nach dem Start wurde uns mitgeteilt, dass jedliches Videoprogramm wegen technischer Probleme ins Wasser fiel - und das auf einem derart langen Flug!
Mit 4:30 Stunden Zeitumstellung, um 00:15 Ortszeit, setzte schließlich der Flieger sanft am Indira Gandhi International Airport in New Delhi auf. Nach einigen sehr merkwürdigen und überflüssigen Einreisekontrollen konnten wir endlich unser Gepäck in Empfang nehmen, den örtlichen Reiseleiter Om begrüßen und mit unserem Bus ins nahegelegene Hotel nach Manesar am Rande von Delhi fahren, wo wir gegen 3 Uhr nachts eintrafen und eine Stunde später für wenige Stunden friedlich einschlummerten.

Am kommenden Morgen begrüßte uns das Land der Maharajas und Mogule mit strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel. Diese Wettersituation - mit Temperaturen zwischen 30 und 37 Grad - begleitete uns während der gesamten 15 Besichtigungstage.
Positiv überrascht wurden wir insbesondere von den diversen Hotels auf unserer Route, die im Katalog als Mittelklasse beschrieben wurden. Die Zimmer erwiesen sich in allen Hotels als ausgesprochen geräumig, weit größer als in vielen europäischen Ländern. Lediglich die Sanitäranlagen entsprachen in dem einen oder anderen Hotel nicht unserem gewohnten Standard. So waren beispielsweise in einem Badezimmer sämtliche Amaturen angerostet.
Überrascht - und das im positivem Sinne - wurden wir auch von der indischen Küche. Mit gewissen Vorurteilen, und der Befürchtung vom Fleisch zu fallen, hatten wir Österreich verlassen. Doch schon bald stellte sich das Gegenteil heraus. Die indische Küche, so wie sie sich uns in den Hotels am Abend und Restaurants zu Mittag präsentierte, hatte durchaus ihre Reize. Wir lebten zwar in den beiden Wochen praktisch vegetarisch, genossen aber jene einheimischen Spezialitäten in vollen Zügen. Also bloß keine Ängste vor der indischen Küche!
Ein besonderes Lob gebührt den Reiseveranstaltern Retter/Fischer Reisen, die in diese 17-tägige Rundreise sämtliche Höhepunkte im Nordwesten Indiens, welche die Bundesstaaten Rajasthan, Uttar Pradesh und Delhi umfasste, verpackten. Und war dann einmal eine Attraktion nicht im Programm - wie etwa der Rattentempel in Deshnoke oder der Affentempel in Galta - sprang unser indischer Reiseleiter Om in die Presche und organisierte diese Besichtigungen mit seinem Talent für Organisatorisches. Ihm, aber auch unserem Busfahrer Mahesh und seinem Beifahrer Chand, gehört unser spezieller Dank für eine außergewöhnliche und sichere Reise, legten wir doch eine Strecke von 3200 km auf Straßen mit teils gewaltigen Schlaglöchern oder sogar Schotterpisten zurück. Zudem beinhaltete das Reiseprogramm eine perfekte Mischung aus kulturellen Besichtigungen und diversen landestypischen Aktivitäten wie Kamelritt, Elefantenritt, Rikschafahrten, Tuk Tuk-Fahrt, Pferdekutschenfahrt sowie dem absoluten Highlight, den Pirschfahrten in offenen Geländebussen im Nationalpark von Ranthambore.
Zu den kulturellen Höhepunkten unserer Reise zählten die Städte Jaisalmer und Jodhpur, das Fort von Amber und natürlich das "schönste" Bauwerk der Welt, das Taj Mahal in Agra. Emotionales Highlight war mit Sicherheit der Besuch der Verbrennungsstätte von Mahatma Gandhi in New Delhi am letzten Besichtigungstag.
Aber eigentlich ist das gesamte Land an sich - ohne übertreiben zu wollen - ein Highlight für den europäischen Besucher. So laufen allerorts Kühe, Kamele, Elefanten und Affen frei auf den Straßen herum.
Besonders beeindruckend, und durchaus nachahmenswert, empfanden wir die Fröhlichkeit und Gastfreundlichkeit der Inder im Allgemeinen. So wurden wir oft auf der Straße in ihrem Land Willkommen geheißen und nach unserer Herkunft gefragt. Desweiteren wurden wir im Hotel in Jaipur als Zaungäste zu einer Hochzeitsveranstaltung eingeladen und sofort bewirtet. In Udaipur lud uns eine Familie während des Holi-Festes, bei einem Spaziergang durch die Gassen, in deren Eigenheim ein.
Natürlich konnten wir während der 15 Reisetage - vor allem durch unseren Reiseleiter On - einen kleinen Einblick in die Lebensweise und auch teilweise Armut vieler Inder gewinnen, leben doch etwa 11% der Bevölkerung - und das sind bei 1,2 Mrd. Menschen beachtliche 130 Mio. - unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenrate beträgt zudem bemerkenswerte 18% - also 215 Mio. Menschen - die kein Einkommen erhalten. Und dennoch konnten wir nicht den Eindruck gewinnen, dass die Menschen mit ihren Lebensumständen unzufrieden sind.

Abschließend können wir festhalten, dass wir bereits während der Reise wussten, in den kommenden Jahren wieder zurück in dieses wunderbare Land aus 1000 und 1 Nacht zu kommen. Indien, und speziell seine Menschen, haben uns in ihren Bann gezogen, so dass ein kleiner Teil unseres Herzens auf diesem riesigen Subkontinent zurückgeblieben ist.

Besonders erwähnenswert sei am Ende noch die tolle, sehr gut harmonierende und außerordentlich lustige Reisegruppe. Wir Danken Euch allen für eine einzigartige Reise in ein einzigartiges Land!

 

Land & Leute

 

"Wer einmal nicht nur mit den Augen, sondern mit der Seele in Indien gewesen ist, dem bleibt es ein Heimwehland!"


 


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