Myanmar - Burma (1.3. - 15.3.2015)

 

 

 

 

Reiseroute

  • 1.3.15: Anreise von Wien über Doha nach Yangon
  • 2.3.15: Yangon
  • 3.3.15: Bago - Goldener Felsen
  • 4.3.15: Kyaikhto - Bago - Yangon
  • 5.3.15: Flug von Yangon nach Bagan
  • 6.3.15: Mount Popa - Bagan
  • 7.3.15: Bootsfahrt am Irrawaddy - Pakhangyi - Bodhi Tahtaung - Monywa
  • 8.3.15: Höhlen von Phowin Taung - Sagaing - Amarapura - Mandalay
  • 9.3.15: Bootsfahrt am Irrawaddy - Mingun - Bootsfahrt am Irrawaddy - Mandalay
  • 10.3.15: Flug von Mandalay nach Heho - Pindaya
  • 11.3.15: Pindaya - Nyaungshwe - Bootsfahrt am Inle See
  • 12.3.15: Bootsfahrt am Inle See - Indein
  • 13.3.15: Bootsfahrt am Inle See - Flug von Heho nach Yangon
  • 14.3.15: Yangon - Rückflug über Bangkok und Doha nach Wien
  • 15.3.15: Ankunft in Wien

 

 

Fotogalerien

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YANGON
YANGON
BODHI TATAUNG
BODHI TATAUNG
MANDALAY
MANDALAY
BAGO
BAGO
HÖHLEN VON PHOWIN TAUNG
HÖHLEN VON PHOWIN TAUNG
PINDAYA
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GOLDENER FELSEN
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SAGAING
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INLE SEE
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BAGAN
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AMARAPURA
AMARAPURA
LAND & LEUTE
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MOUNT POPA
MOUNT POPA
MINGUN
MINGUN

 

Rundreise durch Myanmar (Burma)

 

URLAUBSPLANUNG


Während der Weihnachtsfeiertage planen wir unsere erste Reise im Kalenderjahr 2015. Wir entscheiden uns schon bald für ein Reiseland, das seit der Indien-Reise 2012 auf unserer "Reiseliste" weit Oben anzufinden ist - für den südostasiatischen Staat Myanmar, vormals Burma genannt.
In die engere Auswahl gelangen zwei Reisen des deutschen Veranstalters Studiosus sowie eine von Kneissl Touristik. Wir entscheiden uns zu Jahresbeginn zur Buchung der kompakteren, 15-tägigen Rundreise des oberösterreichischen Reiseveranstalters, auch deshalb, weil die Flüge von Wien und nicht von deutschen Flughäfen geführt werden.
Trotz der geführten Gruppenreise begeben wir uns auf abenteuerliche Pfade, in ein Land, dass durch jahrzehntelange Herrschaft der Militärjunta als eines der ärmsten und rückständigsten nicht nur in Asien gilt. So erfahren wir beispielsweise aus Internet sowie Rücksprache mit dem Reiseveranstalter und dessen Agentur in Myanmar, dass kein Roamingvertrag eines österreichischen Handybetreibers mit Myanmar besteht. Zu aller Überraschung - auch der des Reiseleiters - funktionieren mittlerweile Auslandsgespräche mittels Mobilnetz einwandfrei. Drei Monate zuvor hatte Enrico bei seiner letzten Reise durch Myanmar dieses Vergnügen noch nicht.
Erstmals gilt es auch Inlandsflüge mit einheimischen, kleinen Fluglinien zu bestreiten - ein etwas mulmiges Gefühl in einem asiatischen Entwicklungsland.

 

ANREISETAG, Sonntag 1.3.2015


Wie schon im Jahr zuvor nutzen wir die günstige Parkplatz-Variante am Mazur Parkplatz des Flughafens Wien/Schwechat. Über den Automobilclub ÖAMTC gibt es hierfür vergünstigte Wertkarten von über 50%.
Nachdem wir bereits am Vortag über Web-Check-In die Flugtickets ausgedruckt haben, bleibt uns lediglich der Weg zum Gepäcksaufgabeschalter am Terminal 3, ehe wir noch traditionell eine zünftige Jause zu uns nehmen.
Nachdem wir die üblichen Sicherheitskontrollen hinter uns gebracht haben, treffen wir am Abflug-Gate unseren Reiseleiter Enrico sowie die Mitreisenden. Schon beim vortägigen Web-Check-In konnten wir feststellen, dass die Reisegruppe überraschenderweise sehr klein gehalten ist - letztendlich nur aus 10 Personen besteht.
Pünktlich um 10:40 Uhr beginnt die anstrengende Anreise mit der ersten Flugetappe im Boeing 787 "Dreamliner" der Qatar Airways nach Doha. Nach 4,5 Stunden Flugzeit und zwei Stunden Zeitumstellung haben wir schließlich wieder festen Boden unter den Füßen, als wir am neuen Flughafen der Hauptstadt Katars landen. Nach zweieinhalbstündigem Aufenthalt geht es ebenfalls mit Qatar Airways, diesmal mit einem Airbus 320, weiter zu unserem Endziel Yangon, wo wir um 4:25 Uhr Montag morgens landen. Nach schlafloser Nacht im Flieger erwartet uns noch die mühsame Zollabfertigung. Die Visa-Anträge wurden bereits vorab vom Reiseveranstalter organisiert, so dass wir die ausgedruckten Formulare nur mehr vorlegen müssen. Nach der Gepäckabholung gilt es noch US-Dollar in die einheimische Währung Kyat zu wechseln. Ein Unterfangen wofür man unbedingt zwei freie Hände benötigt. Obwohl wir nur $ 200,- wechseln, erhalten wir dafür zwei dicke Stapel Kyat - Wechselkurs in etwa 1:1000.
Schließlich sind wir erleichtert, endlich im klimatisierten Reisebus Richtung Hotel im Zentrum Yangons unterwegs zu sind. Während der Fahrt lernen wir unsere einheimische Reiseleiterin Mimi kennen, die uns sogleich mit einem Longyi, der typisch burmesischen Kleidung sowohl für Frauen als auch Männer, beschenkt.
mingalar bá Myanmar! - Guten Tag Myanmar!

 

1. Rundreisetag, Montag 2.3.2015


Nachdem wir in der Empfangshalle des Hotels Summit Parkview - die Zimmer sind zu dieser Tageszeit noch nicht beziehbar - die Kleidung vom europäischen Winter auf den asiatischen Sommer gewechselt haben, geht es um 6:30 Uhr mit dem Bus bereits zu unserer ersten Erkundungstour durch Yangon, die mit etwa 5 Millionen Einwohner größte Stadt Myanmars und bis 2006 Hauptstadt des Landes.
Um sich an das Klima langsam zu gewöhnen, beginnen wir diese mit einem typisch burmesischen Frühstück mit Nudelsuppe in einem der vielen Lokale im Stadtzentrum. Etwas ungewöhnlich für europäische Mägen - allerdings ausgesprochen schmackhaft und lecker! Überraschend auch der Anblick der vielen Einheimischen um diese Uhrzeit, die traditionell morgens vor der Arbeit zum Frühstück pilgern.
Gestärkt beginnen wir die Sightseeing-Tour mit einem kurzen, entspannten Spaziergang unweit des Stadtzentrums am Kandawgyi See, an dessem Ufer ein Restaurant in Form der königlichen Barke unser erstes Fotomotiv in Myanmar bietet.
Anschließend folgt bei zunehmender Hitze unser erster Kontakt mit der buddhistischen Religion Burmas. Wir besichtigen die Botataung Pagode, auch als "Pagode der 1000 Offiziere" bekannt, welche unweit der Hafeneinfahrt des Yangon Rivers gelegen ist. Hier müssen wir erstmals während der Reise auf unser Schuhwerk verzichten und Barfuß - auch ohne Socken - den heiligen Bereich betreten. Dieses Prozedere - Schuhe aus, Schuhe an - sollte die kommenden zwei Wochen zum ständigen Begleiter werden. Das Ungewöhnliche an dieser Pagode, dass man in das heilige Innere hineingehen kann, was üblicherweise nur bei Tempel möglich ist.
Nächster Halt ist am Maha Bandoola Park, wo sich in unmittelbarer Nähe das Rathaus sowie die in einem Kreisverkehr erbaute Sule Pagode befinden. Letztere ist das zweitwichtigste Heiligtum der Stadt, und in seltener achteckiger Form erbaut, wobei jede Ecke einen Wochentag mit dem dazugehörigen Tier symbolisiert.
Nach der Innenbesichtigung geht es zu Fuß vorbei an der Bengali Sunni Jamae Moschee in das laut und chaotisch wirkende indische Viertel, wo wir mit dem Sri Kali Tempel das Gotteshaus einer weiteren Weltreligion erspähen und ablichten.
Um 11:30 Uhr gelangen wir mit dem Bus zurück zum Hotel Summit Parkview, wo während der heissesten Tageszeit erstmal 90-minütiges Relaxen im bezugfertigen Zimmer am Programm steht, ehe wir zum Mittagessen ins nahegelegene Restaurant chauffiert werden. Dort dürfen wir uns - wie so oft auf Reisen - von der schmackhaften Küche des Landes positiv überraschen lassen.
Wohl genährt und voller Tattendrang begeben wir uns bereits am ersten Tag der Rundreise zum wichtigsten Heiligtum Myanmars - der Shwedagon Pagode. Neben dem Südaufgang befindet sich ein Aufzug, der uns schweißfrei auf den 58 m hohen Singuttara-Hügel bringt. Oben angelangt befindet sich ein von den Buddhisten hoch verehrter Bodhi-Baum, der uns ersten Schatten spendet, und von wo aus wir erste Blicke auf den 107 m hohen mit Blattgold verkleideten Stupa erhaschen. Gewaltig ragt das fantastische Bauwerk vor uns auf, im unteren Bereich allerdings eingerüstet und verhüllt, um Retaurierungsarbeiten durchzuführen zu können. Zwei Stunden genießen wir die einzigartige Athmosphäre der Unmengen an Heiligtümern sowie Buddhafiguren in jeglicher Variation und Größe. Im Anschluß an eine gemeinsame Runde in der einer Kleinstadt ähnlichen Anlage mit Erklärungen des Reiseleiters genießen wir die positive und entspannte Stimmung trotz Hitzewerten um 38 Grad.
Schweren Herzens verlassen wir um 17 Uhr den Singuttara-Hügel, um ins nahegelegene Hotel zurückzukehren. Ohne nur einen Gedanken an Abendessen zu verschwenden begeben wir uns gegen 18 Uhr nach 30-stündigem Wachsein mit fünfeinhalbstündiger Zeitumstellung zur wohlverdienten Bettruhe, von der wir erst nach 12 Stunden wieder erwachen sollten.

 

2. Rundreisetag, Dienstag 3.3.2015


Nach dem anstrengenden ersten Reisetag, und einem unglaublich vielfältigen Frühstück, verlassen wir um 8 Uhr das Hotel in Yangon, wo wir schon am darauffolgenden Tag abends wieder zurückkehren werden.
Am Stadtrand legen wir einen kurzen Halt am Htauk Kyant War Memorial Cemetery, einem Soldatenfriedhof, wo 27 000 alliierte Soldaten im 2. Weltkrieg ihre letzte Ruhe gefunden haben. Hier in Burma tobten zu dieser Zeit heftige Kämpfe zwischen Briten und Japanern.
Zwei Stunden später erreichen wir Bago, mit ca. 260 000 Einwohnern viertgrößte Stadt des Landes und im 13. Jhdt. Hauptstadt des Mon-Königreichs. Ein außerprogrammäßiger Halt im Kloster Khakat Wain steht an, wo etwa 1000 Mönche und Novizen ihren Alltag verbringen. Wir erreichen dieses gerade rechtzeitig zur Mittagszeit, so dass wir sowohl Essensausgabe als auch Mittagsmahl im riesigen Speisesaal mitverfolgen können. Ein höchst interessantes, für uns völlig neues Spektakel.
Ein weiterer Besichtigungspunkt in Bago ist die Shwemawdaw Pagode, welche auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurückblicken kann. Die nach einem schweren Erdbeben 1952 neu aufgebaute Pagode ist mit Ihrem Stupa von 115 m - der mittlerweile mit eineinhalb Tonnen Gold bedeckt sein soll - höher als die Shwedagon Pagode von Yangon. Bei extremer Mittagshitze versuchen wir die von der Sonne aufgeheitzten Fliesen so rasch wie möglich zu überqueren, um den nächstmöglichen Schatten anzupeilen.
Nach dem Mittagessen steuern wir schließlich das Hauptziel des heutigen Tages an, den Goldenen Felsen, oder auch Kyaikhtiyo Pagode genannt. Auf Bänken der Ladefläche eines Lasters geht es gemeinsam mit etwa 50 weiteren Fahrgästen vom Basislager in Kinpun vierzig Minuten in Serpentinen zum zweiten Lagerplatz Yathetaung. Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit den Laster bis zum Gipfel zu nutzen, so wie es die einheimischen Pilger tun. Die Meisten unserer Reisegruppe entscheiden sich allerdings für den vierzigminütigen steilen und schweißtreibenden Fußmarsch entlang einiger Verkaufsstände. Gegen 17 Uhr erreichen wir den Gipfel auf 1100 m Seehöhe, wo wir zuerst die Zimmer im Kyaikhto Hotel beziehen, um das durchgeschwitzte Gewand zu wechseln. Vom Hotel benötigen wir nur wenige Minuten im Pilgerstrom der gläubigen Einheimischen zum Heiligtum am Felsplateau. Schon aus einiger Entfernung erblicken wir den 8 m hohen und geschätzt 620 Tonnen schweren, komplett in Blattgold gehüllten Findlingsblock aus Granit, der an seiner Spitze die 5 m kleine Kyaikhtiyo Pagode trägt. Der Legende nach hält ein Haar Buddhas den Fels vor dem Sturz in den Abgrund fest. Heute ist besonders viel los, da am morgigen Vollmondtag ein buddhistischer Feiertag bevorsteht, den der Gläubige an einem heiligen Platz wie diesem verbringen möchte. So mischen wir uns in die Menge, um die besondere Athmosphäre an einem der heiligsten Orte des Buddhismus aufzusaugen. Nur als Mann darf man sich das letzte Stück dem heiligen Felsen nähern, diesen berühren oder mit Goldplättchen bekleben, so die buddhistische Tradition. Wir genießen den herrlichen Sonnenuntergang - der Ausblick hinunter in die Ebene ist wegen des diesigem Wetter nicht besonders - direkt unterhalb des Goldenen Felsen, ehe wir fast zwei Stunden rechtzeitig zum Abendessen im Hotel zurück sind.

 

3. Rundreisetag, Mittwoch 4.3.2015


Bereits um 4 Uhr morgens werden wir vom Tröten und lautem Gerede aus dem Schlaf gerissen. Wie am Vortag vom Reiseleiter verkündet, beginnt um diese frühe Morgenstund' der Pilgerstrom zum Allerheiligsten am Goldenen Felsen, nur wenige Meter an unserem Hotelzimmer vorbei. Erzwungenermaßen taumeln auch wir früh auf die Gasse, um die Gläubigen beim Pilgern zu beobachten. Nach dem Frühstück beginnt der Kampf um einen Sitzplatz auf der Ladefläche eines der Laster, die uns den Berg hinunter ins Tal bringen. Ungewohnt die ruppige, unzivilisierte Art, mit der man hier um jeden Preis mit Ellbogentechnik einen Platz zu ergattern versucht. Oben am Berg noch frühmorgendliche Frische, erreichen wir eine dreiviertel Stunde später mit steifen Gliedern vom zusammengepferchten Sitzen die wärmende Ebene.
Nach zwei kurzen Stopps beim Markt in Kyaikhto und einer Vorführung von Kautschukgewinnung- und verarbeitung mitten in einem Wäldchen, geht es retour nach Bago, wo heute Teil zwei der Stadtbesichtigung auf uns wartet.
Wir besuchen die Shwethalyaung Pagode, wo mit der liegenden Buddhafigur die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt zu finden ist. Der über 1000-jährige Buddha wird im Augenblick seines Todes beim Eintritt ins Nirwana dargestellt. Die zwischenzeitlich von der Natur überwachsene und so in Vergessenheit geratene Figur wurde mehrmals restauriert und 1906 zu ihrem Schutz mit einer Stahlhalle überbaut. Sie hat die beeindruckenden Ausmaße von 55 m Länge und 16 m Höhe.
In unmittelbarer Nähe wurde 2006 die liegende Buddhafigur von Mya Tharlyaung fertiggestellt. Diese misst 45 m und befindet sich ohne Überdachung der prallen Sonne ausgeliefert, was unsere Fusssohlen sogleich zu spüren bekommen. So müssen wir selbst beim Fotografieren von einem auf das andere Bein zappeln um Brandblasen zu vermeiden.
Nach dem Mittagessen führt unsere Fahrt Richtung Yangon. Wenige Kilometer außerhalb von Bago halten wir zu einer letzten Besichtigung, ehe wir dieser interessanten Stadt den Rücken kehren. Wir erkunden das leicht überschaubare Areal der sehenswerten Kyaikpun Pagode. Auf einem Sockel sitzen vier 30 m hohe Buddhafiguren Rücken an Rücken und weisen in die vier Himmelsrichtungen. 1476 ließ König Dhammazedi sie errichten.
Bevor wir Yangon erreichen halten wir am Straßenrand, um dem Nat (Schutzheiligen) der Autofahrer unsere Aufwartung zu machen. Wir beobachten wie abergläubische Einheimische ihre neu erworbenen Fahrzeuge weihen lassen. Wie überall weltweit die große Abzocke mit Glauben und Religion.
Um 18:30 Uhr gibt's zum Abschluss des langen Reisetages ein ausgezeichnetes Abendessen im Hotel Summit Parkview, ehe es früh zur Bettruhe geht. Schließlich müssen wir am nächsten Tag zeitig aus den Federn.

 

4. Rundreisetag, Donnerstag 5.3.2015


Um 4 Uhr morgens reisst uns das Läuten des Weckers aus dem Schlaf. Der erste Inlandsflug steht unmittelbar bevor. Gerüstet mit einem Lunchpaket fahren wir um 5 Uhr zum Flughafen von Yangon, von wo wir um 6:10 Uhr mit einer Propellermaschine ATR 72 der hiesigen Fluggesellschaft Mann Yatanarpon Airlines Richtung Bagan abheben. Überraschend Komfort sowie das tolle Service an Bord. Nur 70 Minuten später landen wir am Flughafen von Nyaung U/Bagan.
Hier erwartet uns bereits ein riesiger Bus der besonderen Art, weist dieses aus China stammende Gefährt doch tatsächlich drei Einzelsitzplatzreihen mit flugzeugähnlichen Sitzen auf. Größe und Komfort lassen keine Wünsche offen! Unter diesen Voraussetzungen kann der längste und anstrengendste Tag der Reise beginnen. Eine 10-stündige Tempel- und Pagodenrallye bei mittlerweile gewohnten Temperaturen an der 40 Grad Grenze liegt vor uns. Die einstige Königsstadt Bagan, die eigentlich aus den drei größeren Ortsteilen Nyaung U, Old Bagan und New Bagan sowie den dazwischenliegenden kleineren Dörfern Wetkyiin und Myinkaba besteht, zählt mit einer Fläche von 36 km⊃2; zu den größten und bedeutendsten archäologischen Stätten Südostasiens. Beeindruckend die unüberschaubare Ebene aus der in unregelmäßigen Abständen mehr als 2000 Stupas von Pagoden und Tempel in unterschiedlichem Erhaltungszustand emporragen. Von den hauptsächlich aus Holz erbauten Klöstern, Palästen und Wohnhäusern ist schon lange nichts mehr erhalten, die Überreste der aus Ziegeln erbauten Monumente des Buddhismus sind jedoch nicht zu übersehen.
Wir beginnen unseren Besichtigungsmarathon von nicht weniger als 15 Pagoden und Tempel um 8 Uhr morgens bei angenehmen Temperaturen in Nyaung U mit der Shwezigon Pagode, einem der prächtigsten Bauwerke der Region, dessen glockenförmiger Stupa zum Prototyp für künftige Pagoden in Myanmar avancierte. Es folgen die Tempelanlagen Guyaukgyi Wetkyiin und Htilominlo, ehe wir in Old Bagan den Ananda Tempel aufsuchen. Dieser 1090 fertiggestellte Tempel gilt zu recht als einer der schönsten, größten, best erhaltenen und meist verehrten Tempel. Der Innenraum ist in vier hochstrebende Räume unterteilt, in denen jeweils eine Kolossalstatue von fast 10 m Höhe steht. Jede Statue zeigt andere Mudras (Handhaltungen) und stellt einen der vier in diesem Weltalter erschienen Buddha dar. Insgesamt wirkt der Ananda Tempel durch seine spitzbogenförmigen Nischen und seine Höhe fast wie eine gotische Kirche.
Von den Terrassen des Shwegugyi Tempel können wir die Umgebung genießen, gefolgt vom unmittelbar daneben erbauten Thandawgya Tempel. Besonderheit in seinem Innenraum ist die fast 6 m hohe Buddhastatue, deren Kern aus Holz mit Ziegelsteinen überbaut und mit Gips umkleidet ist. Mit dieser leider in schlechtem Zustand befindlichen Statue geht das Vormittagsprogramm zu Ende und unser wohlverdientes Mittagessen kann beginnen.
Gut genährt durchschreiten wir das nur wenige Meter vom Lokal entfernte Sarabha Tor. Dieses letzte erhaltene von ursprünglich 12 Toren der Stadtmauer ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil es das einzige erhaltene Stück der weltlichen Architektur ist.
Wir besichtigen den Mahabodhi Tempel, im Anschluss den Manuha Tempel in Myinkaba. Hier steht im Eingangsbereich eine große vergoldete Schüssel für Opfergaben, wo auch wir einen kleinen Obolus leisten. Im Gebäudeinneren befinden sich drei riesige Buddhafiguren, bei denen man durch ihre Größe das Gefühl verspürt sie würden das Gebäude sprengen. Nach dem Kurzbesuch in dem mit Steinreliefs ausgeschmückten Nanpaya Tempel beobachten wir zur Abwechslung Handarbeiter bei ihrer Tätigkeit der Lackarbeiten. Erstaunlich die künstlerische Fertigkeit der Angestellten, die hier für Hungerlöhne arbeiten, während sie in der westlichen Gesellschaft durchaus angesehene Künstler wären. Es folgen die Myazedi Pagode sowie der Thatbyinnyu Tempel, der mit einer Höhe von 64 m der höchste Tempel Bagans ist. Vom wuchtigen Dhammayangyi Tempel und dem Sulamani Tempel geht es zu unserem letzten Tagesziel - der Shwesandaw Pagode. Über äußerst steile, außenliegende Steintreppen erreicht man fünf übereinanderliegende, immer kleiner werdende Terrassen, von wo wir einen sehr schönen Rundumblick vorfinden und so den Sonnenuntergang über dem Irrawaddy Fluss genießen können. Einziges Manko - Massen von Touristen, die Selbiges wie wir vorhaben.
Nach absolviertem Pflichtprogramm gibt es zum Abschluss dieses ergiebigen Kulturtages erstmals Gaumenfreuden des Landes im Restaurantgarten unter Sternenhimmel.

 

5. Rundreisetag, Freitag 6.3.2015


Heute wartet erneut ein Reisehighlight auf uns. Gegen 8 Uhr fahren wir mit dem Bus Richtung Mount Popa. Auf halber Strecke halten wir am Straßenrand, um zu erkunden wie Palmzucker gewonnen und gleich vorort auf einfachste Art verarbeitet wird. Beeindruckend mit welcher Geschwindigkeit und Akrobatik die Einheimischen nach kurzem Stoßgebet die vollen Behälter mit Sirup von den Palmen herunter holen. Nach Verköstigung einiger Produkte - darunter Palmzuckerschnaps - geht's nur wenige Fahrminuten in ein unscheinbares Dorf, wo wir bei einem ausgedehnten Spaziergang hautnah das karge Landleben der fröhlichen Bewohner miterleben dürfen. Ein schönes Erlebnis den vielen glücklichen Kindern ohne elektronisches Spielzeug und Handy zu begegnen.
Gegen 10:45 Uhr erreichen wir schließlich unser vormittägliches Ziel - den Mount Popa. Dieser ist ein längst erloschener Vulkan, auf dessen schon von weitem sichtbaren, niedrigeren Felsnadel Mount Popa Daung Kalat laut Legende die von den Burmesen hochverehrten Nats (Schutzheiligen) wohnen. Am Fuße des Berges befindet sich ein kleiner Ort, wo wir in einem winzigen Tempel den 37 Nats - dargestellt in fast lebensgroßen Figuren aus Gips, grellbunt gekleidet mit langen Schals und Turbanen - unsere Aufwartung machen. Gleich gegenüber flankieren zwei große Elefantenstatuen den Aufgang zum Mount Popa Daung Kalat. Eine überdachte, endlos erscheinende Treppe schlängelt sich vorbei an Verkaufsständen und kleinen Äffchen zu der auf 737 m errichteten Tuyin Taung-Pagode. Etwa eine halbe Stunde dauert der selbstverständlich Barfuß durchzuführende Aufstieg zum Plateau, wo 1960 eine Tempelanlage mit Stupas und einem Kloster entstand. Der herrliche Rundumblick in die Ebene sowie zum eigentlichen Vulkankegel belohnt den Aufstieg. Nach eineinhalb Stunden kehren wir zurück zum Ausgangspunkt im Dorf am Fuße des Berges.
Im Anschluss an das Mittagessen in einem Restaurant in unmittelbarer Nähe zum Mount Popa kehren wir mit dem Bus in unser Hotel Myanmar Treasure Resort in New Bagan zurück, wo wir die einstündige Pause am Pool genießen.
Um 16 Uhr starten wir voller Elan zur Tempel- und Pagodenrallye Bagan 2.0. Im kleinen Dorf Minnanthu betreten wir mit der Thitsa Mandaing Pagode selbst für unseren Reiseleiter Neuland. Auch hier kann man die Terrassen besteigen und so einen schönen Blick über die Ebene Bagans erhaschen. Es folgt ein kurzer Abstecher zu dem wegen seiner Wandmalereien beeindruckenden Nandamannya Tempel. In unmittelbarer Nähe entdecken wir bei einem kurzen Spaziergang noch die beiden Tempel Thambula und Payathonzu, ehe wir mit dem Bus weiter zur Dhammayazika Pagode fahren. Von einem Nebengebäude aus können wir nicht nur den Blick auf diese mit fünfeckigen Terrassen ungewöhnliche Pagode schweifen lassen, sondern den Sonnenuntergang mit weit weniger Touristen als tags zuvor genießen.
Zum Abschluss unseres zweitägigen Aufenthalts in der Kulturhochburg Bagan erwartet uns im Amata Boutique House nebst köstlichem Abendessen ein Folkloreabend mit Puppenspiel, Tanz und Musik.

 

6. Rundreisetag, Samstag 7.3.2015


Bereits um 8 Uhr verlassen wir das archäologische Gebiet von Bagan, indem wir vom Hafen Nyaung U ein kleines Motorboot für die zweistündige Fahrt flussaufwärts am Irrawaddy Fluss nach Pakokku nehmen. Die Schifffahrt auf dem mächtigen, 2170 km langen Strom verläuft jedoch enttäuschend. Kaum Interessantes ist entlang diesem Flussabschnitt zu entdecken.
In Pakokku empfängt uns bereits der weiterer für europäische Verhältnisse eigenartig anmutender chinesischer Reisebus. Diesmal befindet sich am Ende des Gefährts eine äußerst geräumige und gemütliche Sitzecke mit einem Tisch im Zentrum.
Nach einstündiger Fahrt erreichen wir gegen 11:15 Uhr unser erstes Besichtigungsziel des Tages. Außerhalb des Ortes Pakhangyi steht mit Pakhan Nge Kyaung das größte und eines der ältesten Holzklöster von Myanmar. 1870 errichtet, wird das Dach von über 254 Teakholzsäulen getragen. Das sehr renovierungsbedürftige Kloster - derzeit wird daran gearbeitet - ist im Innenraum mit sehenswerten Schnitzereien verziert.
Auch das anschließende Mittagessen entlang der Strecke im ländlichen Burma erweist sich als durchaus zünftig. Da beide Guides das Lokal nicht kennen, führt Mimi eine kurze Inspektion durch, ehe sie es für die im Bus verbliebenen westlichen Touristen frei gibt. Sowohl Essen, Service als auch Zuvorkommenheit des Personals wird uns positiv in Erinnerung bleiben - der abschließende Gang zu den Toiletten wohl eher negativ.
Ein besonderer Leckerbissen folgt hingegen am Nachmittag kurz vor unserem Tagesziel in Monywa. Schon von Ferne erkennen wir am Hang des Po Khaung Berges eine riesige stehende sowie liegende Buddhafigur. Die liegende Figur wurde 1991 erbaut und misst eine Länge von 90 m, der Kopf ist 19 m hoch. Der stehende Buddha wurde 2008 fertiggestellt. Mit seinen 116 m Höhe ist er die zweithöchste Statue der Welt. Bereits auf der Starße zum Bodhi Tataung Pagode (Pagode der 1000 Bodhi-Bäume) und den beiden Kolossalfiguren kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Auf dem Gelände rings um das Areal sitzen tausende lebensgroße Buddhafiguren, jeder von ihnen mit einem schattenspendenden Schirm versehen, die allesamt in Richtung des liegenden Buddha schauen. Wir besteigen den Stupa der Pagode um sich einen Überblick über das Umland und den besten Blick auf die inzwischen steil aufragenden, gewaltigen Buddhafiguren zu verschaffen. Von Oben erkennen wir die abertausenden identischen kleinen Buddhastatuen sowie Bodhi-Bäume direkt unter uns. Ein atemberaubendes Ensemble, das sich unter blauem Himmel vor uns ausbreitet.
Wir fahren nur ein kurzes Stück, ehe wir vor zwei riesigen weißen Elefanten aus Stein anhalten, welche den Eingang zur Moe Nyin Thanboddhay Pagode flankieren. Zu Fuß geht's in das von einer quadratischen Mauer umgebene Areal, wo zahlreiche bunt bemalte und reichlich verzierte Stupas, Tempel und Pilgerwohnstätten ein wenig an Disneyland erinnern. Barfuß - wie schon längst zur Selbstverständlichkeit geworden - betreten wir die 43 m hohe Pagode, die mit ihren Verzierungen und Türmchen gotisch auf uns wirkt. Schier erdrückend und dennoch überwältigend die knapp 600 000 Miniaturfiguren von Buddha sowie zahlreiche meterhohe Buddhafiguren. Einige von uns nützen die verbleibende Zeit für einen reinen "Männerausflug" auf den nahegelegenen Aussichtsturm. Dieser ist nur für Männer zugänglich und natürlich Barfuß zu besteigen. Letzteres sollte zur Buße all unserer Sünden führen. Die extreme Sonneneinstrahlung hat sowohl geflieste als auch eiserne Auftritte der außenliegenden Wendeltreppe in feurigen Untergrund verwandelt. So huschen wir von der Sonnenseite im Eiltempo auf die dem Schatten zugewandten Treppen, um etwas zu verweilen, ehe es weiter aufwärts geht. Enttäuschend letztlich der Ausblick auf oberster, überdachter Ebene.
Nachdem wir gegen 16:45 Uhr unser Hotel Win Unity Resort in Seelage in Monywa bezogen haben, dürfen wir auch das heutige Abendessen unter freiem Himmel in einem Restaurant am See genießen - Mückenspray inklusive.

 

7. Rundreisetag, Sonntag 8.3.2015


Der Sonntag Morgen beginnt mit einer Fährfahrt von Monywa über den Chindwin Fluss. Beeindruckend, wie man mit solch desolaten Holzbooten - obwohl kein Glasboden vorhanden, kann man zwischen den Holzbrettern die Fische im trüben Flusswasser bewundern - trockenen Fußes ans andere Ufer gelangt. Mittels Toyota-Pickups durchqueren wir eine Stunde die karge Landschaft. Teilweise ohrenbetäubend die zahlreichen Sammelstationen der buddhistischen Gemeinden entlang der Strecke, die sich mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Mitteln Gehör verschaffen. Ziel unseres vormittäglichen Ausfluges ist der Höhlenkomplex von Phowin Taung. Laut Archäologen soll es hier in den Sandsteinbergen 947 Höhlen aus dem 14. bis 18. Jhdt. mit insgesamt 450 000 Buddhastatuen geben. Die auf 300 m hohem hügeligen Gelände gelegenen Höhlen sind entweder nach außen offene Nischen mit Buddhafiguren oder begehbare Höhlen, in denen große sitzende und liegende Buddhafiguren stehen. Daneben befinden sich oft gut erhaltenen Wandmalereien, die teilweise aus dem 15. Jhdt. stammen sollen. Diese natürlichen Höhlen bieten einen wunderbaren Kontrast zu den oft kitschig und verspielt wirkenden Prunk der buddhistischen Pagoden. Ein absolutes Highlight, welches noch nicht so bekannt ist, da abseits der üblichen Touristenpfade gelegen.
Nach einer Stunde Besichtigung verlassen wir mit den Pickups den Höhlenkomplex auf der selben Strecke retour zum Fähranleger und mit den brüchigen Booten über den Chindwin Fluss zum Bus in Monywa.
Nach zweieinhalb Stunden Fahrt erreichen wir schließlich die ehemalige Hauptstadt Sagaing. Bekannt ist die Stadt heute wegen der am Sagaing-Hügel gelegenen 600 Klöster, in denen etwa 6000 Mönche und Nonnen leben. Nach dem Mittagessen nützen wir die guten Beziehungen unserer Reiseleiterin Mimi, um dem Nonnenkloster Zhaya Theingi unsere Aufwartung zu machen. Dabei erfahren wir, dass jede Nonne innerhalb der Gemeinschaftsküche ihren eigenen Kochbereich hat und sich so selbst verpflegen kann. Desweiteren dürfen wir den jungen Nonnen beim Rezidieren der buddhistischen Ferse lauschen - für unsere Ohren jedoch gewöhnungsbedürftig.
Erneut benötigen wir Pickups - die allerdings an diesem Sonntag Mangelware sind - um über die schmale Straße auf den Sagaing-Hügel zu gelangen. Oben angelangt geht es zur Umin Thonze Pagode, die 1643 von einem Mönch errichtet wurde. Im Inneren bilden 45 vergoldete sitzende Buddhastatuen einen Halbkreis.
Von der 1312 erbauten Ponnya Shin Pagode bietet sich die schönste Aussicht über den Hügel mit seinen zahlreichen Pagoden und Klöstern bis hinunter zum Irrawaddy Fluss.
Eine Viertelstunde, nachdem wir Sagaing den Rücken gekehrt haben, erreichen wir den heutigen letzten Besichtigungspunkt - die U Bein Brücke in Amarapura. Diese ist mit einer Länge von 1200 m die längste Teakholzbrücke der Welt. 1784 erbaut führt sie über den Taungthaman See. Wir nützen die verbleibende Zeit bis zum Sonnenuntergang um einen Teil der Brücke gemeinsam mit tausenden anderen Touristen zu begehen und danach einen geeigneten Platz zum Fotografieren aufzusuchen. Dies lohnt sich allemal - fantastische Fotos, die einem Reiseführer entsprungen sein könnten, dürfen wir unser Eigen nennen.
Eine halbe Stunde später erreichen wir Mandalay, wo in einem der besten Restaurants der Stadt - dem Green Elephant - das wohlverdiente Abendessen unter Sternenhimmel stattfindet. Erst um 20:30 Uhr beziehen wir die Zimmer im luxuriösen Mandalay Hill Resort, wie schon der Name verrät direkt am Mandalay Hill gelegen.

 

8. Rundreisetag, Montag 9.3.2015


Auch der heutige Morgen beginnt mit einer Bootsfahrt. Doch unser Transfermittel am Irrawaddy Fluss von Mandalay nach Mingun erscheint diesmal richtig luxuriös. Es gibt Getränkeservice und vorallem lässt der Schiffsboden keine Blicke auf das Wasser zu.
Nach einer Fahrtstunde gibt der starke Morgendunst die Silhouette der Überreste der gewaltigen Mingun Pagode frei. Vorbei an der Pondawpaya Pagode, dem 5 m hohen Modell der Mingun Pagode, gelangen wir rasch zum beeindruckenden Hauptbauwerk der Stadt. König Bodawpaya von Amarapura begann 1790 mit dem Bau der größten Pagode der Welt. Auf einer Grundfläche von 150 m mal 150 m sollte die 150 m hohe Pagode errichtet werden. Sie war erst 50 m hoch, als der König im 20. Jahr nach Baubeginn verstarb. Sein Nachfolger gab den Bau aus finanziellen Gründen auf. 1838 zerstörte ein Erdbeben einen großen Teil. Dennoch stehen wir beeindruckt von den Dimensionen vor der übriggebliebenen Pagoden-Ruine. Weiter geht's zur Glocke von Mingun, die sich in einer offenen Halle befindet. Diese ist mit den Ausmaßen von 5 m Durchmesser, 4 m Höhe und 80 to Gewicht eine der größten hängenden intakten Glocken der Welt. Letzter Besichtigungspunkt in Mingun ist die schneeweiße Hsinbyume Pagode, die König Bagyidaw 1816 zum Gedenken an seine verstorbene Frau erbauen ließ. Eine Geschichte, die der des Taj Mahal ähnelt. Das Bauwerk selbst wurde allerdings dem Sulamani Tempel auf dem Berg Meru nachgebaut.
Per Schiff fahren wir den Irrawaddy Fluss zurück nach Mandalay, wo am Nachmittag die Stadtbesichtigung vor uns liegt. Die einstige Hauptstadt des Landes ist mit etwa 1,2 Mio. Einwohner die zweitgrößte Stadt des Landes und mit seinen vielen Klöstern und Mönchen (etwa 50 000) das religiöse Zentrum von Myanmar. Mandalay gilt auch als Zentrum vieler Handwerkskünste wie Silberschmieden, Steinmetzarbeiten oder Bronzegießen.
Erster Anlaufpunkt ist gleichzeitig auch religiöser Höhepunkt der Stadt - die Mahamuni oder Arakan Pagode. Sie gilt nach der Shwedagon Pagode in Yangon als das bedeutendste buddhistische Heiligtum Myanmars. Im Inneren der Pagode steht die vermutlich älteste und mit 4 m Höhe größte bronzene Buddhastatue des Landes, die von Archäologen auf das Jahr 146 n. Chr. datiert wird. Die Gläubigen, und hier wiederum nur die Männer, spenden Goldplättchen, die sie mit Ausnahme des Gesichtes überall auf der Statue platzieren, so dass die Goldschicht mittlerweile 15 cm betragen soll. Unsere Männerrunde begutachtet aus unmittelbarer Nähe die durch die Goldplättchen eigenartig aussehende Statue, die als Buddha kaum mehr zu identifizieren ist.
Anschließend steht ein kurzer Spaziergang im Viertel der Steinmetze an, wo diverse Figuren - mehrheitlich in Buddhagestalt - aus Marmorstein geschliffen und bemalt werden. Ein traditionelles Handwerk der Stadt. Es folgt die Besichtigung einer Werkstatt für Blattgoldherstellung, wo junge Männer mit purer Muskelkraft und einem 10 kg Hammer auf Goldkügelchen eindreschen, um diese zu hauchdünnen Blättchen zu formen.
Eines der beeindruckendsten Bauwerke auf unserer Reise durch Myanmar dürfen wir im Anschluß besichtigen. Das Shwenandaw Kyaung ist ein ehemaliges, aus Teakholz gebautes Gemach des alten Königspalastes, welches heute als Kloster dient. Es ist das einzige erhaltene Gebäude des Königspalastes, während alle anderen bei einem Großfeuer 1945 zerstört wurden. Die Wände und Türen sind außen kunstvoll mit geschnitzten Figuren verziert und innen größtenteils vergoldet.
Letzter Besichtigungspunkt ist die Kuthodaw Pagode, deren zentraler Stupa 1857 nach dem Vorbild der Shwezigon Pagode in Nyaung U gebaut wurde. Die in diesem Areal um den Stupa in kleinen Pagoden aufgestellten 729 Marmortafeln mit buddhistischen Lehrtexten werden auch das "größte Buch der Welt" genannt.
Wir steuern das Hotel an, wo wir die kommenden zweieinhalb Stunden zum Relaxen am Pool unterhalb des Mandalay Hills nutzen. Auf diesen begeben wir uns im Anschluss mit Jeeps, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Mit einem Aufzug gelangen wir das letzte Stück zur Sutaungpyei Pagode, die mit ihren zahlreichen Spiegelmosaiken kitschig anmutet. Von hier können wir den Blick bei untergehender Sonne über Mandalay schweifen lassen, ehe es zurück zum Hotel am Fuße des Hügels geht. Bereits eine halbe Stunde später dürfen wir im wundervollen Garten der Hotelanlage ein außergewöhnliches Barbecue genießen, welches durch Folklore und Puppenspiel kunstvoll untermalt wird. Ein kulinarischer Höhepunkt der Reise und perfekter Abschluss eines ausgiebigen Tages.

 

9. Rundreisetag, Dienstag 10.3.2015


Wir verlassen um 8:15 Uhr unser luxuriöses Hotel in Mandalay, zur Abwechslung nicht zu einer Bootsfahrt sondern zum nächsten Inlandflug. So lange die Anfahrt zum Flughafen von Mandalay mit über einer Stunde auch dauert, so rasch verläuft dann der kürzeste jemals angetretene Flug von lediglich 25 Minuten nach Heho.
Vom winzigen Flughafen im Nirgendwo starten wir um 11 Uhr zur Busfahrt nach Pindaya, die durch einige Fotostops unterbrochen um 13 Uhr beim Restaurant Green Tea am Zielort ihr Ende findet. Wir genießen ein leckeres Mittagessen direkt am rechteckigen Ponetaloke See, um den sich der kleine Ort schmiegt. Anschließend können wir bei einem kleinen Handwerksbetrieb die Papierherstellung sowie die Fertigung von aus Bambus und Papier bestehenden Schirmen bewundern. So wie bereits bei vielen handwerklichen Arbeiten in diesem südostasiatischen Land ist auch hier die künstlerische Ader und Geschicktlichkeit der Hersteller hervorzuheben.
Danach nähern wir uns dem Tageshöhepunkt - den Pindaya Höhlen oder Shwe U Min Pagode genannt, die seit dem 12. Jhdt. von den Gläubigen verehrt wird. Die Höhleneingänge liegen am Berghang über dem See. Die letzten Höhenmeter überbrücken wir mit einem modernen Aufzug, ehe wir die Südhöhle der Kalksteinhöhle mit Stalagmiten und Stalagtiten betreten. Überwältigt von der riesigen vergoldeten sitzenden Buddhastatue, die von vielen kleineren Statuen umringt ist, gelangen wir in weitere ineinandergehende Räume, wo an jeder freien Stelle Figuren in allen Größen und Ausführungen stehen. Die mehr als 8000 hauptsächlich von Pilgern gespendeten Buddhafiguren sind aus Bronze, Marmor, Alabaster, Teak oder Gips und mit Goldplättchen beklebt. Ein unglaublich beeindruckender Anblick. Beim Höhleneingang bietet sich uns ein grandioser Ausblick auf die hügelige Landschaft, die auch die "Schweiz von Myanmar" genannt wird. Wir spazieren den Hügel hinab nach Pindaya, von wo uns der Bus um 16 Uhr zu unserem Hotel Pindaya Inle Inn auf der gegenüberliegenden Seeseite bringt. So endet der heutige Reisetag früher als üblich, so dass wir die Zeit bis zum Abendessen zur Erholung nutzen können.

 

10. Rundreisetag, Mittwoch 11.3.2015


Der Reisetag beginnt um 8:15 Uhr mit einer kurzen Busfahrt um den Ponetaloke See, damit wir den heutigen Wochenmarkt in Pindaya hautnah miterleben können. Dieser findet täglich in einer anderen Ortschaft der Region statt, so dass wir wirklich Glück haben gerade an diesem Tag in Pindaya zu sein. Und es zahlt sich wahrlich aus, das bunte Treiben der Aussteller und Käufer mitten in der Menschenmenge mitzuverfolgen.
Um 10 Uhr verlassen wir schließlich Pindaya in Richtung Inle See, wo wir gegen 12:30 Uhr im Norden des Sees am Hauptort Nyaungshwe ankommen. Wir stoppen etwas außerhalb der Stadt beim Shwe Yaunghwe Kloster, wo wir herrliche Fotos von den Novizen schießen dürfen, die sich vor den ovalen Fenstern der Gebetshalle aus Teakholz für uns in Pose begeben. Wir besichtigen auch das Innere der Halle, wo wir die Novizen lernend vorfinden. Gleich daneben befindet sich eine ungewöhnliche Pagode. Sie ist blendend weiß getüncht, wobei sich um das Tonnengewölbe kleine Gänge gruppieren. Innen sind die Wände mit Bildern und Ornamenten in rotbraunen und goldenen Farben bemalt und mit farbigen Glasmosaiken verziert. In vielen kleinen Nischen stehen Buddhafiguren mit dem Namen der jeweiligen Spender.
Nach dem leckeren Mittagessen in einer "Steinofen-Pizzeria" in Nyaungshwe beginnt am Bootsanleger das zweitägige Abenteuer Inle See. Dieser auf 900 m gelegene größte See Obermyanmars ist 22 km lang, 10 km breit und höchstens 3 m tief. Von diesem Wasserpegel kann man allerdings nach den geringen Regenmengen der letzten Regenzeit nun im Hochsommer nur träumen. Am See befinden sich 200 Dörfer mit über 10 000 Einwohner des Stammes der Intha ("Leute vom See"), rund 100 Klöster und hunderte Stupas.
Die schmalen Langboote mit Heckmotor - typisch für den Inle See - werden mit unserem Gepäck beladen ehe jeweils vier Personen pro Boot zusteigen. Dann schippern wir eine Viertelstunde den Nankand Kanal entlang zur Seemündung. Dort werden wir bereits von Einbeinruderern mit ihren Fischreusen erwartet, die hier für die Touristen Pose stehen und dafür etwas Kleingeld erwarten. Diese Art des Ruderns nutzen die Fischer um ihre Hände für die Netze freizuhalten. Dabei steht der Ruderer auf einem Bein auf dem Heck des Bootes, während das andere Bein um das Paddel geschlungen ist. Mit diesem wird das Boot schraubenartig vorwärts bewegt. Nirgends anders weltweit ist diese hier traditionelle Rudertechnit zu bewundern. Von nun an geht es mit höherer Geschwindigkeit Richtung Nga Phe Kloster, wobei der Gegenwind bewirkt, dass wir Klitschnass ankommen. Mit 160 Jahren ist es das älteste Kloster am See. Riesige Teakstämme, rot bemalt und zur Hälfte mit goldenen Mustern verziert, tragen als Säulen das Dach. Bis vor wenigen Jahren führten die Mönche ihre dressierten, springenden Katzen vor, so dass das Kloster nur mehr "Monastery of the jumping cats" bezeichnet wurde. Mittlerweile steht wieder der ursprüngliche, spirituelle Charakter des Klosters im Vordergrund. Katzen gibt es allerdings noch zur Genüge zu bestaunen.
Danach beobachten wir während der Bootsfahrt eine weitere Besonderheit des Inle Sees, die sogenannten "schwimmenden Gärten". Dabei wird auf Matten Schlamm angehäuft, diese anschließend mittels Stangen am Seegrund verankert. Auf ihnen baut man diverse Gemüsearten sowie Blumen an. Schließlich erreichen wir das Dorf Kay Lar Ywa, wo man das Leben der Einheimischen auf ihren Pfahlbauten wunderbar verfolgen kann. Die Dörfer sind von vielen Kanälen durchzogen, so dass man den Inle See auch das "Venedig von Myanmar" bezeichnet.
Nach zweistündiger Bootstour erreichen wir gegen 16:30 Uhr das am Ostufer des Sees gelegene Hotel Amata Garden Resort. Nach dem Bezug des Zimmers geht's schon ab zum besten Ausblick auf den Sonnenuntergang an die Bar-Terrasse. Bei "Happy Hour" genießen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages gleich doppelt. Erst um 19:30 Uhr steht Abendessen auf dem Programm, diesmal jedoch der mediterranen Küche angepasst.

 

11. Rundreisetag, Donnerstag 12.3.2015


Der heutige Tag steht ganz im Zeichen des Elements Wasser. Gegen 8 Uhr verlassen wir vom Bootsanleger der Hotelanlage mit den Langbooten festen Untergrund zu unserem ganztägigen Bootsausflug auf dem Inle See. Um diese frühe Stunde begegnen wir lediglich einheimische Ruderer, keine Touristenboote mit lauten Heckmotoren. So können wir die Abbildungen der umliegenden Pfahlbauten im spiegelglatten See in aller Stille genießen. Schließlich nähern wir uns dem Dorf Ywama, wo wir den stolzen Padaung-Frauen in Ihrer Tracht im Souvenierladen Inn Shwe Pyi einen Besuch abstatten. Die Padaung sind ein Bergvolk im Südosten Myanmars. Viele Padaung-Frauen pflegen eine ungewöhnliche Tradition - sie tragen von Kindheit an einen schweren Halsschmuck aus Messing, der die Schultern deformiert und den Hals scheinbar verlängert. Für uns ein ungewöhnlicher Anblick.
Nach einigen Passagen mit extrem niedrigen Wasserstand, wo die Boote auch mehrmals aufsitzen, folgen wir etwa 40 Minuten flussaufwärts dem kleinen Fluss Nam Pilu, ehe wir an der Anlegestelle in Paykone festmachen. Vorbei an einigen Frauen des Paoh-Stammes, die dunkel gekleidet und mit buntkarierten Tüchern, die turbanartig um den Kopf gewickelt sind, sofort auffallen, sowie durch einen Bambuswald führt der Weg zu einem sehr langen überdachten Treppenaufgang. Das Dach wird von 369 Pfeilern getragen und bietet wunderbar Schutz vor der starken Sonneneinstrahlung. Beidseits gesäumt von Souvenierständen, erreichen wir schließlich den renovierten Haupttempel von Indein, von wo aus man das gesamte Ausmaß dieser Anlage bestaunen kann. 1054 Stupas und Pagoden in verschiedenen Formen stehen hier eng nebeneinander. Leider sind viele in einem sehr schlechten Zustand - Unkraut und sogar Bäume wachsen aus ihren Rissen. Unser Reiseleiter Enrico hat hier eine Mission zu erfüllen: Er soll für einen Österreicher für 1500 Dollar eine Pagode restaurieren lassen. Hierfür soll er sich heute mit dem zuständigen Beamtender Region treffen, eine Pagode auswählen und die letzten Einzelheiten abklären. Doch auch in Myanmar schreitet langsam die Bürokratie voran. Der Beamte, mit dem seit etwa einem halben Jahr Kontakt besteht, versetzt Enrico, so dass Reiseleiterin Mimi per Telefon versucht zu Retten was noch zu Retten ist. Schließlich scheint der Deal doch noch zu stande zu kommen, und Enrico wählt eine der möglichen Pagoden für seinen ehemaligen Mitreisenden aus. Von nun an ist es auch "unsere" kleine Pagode, aus deren Spitze derzeit noch ein Strauch wuchert. Indein bildet einen wunderbaren Kontrast aus restaurierten und verfallenen Pagoden, die als Gesamtbild ein bemerkenswertes Ensemble darstellen. Auf dem Rückweg zum Bootsanleger haben wir das Glück an einer Novizen-Ordinationszeremonie teilnehmen zu dürfen, wo Kinder bei einem großen Fest für ihren Eintritt in ein Kloster für einige Tage oder Wochen vorbereitet werden. Entsprechend der Tradion sind die zukünftigen Novizen zwischen 9 und 16 Jahre alt. Diese werden gekleidet wie Prinzen und in einer Prozession durch die Stadt getragen. Gastfreundlich wie die Burmesen nun einmal sind, werden wir auch gleich zum Essen eingeladen, was wir aber dankend ablehnen. Mit dem Langboot geht's retour nach Ywama zum Mittagessen im Restaurant Golden Moon.
Nicht all zu weit entfernt besuchen wir am Nachmittag die Phaung Daw U Pagode. Die aus dem 18. Jhdt. stammende, sehr gut erhaltene Pagode trägt den Namen des königlichen Vogels. In ihrer Mitte befinden sich fünf vergoldete Figuren. Zwei der Bildnisse stellen Buddha dar, die anderen drei seine Jünger. Inzwischen ist ihre ursprüngliche Form kaum mehr zu erkennen, weil die gläubigen Männer über die Jahrzehnte Unmengen von Goldplättchen darauf geklebt haben. Auch ich erwerbe 10 Plättchen, verteile sie unter den Männern der Reisegruppe, und beklebe die zur Unkenntlichkeit entstellten Goldfiguren. In einem Bootshaus etwas abseits der Pagode besichtigen wir die königliche Barke in Form eines großen Hintha-Vogels. Diese spielt beim Lichterfest zu Vollmond im Oktober die tragende Rolle, wobei die fünf goldenen Figuren aus der Pagode auf dem ganzen See herumgefahren werden.
Im kleinen Ort Inn Paw Khone besichtigen wir eine Lotus-Weberei, wo wir hautnah die 100-jährige Tradition der Herstellung von Lotusstoffen in ihren einzelnen Schritten verfolgen können. Im Anschluss fahren wir zum nächsten Handwerksbetrieb - einer Eisen-Schmiederei. Zum Abschluss des Tages besuchen wir noch einen Laden indem ausschließlich von weiblichem Personal Cheroot-Zigarren hergestellt werden. Eine handgerollte cheroot besteht aus einer Mischung von getrocknetem Tabak und Holzstückchen, getrockneten Bananen oder Nüssen, und wird mit Tamarindensaft und Palmzucker gesüßt. Kostenproben der zigarren dürfen natürlich auch in unserem Reisegepäck nicht fehlen.
Zurück im Hotel wiederholen wir die gemütliche Happy Hour bei Sonnenuntergang, ehe es um 19 Uhr Abendessen mit einheimischer Küche gibt.

 

12. Rundreisetag, Freitag 13.3.2015


Heute haben wir einmal genügend Zeit zum Ausschlafen, da wir erst um 9:30 Uhr unser liebgewonnenes Hotel Amata Garden Resort mit den Langbooten verlassen. Eine Viertelstunde später erreichen wir den kleinen Ort Thale Oo, wo wir in ländlicher Idylle einen ausgedehnten Spaziergang zum Abschied vom Inle See unternehmen. Wir beobachten die Einheimischen bei der Feldarbeit mit muskelbetriebenen Pflug sowie Kinder beim Herumtollen auf den Feldwegen. Ein erholsamer Ausklang eines wundervollen zweitägigen Aufenthalts im und rund um den Inle See neigt sich Mittag dem Ende zu, als wir ein letztes Mal die Langboote besteigen, den See überqueren und einige Minuten den Nankand Kanal entlang nach Nyaungshwe fahren. Dort gibt's bald darauf wie zwei Tage zuvor Mittagessen beim "Italiener" mit Steinofenpizza und hausgemachten Nudeln.
Nach einer Dreiviertelstunde Busfahrt erreichen wir um 14:30 Uhr den Flughafen von Heho, von wo wir um 16:30 Uhr das Shan-Gebiet in Richtung Yangon verlassen und eine Stunde später wieder festen Boden unter den Füßen haben. Der Kreis der Rundreise schließt sich damit wieder.
Am Weg zum Hotel halten wir beim Restaurant La Maison 20, wo wir im Garten unmittelbar neben der Hauptstraße unser letztes Abendessen vor der Rückreise zu uns nehmen.
Nach Ankunft im Hotel Summit Parkview entschließen wir uns spontan zu einem Spaziergang zur Shwedagon Pagode, um diese im beleuchteten Zustand zu fotografieren. zu unserer Überraschung können wir den überdachten Aufgang den Hügel hinaufsteigen, ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Diesen ersparen wir uns dann, da wir bis zum Schließen der Anlage um 22 Uhr nur mehr eine Stunde Zeit gehabt hätten. Ohnehin haben wir am ersten Tag unserer Reise das religiöse Wahrzeichen Myanmars ausgiebig besichtigt.
Um 21:30 Uhr kehren wir dann für die letzte Übernachtung in Burma zurück zum Hotel.

 

13. Rundreisetag, Samstag 14.3.2015


Das letzte Frühstück auf burmesischen Boden an unserem Abreisetag im Hotel Summit Parkview genießen wir in vollen Zügen, ehe wir uns noch einmal in die Menschenmenge wagen. Auf das Shoppingvergnügen im Scott Market verzichten wir allerdings und spazieren stattdessen durch den People's Park gegenüber unserem Hotel. Yangon gilt als eine der grünsten Großstädte Südostasiens. Wir durchqueren den Park, um noch ein letztes Mal die Shwedagon Pagode zu besuchen. Beeindruckend thront sie vor uns auf dem Hügel. Da heute Samstag ist können wir einige Novizen-Zeremonien mit dazugehörigem Gefolge beobachten. Ein würdiger Abschluss einer ganz speziellen Reise.
Zu Mittag fahren wir mit dem Bus zum Flughafen, wo die Rückreise-Odyssee von drei Flügen sowie eben so vielen Zeitumstellungen beginnen kann. Lediglich 70 Minuten dauert der erste Transfer mit Bangkok Airways nach Bangkok, gefolgt von einem vierstündigen Aufenthalt am durchaus großzügig angelegten Flughafen der thailändischen Hauptstadt. Um 21 Uhr geht's endlich weiter. Nach dem einstündigen Check-In in den Airbus 380 der Qatar Airways begibt sich der Doppeldecker unter den Flugzeugen auf seinen siebenstündigen Flug nach Doha, wo ein weiterer dreistündiger Aufenthalt auf uns wartet. Nun besteigen wir das Konkurrenzmodell von Boeing, den "Dreamliner", der uns nach fünf weiteren Flugstunden wohlbehalten am Sonntag Morgen um 6:15 Uhr am Flughafen Wien/Schwechat abliefert. So erreichen wir nach über 20 Stunden beinahe schlafloser Rückreise unsere Heimat. Die letzten Kilometer mit dem Auto nach Wiener Neustadt scheinen trotz Müdigkeit nur mehr Routine.

 

RESÜMEE ZUR REISE


Nach 13 Rundreisetagen zu den wichtigsten Plätzen von Myanmar können wir aus touristischer Sicht nur Positives über das südostasiatische Land berichten. Hervorzuheben ist die fröhliche und gastfreundliche Art der Burmesen, mit der wir während unseres Aufenthalts täglich konfrontiert waren.
Mit Enrico Gabriel hatten wir einen absoluten Profi unter den Reiseleitern, der zusätzlich eine besondere, langjährige Bindung zu Myanmar hegt und das Land vielfach im Laufe der letzten 25 Jahre bereist hat. Hinzu kam unsere liebgewonnene einheimische Reiseleiterin Mimi, die mit ihrer Erfahrung und dem Insiderwissen weitere kostbare Informationen geben konnte und zudem den reibungslosen Ablauf gewährleistete.
Die kleine 10-köpfige Reisegruppe harmonierte ausgezeichnet, der österreichische Schmäh durfte dabei nicht fehlen.
Ein interessanter Faktor waren die verschiedenen Reisebusse zwischen den jeweiligen Inlandsflügen, die allesamt nicht zur neuesten Bauart zählten, - schließlich waren es ausrangierte chinesische Fahrzeuge - jedoch durch ihre Individualität und teilweise Geräumigkeit beeindruckten.
Für die Highlights in Myanmar sorgen vorallem die buddhistischen Denkmäler, nicht umsonst wird Burma - wie die ursprüngliche Bezeichnung lautete - auch als "Land der goldenen Pagoden" bezeichnet. Hervorzuheben hierbei die Bekanntesten wie die Shwedagon Pagode in Yangon, der Goldene Felsen, Bagan mit seinem riesigen Areal mit tausenden Tempeln und Pagoden, Mandalays Vielfalt an Klöster und Pagoden sowie der Höhlenkomplex von Pindaya. Aber auch weniger bekannte Städte und Plätze versetzten uns ins Staunen, wie die monumentalen Buddhafiguren sowohl in Bago als auch Bodhi Tataung, die fantastischen Höhlen von Phowin Taung oder die U Bein Brücke in Amarapura.
Unser persönliches Highlight sollte allerdings erst am Ende der Reise folgen und nicht kultureller sondern landschaftlicher Art sein. Der Inle See - inmitten der Shan-Berge gelegen - beeindruckte uns mit seiner Individualität, wie den schwimmenden Gärten, den Einbeinruderern und den vielen Dörfern auf Pfählen. Trotz der auch hier vorhandenen Touristen stellten die beiden Tage einen erholsamen und beruhigenden Abschluss der Rundreise dar.
Natürlich erfuhren wir während unseres Aufenthalts auch einiges über die wenig ruhmreiche politische Vergangenheit seit den 60er-Jahren, als die Militärdiktatur bis ins Jahr 2010 den Ton auf brutale und grausame Weise vorgab. Nun ist das Land laut Verfassung eine parlamentarische Demokratie, allerdings nach wie vor mit äußerst starkem Militäreinfluss. So werden alle führenden politischen Ämter von ehemaligen Generälen oder deren Familienangehörigen eingenommen, und keine Verfassungsänderung kann ohne Einwilligung des Militärs durchgeführt werden. Dennoch hat sich das Land seit der Präsidentschaft von Thein Sein im Jahr 2011 stark verändert und der westlichen Gesellschaft geöffnet und angepasst. Bleibt nur zu hoffen, dass die Ausbeutung des Billigstlohnlandes durch die westlichen Konzerne nicht schon bald Einzug hält. Ein Vorbote dafür war der kürzliche Besuch des amerikanischen Präsidenten Obama mit einer riesigen Wirtschaftsdellegation. Momentan herrscht zudem große Zukunftsangst, stehen doch im Herbst 2015 Wahlen an, bei denen der amtierende Regierungschef Thein Sein nicht mehr antritt. Sorge und Ungewissheit dominieren diesbezüglich unter der Bevölkerung. So können wir nur hoffen, dass die politische Situation in Myanmar zumindest stabil bleibt und mit einer neuen Regierung nicht wieder ein Rückschritt in die letzten 50 Jahre passiert, in denen das Volk immens zu leiden hatte.
Traurig mussten wir uns am Ende dieser "Traumreise" von Mimi verabschieden, bei der wir uns auf diesem Weg nochmals bedanken möchten, und für ihre Zukunft ein friedliches und freies Myanmar wünschen.
Alle Reisebegeisterten können wir zu einer ausführlichen Besichtigung dieses beeindruckenden Landes nur ermuntern. Es lohnt sich allemal! Zwar hat auch hier seit einigen Jahren der Massentourismus Einkehr gehalten, doch noch lässt sich das ursprüngliche Burma erkennen.

thwa: bi Myanmar! - Auf Wiedersehen Myanmar!

 


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