Sri Lanka (9.3. - 24.3.2013)

 

 

Sri Lanka 2013
Frankreich Landkarten auf stepmap.de
StepMap Sri Lanka 2013


 

 

Reiseroute

  • 9.3.13: Anreise von Wien via Dubai nach Colombo
  • 10.3.13: Ankunft in Colombo - Stadtrundfahrt
  • 11.3.13: Ahungalla (One World Foundation) - Galle - Kahandamodara
  • 12.3.13: Mulkirigala (Höhlentempel) - Yala-Nationalpark - Kataragama
  • 13.3.13: Kataragama
  • 14.3.13: Buduruvagala (Felsbildwerke) - Ravana-Ella-Wasserfälle - Dowa Tempel - Bandarawela
  • 15.3.13: Wanderung Horton Plains - Nuwara Eliya
  • 16.3.13: Mackwoods Teefabrik - Peradeniya (Botanischer Garten) - Kandy
  • 17.3.13: Kandy - Folklore Abend
  • 18.3.13: Pinnawela (Elefantenwaisenhaus) - Gadaladeniya Tempel - Lankatilaka Tempel - Bootsfahrt am Mahaweli Fluss
  • 19.3.13: Matale (Hindu Tempel) - Aluvihara (Felsentempel) - Gewürzgarten "Ranweli Spice Garden" - Nalanda Tempel - Dambulla (Höhlentempel) - Habarana
  • 20.3.13: Anuradhapura - Aukana (Buddha-Statue) - Habarana
  • 21.3.13: Polonnaruwa - Medirigiriya (Watadage) - Habarana
  • 22.3.13: Sigiriya (Felsenfestung) - Hurulu Eco-Park - Habarana
  • 23.3.13: Kurunegala - Colombo
  • 24.3.13: Rückflug von Colombo via Dubai nach Wien

 

 

Fotogalerien

Mit einem Klick zur jeweiligen Bildergalerie!

 

COLOMBO
COLOMBO
NUWARA ELIYA
NUWARA ELIYA
ANURADHAPURA
ANURADHAPURA
GALLE
GALLE
PERADENIYA
PERADENIYA
POLONNARUWA
POLONNARUWA
YALA-NATIONALPARK
YALA-NATIONALPARK
KANDY
KANDY
SIGIRIYA
SIGIRIYA
KATARAGAMA
KATARAGAMA
PINNAWELA
PINNAWELA
HEILIGTÜMER
HEILIGTÜMER
HORTON PLAINS
HORTON PLAINS
DAMBULLA
DAMBULLA
LAND & LEUTE
LAND & LEUTE

 

Studienreise auf Sri Lanka

 

URLAUBSPLANUNG


Nach unserer Traumreise im März 2012 durch den Nordwesten Indiens, sollte im Frühling 2013 eine weitere Reise auf den asiatischen Kontinent folgen. In die engere Wahl kamen der Süden Indiens, Burma (Myanmar) sowie Sri Lanka.
Doch einige Hürden in den Monaten und Wochen davor, ließen eine Reise zu diesem Zeitpunkt lange in Schwebe.
Ein Arbeitskollege von mir (Manfred) hatte schon ein Jahr zuvor seine Hochzeitsreise in den Februar verlegt, meiner Frau drohte hingegen eine Urlaubssperre von Ende März bis Mitte Mai. So schrenkte sich unser Reisezeitraum auf drei Wochen im März ein - nicht gerade viel, um eine passende, geführte Rundreise zu finden.
Dementsprechend lange benötigten wir, um uns für ein Reiseziel sowie einen Reiseveranstalter zu entscheiden. Da kam die Ferienmesse in Wien Mitte Jänner gerade gelegen, um als Entscheidungshilfe zu dienen.
Wir klapperten die in Frage kommenden Reiseanbieter ab, erkundigten uns über Verfügbarkeit der Reisen, und verhandelten über den einen oder anderen Prozent Rabatt. Am Ende des anstrengenden Tages war unsere Entscheidung gefallen - es sollte die Insel Sri Lanka mit dem deutschen Rundreiseanbieter Studiosus werden.
Wir vertrauten uns Fr. Gallhofer von Airtour Travel Service an, welche Studiosus-Reisen in Österreich vertritt. Dabei wurden uns alle Wünsche erfüllt, auch die Einreichung der Visa sowie die passenden Flüge von Wien aus.
So schien im Jänner einer einwandfreien Vorbereitung für die Reise nichts im Wege zu stehen. Doch dann, Anfang Februar, die überraschende Nachricht, dass das passende Spenderherz für die Schwiegermutter bereits nach vier Monaten Wartezeit vorhanden ist. Die gebuchte Reise trat dadurch wieder in den Hintergrund, das Bangen um den Gesundheitszustand der Schwiegermutter in den Vordergrund. Mussten wir nun die Reise stornieren? Anstrengende und bange Wochen lagen nun vor uns. Doch der Erholungszustand nach der Herztransplantation der Schwiegermutter verlief wesentlich unkomplizierter und rascher als ursprünglich angenommen, so dass die Reise wie geplant stattfinden konnte.

 

Anreisetag, Samstag 9.3.2013


Am 9. März gegen 10 Uhr Vormittags startete schließlich das Abenteuer Sri Lanka mit der im Reisepreis inkludierten, eineinhalbstündigen Bahnfahrt von Wr. Neustadt über Wien zum Flughafen nach Schwechat. Danach blieb uns noch ausreichend Zeit für einen kleinen Snack am Flughafen, da wir bereits tags zuvor den Web-Check-In für die Flugtickets nutzten. Es war die erste Flugreise mit Emirates und der erste Flug überhaupt mit einer Boing 777.
Ein langer und strapaziöser Anreisetag lag nun vor uns. Mit etwas Verspätung, gegen 15 Uhr, hob die vollbesetzte Maschine von Schwechat in Richtung Dubai, unserer Zwischenstation ab. Etwa fünfeinviertel Stunden sollten wir nun in der Luft sein, ehe wir nach 23 Uhr Ortszeit im nächtlichen Dubai landeten. Mit dem erstklassigen Unterhaltungsangebot von Emirates verging der Flug erstaunlich rasch. Der Zwischenstopp dauerte 4 Stunden, in denen wir zuerst den riesigen Flughafen erkundeten, um sich danach in angenehmen Liegesesseln zu entspannen. Um 3 Uhr nachts ging es schließlich weiter Richtung Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, unserem Zielflughafen. Der Anreisemarathon endete um 8:30 Uhr Ortszeit am Flughafen Bandaranaike in Katunayake, eine Busstunde außerhalb der Hauptstadt. Hier lernten wir unseren einheimischen Reiseleiter Dimetrius Silva kennen, der uns die folgenden zwei Wochen auf ausgezeichnete Art und Weise mit unzähligen Informationen über seine Heimat versorgen sollte. Gegen 10 Uhr - 19,5 Stunden nach unserer Abreise aus Wr. Neustadt - konnten wir die Zimmer in unserem komfortablen Hotel Galadari unterhalb des World Trade Centers am Galle Face in Colombo beziehen, um uns die folgenden vier Stunden von der strapaziösen Anreise zu erholen.

 

1. Rundreisetag, Sonntag 10.3.2013


Ein wenig orientierungslos und erschöpft von der Zeitumstellung (-4,5 zu MEZ), startete um 14 Uhr das Besichtigungsprogramm durch Colombo, die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt Sri Lankas. Hektisch und laut, wie sie sich heute dem Besucher darstellt, ist sie eine Zusammenfügung verschiedener, ursprünglich selbstständiger Stadtteile, von denen jeder seinen eigenen Charakter und Stil besitzt.
Einem kurzen Spaziergang im Marktviertel Pettah folgte ein Stopp bei der Independence Memorial Hall sowie der erste Besuch eines buddhistischen Tempels, dem Gangaramaya Tempel. In der Nähe unseres Hotels im ehemaligen Dutch Hospital, dem nunmehrigen Lokal "The Brewery", endete mit der Vorstellung der Reisegruppe bei einem Glas "Lion"-Bier die Hauptstadtrunde. Dabei stellte sich heraus, dass die 22-köpfige Reisegruppe aus zwei Österreichern (wir), vier Schweizern und 16 Deutschen besteht. Eine lustige Mischung, bei der wir wieder einmal die jüngsten Teilnehmer waren.
Schon im ersten Hotel Galadari konnte man erkennen, dass die Hotelzimmer in Sri Lanka sehr geräumig sind. Zudem verdeutlichte das abendliche Buffet, dass jegliche Sorge um das leibliche Wohl für die kommenden 14 Tage schon nach wenigen Stunden ausgeräumt war. Wie sich schließlich bis zum Ende der Reise bestätigte, ist die Verköstigung auf der Insel ausgezeichnet, der Umfang und die Qualität der Buffets in den meisten Hotels gewaltig.

 

2. Rundreisetag, Montag 11.3.2013


Gegen 7:30 Uhr begann schließlich das Abenteuer Sri Lanka mit der 2,5-stündigen Busfahrt auf der Küstenstraße gegen Süden Richtung Ahungalla.
Entlang der Küste kann man vielerorts noch die Auswirkungen des Tsunamis vom 26. Dezember 2004 erkennen. Leerstehende Häuserruinen zeugen von der verheerenden Gewalt der Wassermassen, die in Sekundenbruchteilen über die Küstenregion hereingebrochen sind. Viele Menschen, die jene Katastrophe überlebten, entschieden sich danach zu einem Neubeginn im Landesinneren, um so weiteren Tsunamis zu entgehen. Auch unser Reiseleiter, der die Opferzahl von damals auf 45 000 schätzt (genaue Zahlen sind bis heute reine Spekulation), war bei den unmittelbaren Hilfsmaßnahmen beteiligt und konnte uns so aus erster Hand von dramatischen Schicksalen berichten.
Im Küstenort Ahungalla besuchten wir eine Schule, die durch die One World Foundation mit Unterstützung von Studiosus, nach dem Tsunami aufgebaut wurde. Ein besonderes Erlebnis, die einheimischen Kinder vom Kindergartenalter bis zum Schulabschluss in Ihrer natürlichen Umgebung zu sehen und eine Führung durch das Areal mit Erklärung zu den Schulprojekten zu erleben.
Nach einer Stunde Aufenthalt und einer weiteren Stunde Busfahrt erreichten wir schließlich Galle. Bei einem Stadtrundgang im alten Stadtviertel Fort glaubt man sich in eine Stadt des 17. Jhdt's zurückversetzt - so gut sind hier teilweise die Bauten aus der holländischen Besatzung Sri Lankas erhalten. Ohne einen Schuss Pulver übernahmen die Briten 1798 die Stadt, das mag vielleicht der wichtigste Grund für den guten Zustand sein. Heute gehört Galle zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Nach dem Mittagessen in Galle machten wir uns auf die letzte Bus-Etappe des Tages von 2,5 Stunden zu unserem Strandhotel Ranna 212 nach Tangalle im Süden der Insel. Hier nutzte ich die letzten Sonnenstrahlen des Tages und den traumhaften Hotelstrand, um die einzige Gelegenheit während der zweiwöchigen Rundreise zu nutzen, um ein ausgiebiges Bad im Indischen Ozean bei relativ hohem Wellengang zu genießen.

 

3. Rundreisetag, Dienstag 12.3.2013


Um 8 Uhr morgens fuhren wir vom Hotel aus nach Mulkirigala. Hier erhebt sich ein 91 m hoher, schwarzer Felsen, der mehrere Höhlen verbirgt, die als Mönchswohnungen genutzt wurden. Nach einem kurzen Aufstieg besichtigten wir den Höhlentempel mit zahlreichen Buddha-Figuren, darunter die Plastik eines 10,5 m langen liegenden Buddhas.
Nach eineinviertelstündiger Besichtigung sowie einem Mittagessen in Tissamaharama folgte einer der Reisehöhepunkte - der Besuch des Yala-Nationalparks. Um 14 Uhr startete wir mit Jeeps für je 6 Personen die vierstündige Expedition in den 1900 gegründeten Nationalpark, der eine Fläche von ca. 1300 km⊃2; umfasst. Und es sollte auch nicht lange dauern, ehe wir den ersten Elefanten unserer Reise erspähten. Es folgten Büffel, Hirsche, Krokodile, Pfaue und noch jede Menge weiterer Tiere. Doch eines schien uns verwehrt zu bleiben - der scheue und relativ seltene Leopard. Doch als wir uns bereits auf dem Rückweg befanden, entdeckte unser Guide in einer Entfernung von ca. 50 m auf einem Felsen den lang ersehnten Leoparden. Wie auf dem Präsentierteller, als ideales Fotomotiv, beobachtete er die inzwischen angestiegene Menge an Geländefahrzeugen mit Touristen. Der Höhepunkt des Ausflugs am Ende eines anstrengenden, aber sehr schönen Tages! Um 19 Uhr erreichten wir unser schönes Hotel Mandara Rosen in Kataragama.

 

4. Rundreisetag, Mittwoch 13.3.2013


Der Mittwoch stand ganz im Zeichen des Wallfahrtsort Kataragama. Wir starteten um 9 Uhr vom Hotel aus mit dem Bus, um uns wenige Minuten später im Zentrum des Ortes zu Fuß auf die Suche nach einer der heiligsten Stätten des Landes zu begeben. Auf unserer zweistündigen, schweißtreibenden Besichtigungstour besuchten wir zuerst die Kiri Vihara (Milch-Dagoba), eine große, bläulich-weiße Dagoba aus dem 3. Jhdt. v. Chr., die Anfang der 1980er-Jahre renoviert wurde. Es folgte der Besuch des heiligsten Tempels von Kataragama, des Maha Devale. Hier, bei diesem weißen, quadratischen und beinahe unscheinbaren Bau durften wir unter der schwülen Mittagshitze einer buddhistischen Tempelzeremonie - einer Puja - beiwohnen. Erstmals konnte man die ausgeprägte, fast enthusiastische Religiosität der Inselbewohner erkennen.
Nach dreistündigem Hotelaufenthalt mit Abkühlung im Pool, ging es am Nachmittag zu einer zweistündigen Tuk-Tuk-Fahrt in die Nachbardörfer mit Besuch eines Dorf-Heiligtums. Dabei konnten wir einen schönen Einblick in das relativ einfache und ärmliche Landleben auf Sri Lanka gewinnen.

 

5. Rundreisetag, Donnerstag 14.3.2013


Gegen 9 Uhr morgens verließen wir unser Hotel in Kataragama, um uns auf den Weg nach Buduruvagala zu begeben.
Während der fast zweistündigen Fahrtstrecke durften wir eine beispielhafte Szenerie für Sri Lanka miterleben: Schon aus der Entfernung konnten wir Mitten auf der Straße einen einzelnen Elefanten vom Bus aus erspähen, der die Fahrbahn blockierte und bei einem Auto bettelte. Wir näherten uns vorsichtig mit dem riesigen Bus dem ebenso beeindruckenden Giganten der Tierwelt, der seitlich an das Fahrzeug herantrat und durch das geöffnete Fenster vom Chauffeur eine Banane entgegennahm.
Gegen 11 Uhr erreichten wir Buduruvagala. Nach etwa 10 Gehminuten, mitten im Dschungel auf einer Lichtung, entdeckten wir schließlich eine Gruppe bedeutender Felsbildwerke, die vermutlich zwischen dem 8. und 9. Jhdt. entstanden. Mittelpunkt der aus dem Felsen gehauenen 7 Reliefstatuen ist ein 15 m hoher stehender Buddha. Nach der äußerst beeindruckenden Besichtigung ging es zu Fuß zum Mittagessen bei den buddhistischen Mönchen des kleinen Klosters. Einfach, aber sehr schmackhaft präsentierte sich das vegetarische Mittagsmahl.
Nach einem kurzen Halt bei den Ravana-Ella-Wasserfällen, erreichten wir um 14:30 Uhr unser Hotel Orient in Bandarawela.
Nachdem wir sehr kulturhungrig sind, nutzten wir das fakultative Angebot zur Besichtigung eines weiteren buddhistischen Tempels in der unmittelbaren Umgebung des auf 1250 m Seehöhe gelegenen Ortes. Nach kurzer Busfahrt erreichten wir auch schon den in den Fels gehauenen Dowa-Tempel. Besonders interessant ist die 8 m hohe, aus dem Felsen geschlagene Buddha-Figur, die nie vollendet wurde.
Den restlichen Tag bzw. Abend nutzten wir zur Erholung, da das Abenteuer des darauffolgenden Tages bereits früh Morgens begann.

 

6. Rundreisetag, Freitag 15.3.2013


Um Punkt 4 Uhr morgens riss uns das Läuten des Weckers aus dem Schlaf. Nach einer Tasse Belebungskaffee in der Hotellobby, mit einem dicken Lunch-Paket ausgestattet, begann um 5 Uhr die zweistündige, kurven- und temporeiche Anfahrt mit Kleinbussen in das traumhafte Hochland der Horton Plains auf ca. 2150 m Seehöhe. Da hier die letzten Reste des tropischen Bergnebelwaldes geschützt werden, zählt das höchste Hochland Sri Lankas als Nationalpark und wurde von der UNESCO 2010 zum Weltnaturerbe erhoben. Benannt wurde es nach Sir R. W. Horton, der von 1831 -1837 als britischer Gouverneur auf Sri Lanka amtierte.
Unsere fast vierstündige Wanderung in der herrlichen Natur führte uns unter anderem zu den Baker's Falls, einem wildromantischen Wasserfall. Mit zunehmender Tageszeit erhöhte sich auch die Temperatur und mit ihr die schweißtreibende Luftfeuchtigkeit. Es folgten die beiden Aussichtspunkte Big World's End und Little World's End, wobei wir bei Ersterem den Ausblick über die fast 1000 m steil abfallende Felswand verpassten, da sich zwischenzeitlich eine dichte Nebeldecke über und unter uns bewegte. Doch auch beim Little World's End konnte man die Steilheit des Abhanges erkennen, denn hier lichtete sich der Nebel langsam wieder. Erschöpft, aber um herrliche Natureindrücke reicher, erreichten wir gegen 11 Uhr unsere geländegängigen Fahrzeuge. Von der einstündigen Fahrt bis Nuwara Eliya können wir leider nur wenig berichten, da ein kleines Mittagsschläfchen nach der kräfteraubenden Wanderung anstand.
Hier, in der auf 1880 m Seehöhe höchsten Stadt Sri Lankas, ist auch heute noch die Handschrift der englischen Teeplantagenbesitzer zu erkennen. Wir bezogen gleich nach Ankunft Quartier im Grand Hotel, wo man sich sofort in die britische Kolonialzeit zurückversetzt fühlt. Wir nutzten die Freizeit am Nachmittag zum Besuch des Victoria Parks, wo vorallem die gigantischen, alten Baumriesen beeindrucken.
Nach einem Mittagssnack im hoteleigenen Coffee Shop, sollte ein Marktbesuch folgen, doch dieser fiel wegen heftigen Regens im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Besonders enttäuscht waren wir jedoch keineswegs, da wir ohnehin noch ein gewisses Schlafdefizit von der letzten Nacht aufzuholen hatten. Umso frischer konnten wir am Abend das exquisite und umfangreiche Abendbuffet genießen.

 

7. Rundreisetag, Samstag 16.3.2013


Der sonnige Samstag Morgen begann mit einem kurzen Spaziergang vom Grand Hotel zum berühmten Hill Club von Nuwara Eliya. Dieser 1876 vom englischen Plantagenbesitzer Waring gegründete Club ist ein weiteres Symbol für den britischen Lebensstil, der sich in dieser Gegend Sri Lankas gehalten hat. Die siebte Generation der Warings übergab 1972 die Plantagen und den Hill Club einem Nachfolger. Der stammte zwar aus Sri Lanka, aber er sorgte dafür, dass die typisch englische Atmosphäre bis heute erhalten blieb. Wir besuchten für eine Viertelstunde die Räumlichkeiten des im Tudorstil errichteten steinernen Gebäude.
Nach einer halbstündigen Talfahrt entlang wunderschön grüner Teeplantagen erreichten wir unser nächstes Ziel - die Mackwoods Labookellie Teefabrik. Es folgte eine mehr als einstündige hochinteressante Besichtigung mit anschließender Verkostung und Einkauf. Auch wir gingen nicht mit leeren Händen - das eine oder andere Päckchen mit hochwertigem Ceylon-Tee begleitete uns mit nach Europa.
Es folgte eine zweistündige Busfahrt durch wunderschöne Landschaften mit Zwischenstopp bei den Teeplantagen der "Rothschilds".
Gegen 13 Uhr gelangten wir nach Peradeniya, unserem nächsten Fixpunkt der Reise. Bevor wir uns im berühmten Botanischen Garten auf Naturforschung begaben, gönnten wir uns in der herrlichen Anlage ein gemütliches Mittagsmahl bei durchaus tropischen Temperaturen. Der 80 Hektar große Botanische Garten von Peradeniya ist einer der schönsten und umfassendsten in Süd- bzw. Südostasien. Die Geschichte der Anlage geht zurück bis ins Jahr 1371, als König Vikrama Bahu II. hier einen Palast erbauen ließ, den er mit Lustgärten umgab. Den Botanischen Garten heutiger Ausprägung richtete um 1821 der Engländer Alexander Moon ein, 1824 wurde die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach insgesamt drei Stunden Aufenthalt verließen wir wieder das Naturparadies, um in Kandy unser Hotel Cinnamon Citadel für die kommenden drei Nächte zu beziehen.

 

8. Rundreisetag, Sonntag 17.3.2013


Der Sonntag stand ganz im Zeichen von Kandy - der "schönsten Stadt im Land" und dem Herzen Sri Lankas - die eingebettet in eine liebliche, von Wäldern bedeckte Hügellandschaft, liegt. Kandy spielte als letzte singhalesische Hauptstadt und als Sitz des letzten singhalesischen Königs, Raja Sinha II., eine wesentliche Rolle in der Geschichte Sri Lankas. Bereits 1988 wurde die heilige Stadt Kandy ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Um 8 Uhr morgens fuhren wir mit dem Bus zu einem unserer Reisehighlights, dem buddhistischen Tempel Dalada Maligawa, auch "Zahntempel" genannt. Dieser hütet das wertvollste Heiligtum der Insel, einen Eckzahn Buddhas. Die Reliquie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umquartiert, zieht nun aber im Tempel von Kandy die Anhänger des Erleuchteten Buddhas in Bann. Alljährlich im Juli/August, bei der elftägigen Perahera von Kandy, wird sie auf einem prächtig geschmückten Elefanten durch die Stadt getragen.
Wir taten gut daran, so früh den Tempel erreicht zu haben. Denn schon bald strömten von überall Menschen mit Lotusblumen auf Tellern heran, um der um 10 Uhr beginnenden buddhistischen Tempelzeremonie - dem Puja - beizuwohnen. Auch wir mischten uns nach der Besichtigung des Heiligtums unter die religiöse Bevölkerung, um die besondere Atmosphäre in uns aufnehmen zu können. Trotz des gewaltigen kulturellen und religiösen Unterschieds fühlten wir uns in der Menschenmenge nicht fremd, und wurden von den Einheimischen auch nicht so behandelt. So genossen wir die mehr als zwei Stunden Aufenthalt in einer ganz besonderen religiösen Stätte auf dem asiatischen Kontinent.
Nach dem Besuch einer Edelstein-Fabrik und dem Mittagessen im etwas heruntergekommenen Queen's Hotel, folgte ein etwa einstündiger Stadtbummel durch die geschäftigen Gassen der Stadt, wo wir dem typischen Sri Lanka wieder näher kamen.
Eineinhalb Stunden Pause im Hotel mussten nach dem turbulenten Treiben am Vormittag ausreichen, um den Folkloreabend in der Stadt nicht zu verpassen. Allerdings wäre uns auch nicht viel entgangen, wenn wir der Tanzvorführung in der sehr desolaten, unangemessenen Veranstaltungshalle ferngeblieben wären.
So endete ein sehr intensiver Reisetag wieder einmal beim exzellenten Abendbuffet des supermodernen Hotels Cinnamon Citadel.

 

9. Rundreisetag, Montag 18.3.2013


Auch der Beginn der zweiten Reisewoche hatte wieder einiges zu bieten.
Der Montag Morgen begann nach eineinhalbstündiger Busfahrt mit einem "Knaller" - dem in aller Welt bekannten Elefantenwaisenhaus von Pinnawela, eine von der Regierung finanzierte und weltweit einzigartige Einrichtung. Hier leben etwa 75 Elefanten jeden Alters, die aus welchen Gründen auch immer den besonderen Schutz der Menschen genießen.
Hier angekommen, wanderten wir eine schmale, sehr touristisch angehauchte Straße mit zahlreichen Verkaufsläden zum nahegelegenen Flussufer des Maha Oya, wo unter den Augen der zahlreichen Touristen gegen 10 Uhr die Elefantenherde zum täglichen Bad geleitet wird. Ein Spektakel - ob touristisch inszeniert oder nicht sei dahingestellt - das man sich als Sri Lanka-Reisender und Tierliebhaber keinesfalls entgehen lassen sollte. Eine volle Stunde beobachteten und fotografierten wir die unzähligen Giganten aus nächster Nähe, wobei auch jede Menge Jungtiere zu sehen waren. Wäre nicht ein Treffpunkt zu einer bestimmten Zeit vereinbart gewesen, hätte man uns nicht so schnell von den Tieren losgerissen.
Danach blieben uns 50 Minuten, um uns von der üblichen Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit im klimatisierten Bus zu erholen. Dann hieß es wieder raus aus dem Bus, und ab zum nächsten Kulturtermin.
Wie sollte es auch anders sein, folgte sogleich ein buddhistischer Gebäudekomplex - das Kloster von Gadaladeniya. Es wurde bereits 1344 auf einem Felsrücken erbaut, wobei sich hier burmesischer Einfluss durchzusetzen scheint.
Nach der halbstündigen, unspektakulären Besichtigung ging es für uns mit einem Kleinbus weiter zum Lankatilaka Tempel, welcher fakultativ auf dem Programm stand. Aber da man ja meist nur einmal in eine Region kommt, sollte man das angebotene Kulturprogramm auch voll ausschöpfen. Und es sollte sich als durchaus gute Entscheidung herausstellen.
Der mit einem großen Reisebus nicht erreichbare Tempel wurde im 14. Jhdt. während der Gampola-Periode erbaut, und ist wegen seiner an die burmesische Architektur von Pagan erinnernden Bauweise sowie seiner exponierten Lage auf einem gerundeten Felsen als eines der schönsten Beispiele für sri-lankische Baukunst bekannt. Diesen Tempel hatten wir bei der 50-minütigen Besichtigung für uns völlig alleine, da der Tourismus hier abseits der Hauptverkehrsrouten kaum existiert. Schade! Denn dieses kleine aber feine architektonische Prunkstück würde sich mehr Interesse verdienen.
Nach unserer kurzen Mittagspause mit Speis und Trank im hoteleigenen Lokal nutzten wir noch den verbleibenden Nachmittag zu einer fakultativen Bootsfahrt am Mahaweli Ganga, die direkt am Bootseinstieg beim Hotel startete und uns bis nach Kandy und zurück führte. Leider stellte sich der einstündige Bootsausflug als wenig spektakulär und ziemlich langweilig heraus. So endete der letzte Abend im Hotel Cinnamon Citadel wie üblich mit einem umfangreichen Buffet.

 

10. Rundreisetag, Dienstag 19.3.2013


Um 8:30 Uhr verließen wir mit etwas Wehmut das schönste Hotel der Reise in Kandy, um nach 50-minütiger Busfahrt einen außerplanmäßigen Stop beim Hindu Tempel Sri Muthumariamman Thevasthaman in Matale einzulegen. Dieser besticht durch seinen überreichen, farbenprächtigen Figurenschmuck, und ist so ein krasses Gegenstück zu den oft sehr schlichten buddhistischen Tempeln.
Eine Viertelstunde außerhalb Matales durften wir schon die nächste Besichtigung in Angriff nehmen. Der in einer zerklüfteten Felsenlandschaft liegende Aluvihara Felsentempel ist eine der bedeutendsten Stätten des Buddhismus auf Sri Lanka. Das von Wattagamini Abhaya im 1. Jhdt. v. Chr. gegründete Kloster erlangte seine große Bedeutung im Jahr 80 v. Chr., als sich hier etwa 500 buddhistische Mönche aus aller Welt trafen, um die bis zu diesem Zeitpunkt nur mündlich überlieferten Lehren Buddhas schriftlich auf Palmblättern niederzuschreiben. So entstand der "Tipitaka" genannte Schriftenzyklus, der in der Pali-Schrift, der heiligen Sprache des Buddhismus, abgefasst war. Eine Dreiviertelstunde beötigten wir um die in den Fels geschlagenen Höhlengewölbe mit ihren Malereien und Statuen sowie die weiter oben angesiedelte Dagoba zu erklimmen und wieder zurück zum Bus zu kommen.
Wohl verdient, nach dieser schweißtreibenden Besteigung, besuchten wir eine halbe Stunde später den Ranweli Spice Garden, wo wir nach einer kurzen Führung im Gewürzgarten und anschließender Kochvorführung mit Curry-Gericht, wie die einheimischen Reisbauern gleich neben den Reisfeldern ein exzelentes vegetarisches Mittagsmahl zu uns nahmen.
Es folgte ein 20-minütiger Besuch des gleich in unmittelbarer Nähe gelegenen Nalanda Tempels, der zu den frühesten ganz in Stein erbauten Gebäuden Sri Lankas zählt und in das 8. bis 9. Jhdt. datiert wird.
Am Nachmittag folgte schließlich der Höhepunkt des Tages und eine der Hauptattraktionen des Landes - die Höhlentempel des Klosters von Dambulla - die seit 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.
Vom Fuß des Dambulla-Felsens, wo ein überdimensionaler goldener Buddha thront, wagten wir uns über einen einfachen Felsweg und etwa 250 in den Fels geschlagene Stufen an den Aufstieg auf den schwarzen Granitfelsen Dambula-gala. Von der oberen Plattform bietet sich ein schöner Blick über die von Stauseen durchsetzte Dschungellandschaft und in der Ferne konnten wir erstmals unscharf den imposanten Felsen von Sigiriya ausmachen.
Die Höhleneingänge der fünf aneinendergereihten Höhlen liegen unter der vorkragenden Felswand und sind durch offene, durchgehende Vorbauten markiert. Die ersten drei Höhlen sind die ältesten und stammen zum Teil aus dem ersten Jahrhundert v. Chr., die beiden anderen wurden erst im 18. Jhdt. angelegt.
Die erste, sehr kleine und beengende Höhle Devaraja-lena (Götterhöhle) birgt die 14 m lange, aus dem Felsen gehauene Figur eines liegenden Buddha, der kurz vor dem Übergang ins Nirvana ist. Die teils restaurierten Wand- und Deckengemälde stammen aus dem 1. Jhdt. v. Chr.
Der 60 m lange, 30 m breite und bis zu 15 m hohe zweite Höhlentempel Maharaja-lena (Höhle der großen Könige) ist nicht nur der größte, sondern auch der schönste und mit den kostbarsten Heiligtümern ausgestattet. Hier befinden sich insgesamt 150 Gottes-Statuen in Lebensgröße.
Die dritte Höhle Maha Alut Viharaya (Großer neuer Tempel) birgt ebenfalls zahlreiche Buddha-Statuen, die zum größten Teil aus dem 18. Jhdt. stammen. Auch hier sind die Wände überreich mit Malereien geschmückt.
Nachdem wir auch noch die vierte und fünfte Höhle, die kleiner und weniger interessant sind, besichtigt hatten, mussten wir erstmals die Fülle der Eindrücke auf uns wirken lassen, ehe wir wieder den Felsen hinunter zum Bus wanderten. Dambulla ist sowohl von der Lage am Felsen als auch der Pracht seiner Statuen sowie Decken- und Wandmalereien ein absolutes Highlight unserer bisherigen Reisen gewesen.
Ein langer und kulturell sehr ausgiebiger Reisetag endete mit dem Bezug des Quartiers im Hotel Chaaya Village in Habarana, wo wir die letzten vier Nächte unserer Reise verbringen sollten.

 

11. Rundreisetag, Mittwoch 20.3.2013


Nachdem am Mittwoch Morgen eine etwas weitere Busfahrt vor uns lag, startete unsere Tagestour bereits um 8 Uhr. Eindreiviertelstunden später erreichten wir unser Hauptziel an diesem Tag sowie eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Sri Lanka - die ehemalige errste Königsstadt Anuradhapura.
Heute eine eindrucksvolle Ruinenstadt, war Anuradhapura insgesamt 119 Königen in 13 Jahrhunderten Residenzstadt und eine der bedeutendsten Hauptstädte des singhalesischen Reichs. Hier und in Mihintale entstanden die ersten Heiligtümer des Buddhismus. Als die Stadt 993 von den aus Südindien einfallenden Chola-Herrschern erobert wurde und von Polonnaruwa als Hauptstadt abgelöst wurde, versank diese im Dämmerschlaf und wurde im Laufe der Jahrhunderte vom Dschungel überwachsen.
Erst 1820 entdeckte der Archäologe H.P. Bell die Stadt, ehe es bis 1890 dauerte bis die Ausgrabungsarbeiten begannen.
Im Jahr 1982 erklärte die UNESCO das Ruinenfeld von Anuradhapura zum Weltkulturerbe, was für die längst noch nicht beendeten Ausgrabungsarbeiten immens hilfreich ist.
Erster Stop mit Besichtigung war beim Felsenkloster Isurumuniya, das wegen seiner einzigartigen Reliefs und der malerischen Lage am Tissa Wewa bemerkenswert ist.
Ein kurzer Transfer brachte uns anschließend zum Sri Maha Bodhi, der Historie zufolge, der älteste Baum der Welt. Er soll aus einem Zweig gewachsen sein, der von jenem indischen Bodhi-Baum geschnitten wurde, unter dem Siddharta Gautama das Stadium der Erleuchtung erlangte. Der Baum, der heute wegen seiner Größe gestützt werden muss, ist täglich das Ziel zahlloser Pilger aus der ganzen buddhistischen Welt.
Es folgte ein kurzer Spaziergang bei inzwischen gewohnt hohen Temperaturen gemischt mit beeindruckender Luftfeuchtigkeit - "Hurra! Wir schwitzen noch!" So gelangten wir zur gewaltigen Ruwanweli-Dagoba, die an der Basis einen Durchmesser von 91 m misst und bis zu ihrer goldenen Spitze - die ein Geschenk aus Burma gewesen sein soll - 90 m emporragt. Die Dagoba ist das erste der monumentalen Bauwerke dieser Art auf Sri Lanka. Hier konnten wir die hiesigen Maler und Anstreicher bei ihrer Tätigkeit in schwindelerregender Höhe mit primitivsten Hilfsmittel beobachten.
Nach diesem imposanten religiösen Bauwerk erfolgte ein kurzer Bustransfer in den äußersten Norden der Ruinenstadt zum sogenannten Queen's Pavillon, der Ende des 3. Jhdt's erbaut wurde und bekannt für den schönsten Mondstein auf Sri Lanka ist.
Unser letzter Besichtigungspunkt in Anuradhapura war die Jetavanarama-Dagoba, die mit einer Höhe von 122 m einst das höchste Bauwerk dieser Art in Anuradhapura war. Heute ist sie nur noch etwa 75 m hoch und war lange von dichtem Buschwerk überzogen.
Nach der Mittagspause im britischen Kolonialstil gehaltenen Tissawewa Rest House, und insgesamt dreieinhalbstündigem Aufenthalt im beeindruckenden Ruinenfeld der ehemaligen Königsstadt von Anuradhapura, konnten wir die eineinviertelstündige Busfahrt zum nächsten kulturellen Höhepunkt gut gebrauchen. Nicht wenige nutzten den klimatisierten Bus zu einem kleinen Mittagsnickerchen.
Nach wenigen Gehminuten erhebt sich mitten im Gebirgsdschungel bei Aukana die Monumentalstatue eines 14 m hohen Buddhas, die als Meisterleistung singhalesischer Steinmetzkunst gilt. Sie wurde aus einem Felsen herausgeschlagen und ist eines der bedeutendsten buddhistischen Heiligtümer Sri Lankas. Ein absolutes künstlerisches Highlight der Insel!
Vorbei am Kalawewa-Stausee erreichten wir gegen 17:45 Uhr unser Hotel in Habarana.

 

12. Rundreisetag, Donnerstag 21.3.2013


Auch die heutige Abfahrtszeit um 7:30 Uhr von unserem Hotel in Habarana war nichts für Langschläfer und Morgenmuffel. Aber Kultur-Touristen - wie wir es nun Mal sind - kennen keine Müdigkeit, nur Tatendrang. Und so blieben uns immerhin Eineinviertelstunden, ehe wir unser heutiges Hauptbesichtigungsziel - die zweite glanzvolle Hauptstadt des singhalesischen Reichs - Polonnaruwa erreichten.
Als die Cholas im Jahr 993 diese Stadt wieder einmal überfallen, geplündert und sich im Kern des singhalesischen Reichs festgesetzt hatten, bestimmten sie Polonnaruwa zu ihrer Hauptstadt. Bis 1073 beherrschten sie von hier aus Sri Lanka, das zu einer Provinz ihres mächtigen Reichs in Südindien degradiert worden war. Erst König Vijaya Bahu I., einem Fürsten des im südlichen Inselteil etablierten Königreichs Ruhuna, gelang es, Anuradhapura zurückzuerobern und die Chola von der Insel zu vertreiben. Aber auch er behielt Polonnaruwa als Hauptstadt. Hier regierten bis 1235 verschiedene Könige. Parakrama Bahu III. war schließlich der letzte Regent in Polonnaruwa, ehe die folgenden Könige ihre Residenzen weiter südlich verlegten. Die Stadt geriet anschließend in Vergessenheit und wurde vom Dschungel überwachsen.
Erst 1890 wurde man seitens der Briten auf die Überreste einer prächtigen Stadt aufmerksam. Einige Jahre später begann man mit den Ausgrabungen, ehe 1935 erstmals die Ergebnisse besucht werden konnten. Seit etlichen Jahren beteiligt sich die UNESCO finanziell an der archäologischen Spurensuche, die noch längst nicht beendet ist. Gleichzeitig wurde das Ruinenareal von Polonnaruwa 1982 zum Weltkulturerbe erklärt.
Erster Halt war bei dem von den Engländern bezeichneten Quadrangle (Viereck), welcher ein in sich geschlossener Bezirk ist. Prächtig hierbei die Watadage, ein Rundtempel, der eines der elegantesten Gebäude von Polonnaruwa ist und das am Besten durchgestaltete dieser Art auf Sri Lanka. Ebenso herausragend das sogenannte Gal Pota (Steinernes Buch). Es ist ein 8 m langer, 1,25 m breiter und 60 cm hoher Monolith, der in 72 Zeilen von den Verdiensten König Nissanka Mallas berichtet. Der Besuch des ältesten Bauwerks in Polonnaruwa - das Thuparama - , welches bereits am Ende des 11. Jhdt's errichtet wurde, also wohl in der Zeit der Chola-Herrschaft, rundete die ausführliche Besichtigung des Quadrangle ab.
Der wohl klimatisierte Bus brachte uns in kürzester Zeit zum nördlichsten und zugleich bedeutendsten Besichtigungspunkt des Ruinenfeldes - dem Felsentempel Gal Vihara. Die vier monumentalen, aus dem Felsen herausgehauenen Buddha-Statuen, die heute unter freiem Himmel stehen, waren einst wohl in drei Statuenhäusern untergebracht, deren Mauerreste man noch sieht. Sie sind Meisterwerke singhalesischer Steinmetzkunst. Die größte Figur mit einer Länge von 14,1 m ist der liegende Buddha. Wir nutzten die wenigen Minuten, um uns gemeinsam mit buddhistischen Mönchen auf dem gegenüberliegenden Felsen zu setzen, die prachtvollen Kunstwerke zu genießen, und in absoluter Stille zu verweilen. Ein besonderer Moment auf unserer zweiwöchigen Rundreise!
Vorbei an einem mit blühenden Lotusblumen übersähten Teich spazierten wir zum Alahana Parivena (Krematoriumskloster) genannten Komplex, zu dem unter anderem die bemerkenswerte Ruine des Statuenhauses (Lankatilaka) sowie der Kiri Vihara (Milch Dagoba) gehören.
Es folgte gleich der nächste Höhepunkt unserer vormittäglichen Kulturtour - der Rankot Vihara, auch Ruvanveli Dagoba genannt. Diese ist mit einer Höhe von 55 m und einem Durchmesser von 56 m die größte vollendete Dagoba von Polonnaruwa.
Noch fehlte der Palastbezirk, den wir erneut nach einer kurzen Abkühlung im Bus in Angriff nahmen. Der Palast von König Parakrama Bahu I., ein massiver Ziegelbau, hatte einen quadratischen Grundriss von 46 m Seitenlänge. Etwas weiter südlich steht die Ratshalle, ein in seinen Einzelheiten schön durchgearbeitetes Gebäude mit sechseckigem Grundriss.
Nach dem kurzen Besuch des Archäologischen Museums, brachten uns Tuk Tuks außerhalb der Stadtmauern, entlang des künstlich angelegten Parakrama Samudra Sees, zu einer aus dem Fels gehauenen Statue, die möglicherweise König Parakrama Bahu I. darstellt.
Nach fast vierstündiger Besichtigung in Polonnaruwa neigte sich der kulturelle Vormittag dem Ende zu, das genüssliche Mittagsmahl konnte beginnen. Dafür brachte uns der Bus außerhalb der Stadt zu einer Familie, die sich mit einer einfachen Familiengastwirtschaft selbstständig gemacht haben. Herzlich und mit vielen einheimischen Köstlichkeiten - darunter die in Asien weitverbreitete und vielseitig verwendbare Jackfruit - wurden wir verköstigt. Die Stunde Pause im schattigen Garten tat sichtlich allen gut.
Eine weitere Stunde konnten wir im kühlen Bus dahindösen, ehe der kulturelle Nachmittag mit einer halbstündigen Kurzbesichtigung von Medirigiriya begann. Wir spazierten im Ruinenfeld der ehemaligen Klosteranlage bis zur Watadage (Rundtempel), der neben jener von Polonnaruwa das bedeutendste Beispiel dieses Tempeltyps auf Sri Lanka ist. Ihm gegenüber stehen noch die Fundamente, eine Anzahl viereckiger Steinpfeiler, jedoch ohne Kapitelle, sowie drei Kolossalstatuen stehender Buddhas. Ähnlich wie Anuradhapura verfiel auch die Tempelanlage von Medirigiriya im Laufe der Zeit. Erst 1934 wurden Archäologen aus Colombo auf die vom Dschungel überwucherte Anlage aufmerksam. Die Restaurierung begann aber erst 1941 und war 1955 fertig.
Gegen 17 Uhr erreichten wir ziemlich geschafft unser Hotel in Habarana, wo wir die Zeit bis zu unserem Abschiedsessen um 19:15 Uhr mit einem Nickerchen verbrachten. Hierfür wurde dann eigens für unsere Gruppe gegrillt, sowie ein langer, schön dekorierter Tisch mit Kerzenlicht neben dem Pool im Freien des Restaurants aufgebaut.

 

13. Rundreisetag, Freitag 22.3.2013


Unser letzter Besichtigungstag auf Sri Lanka war angebrochen. Zur frühen Morgenstund um 7:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum abschließenden Höhepunkt der Reise - dem Felsenfestung von Sigiriya - , um der tagsüber herrschenden Hitze und den Menschenmassen beim Aufstieg zu entgehen.
Schon aus der Entfernung konnte man den mächtigen Felsen aus Gneis erkennen, der sich 200 m hoch aus der Ebene erhebt, die von Wäldern und Seen umgeben ist.
Gegen 8:15 Uhr betraten wir bei noch relativ angenehmen Temperaturen die Anlage durch den Haupteingang, wo wir zuerst die Königlichen Lustgärten durchschreiteten. Zu Beginn des Aufstiegs führen Treppen relativ gemütlich bergauf. Den Haupteingang zum Gipfel bildet eine 145 m lange Galerie, die sich in 15 m Höhe an der westlichen Bergseite hinzieht. Von hier aus führt eine eiserne Wendeltreppe, die bis in die 1930er-Jahre in einem Bahnhof der Londoner Untergrundbahn eingebaut war und dann hierher gebracht wurde, 12 m hoch zu den weltberühmten Wandmalereien der "Wolkenmädchen". Die Gemälde, die durch eine auskragende Felswand geschützt sind, zeigen 19 weibliche Wesen in höchster Anmut und Vollendung - eine künstlerische Meisterleistung!
Am Löwenplateau angelangt, mussten wir erstmal eine kurze Verschnaufpause einlegen und die gewonnenen Eindrücke auf uns wirken lassen. Zwischen den mächtigen, aus dem Felsen herausgehauenen Tatzen führt eine durch Ziegelmauern gesicherte Treppe, weiter oben dann eine eiserne Treppe zum Gipfelplateau. Nun bekamen wir die extrem hohe Luftfeuchtigkeit gepaart mit ansehnlichen Temperaturen und der Steilheit der Treppen voll zu spüren. Schweißgebadet erreichten wir erschöpft aber überglücklich das Gipfelplateau mit den Ruinen des Königspalastes. Die Bedeutung der Gebäude, die einst das Gipfelplateau beherrschten, konnte bis heute nicht mit absoluter Sicherheit geklärt werden. Von ihnen sind ohnehin nur die Grundmauern übrig geblieben. Wir genossen den prachtvollen, aber leider sehr diesigen Ausblick auf den umliegenden Dschungel, ehe es auch schon wieder die steilen Treppen bergab ging. Beim Abstieg passierten wir den Kobra-Felsen, der seinen Namen wegen der verblüffenden Ähnlichkeit mit einer aufgerichteten Kobra trägt.
Gegen 10:30 Uhr bestiegen wir wieder den Bus, der uns im Eilzugstempo retour ins Hotel brachte. Damit war das offizielle Reiseprogramm absolviert, und uns stand der Nachmittag zur freien Verfügung.
Alternativ bestand die Möglichkeit zu einer weiteren Safari im Hurulu Eco-Park für $ 35,-. Da wir nicht zum Faulenzen auf Sri Lanka waren, und etwas Erleben wollten, buchten wir gemeinsam mit einigen weiteren Gruppenmitgliedern den Ausflug.
Leider erwies sich dieser Trip als völliger Reinfall. Wir sahen zwar jede Menge Elefanten, aber sonst auch schon nichts. Von den drei versprochenen Stunden Safari, sollte nur mehr eine übrig bleiben. Nach lautstarker Beschwerde unsererseits, drehten wir dann doch noch eine Runde mit den völlig veralteten und desolaten Jeeps, so dass wir insgesamt auf Zweieinviertelstunden kamen. Leider ein kleiner Wermuthstropfen am Ende der herrlichen Reise.

 

Rückreisetag, Samstag 23.3.2013


Der Samstag stand schließlich ganz im Zeichen der Rückreise aus dem kulturellen Landesteil rund um Habarana in Richtung Flughafen in der Nähe von Colombo. Da man den samstäglichen Verkehr auf den schmalen Straßen Sri Lankas nur schwer einschätzen kann, fuhren wir bereits um 10 Uhr vom Hotel los, um kein zeitliches Risiko wegen des Abflugs einzugehen.
In Kurunegala machten wir eine ausgiebige Mittagspause, ehe wir die letzten zwei Stunden Busfahrt zum Flughafenhotel bestritten. Hier hatte glücklicherweise jedes Paar von 16 - 23:30 Uhr ein Zimmer zur freien Verfügung.
Nach einem kurzen Spaziergang in den Gassen rund um das Hotel, und einem leckeren Abendessen am Zimmer, gönnten wir uns ein zweistündiges Nickerchen, in der Vorahnung, dass der Nachtflug mit Zwischenlandung und vierstündigem Aufenthalt am Flughafen von Dubai nicht viel Schlaf einbringen würde. Erst sonntags gegen 13 Uhr landeten wir am Flughafen in Wien. Schließlich mussten wir noch den Zug nach Wr. Neustadt nehmen, um die anstrengende Odyssee am späten Nachmittag hinter uns zu bringen.

 

RESÜMEE ZUR REISE


Wir lernten das Land und seine Bevölkerung in den zwei Wochen unserer Rundreise als sehr offen, herzlich und interessiert kennen.
Die Insel Sri Lanka, vor 1972 weltweit als Ceylon bekannt, erstaunt durch seine unglaubliche landschaftliche Vielfalt, von den herrlichen Sandstränden über Reisfelder, Palmen- und Teeplantagen, Wälder in den Gebirgen und natürlich nicht zu vergessen seine immense Anzahl an Stauseen, die die Wasserversoprgung während der Trockenmonate sicherstellen. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses an Bodenschätzen so reiche Land zu den Entwicklungsländern - wenn auch der gehobeneren Art - Asiens zählt. Vermutlich auch deshalb, weil es als sehr kleine Insel viele Güter über den Seeweg importieren muss. Desweiteren wurde das ehemalige Ceylon von seinen Kolonialherren ab dem 16. Jahrhundert - zuerst durch die Portugiesen, dann die Niederländer und zu guter letzt die Briten - immer wieder ausgebeutet. Erst im Jahr 1948 konnte sich Ceylon nach friedlichen Verhandlungen von den Briten befreien und wurde schließlich innerhalb des Britischen Commonwealth unabhängig. Doch im Laufe der folgenden Jahre und Jahrzehnte wurde der Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen immer ausgeprägter und eskalierte 1983 durch den starken Zulauf der tamilischen Bevölkerung zu den radikalen und gewaltbereiten Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE), die den unabhängigen Tamilenstaat forderten, bis hin zum Bürgerkrieg, der 26 Jahre bis zur blutigen Niederschlagung der LTTE im Mai 2009 andauerte. Der seit 2005 regierende Präsident Mahinda Rajapaksa galt von da an als großer Held unter der singhalesischen Bevölkerung. Doch seine politischen Methoden - unter anderem befinden sich 500 Familienmitglieder in diversen politischen Ämtern Sri Lankas - werden von der westlichen Welt mit kritischen Augen verfolgt. Zumindest kann man seit 2009 einen Großteil der Insel ohne Sorge um seine Sicherheit bereisen. Demnächst werden die Reiseveranstalter auch wieder die exponierten, ehemaligen Gebiete der Tamil Tigers im Norden und Osten bereisen.
Aber nicht nur die Bürderkriegszeit der letzten Jahrzehnte machte dem Land zu schaffen. Auch die gewaltige Naturkatastrophe des Tsunami von 2004, der über 40 000 Menschen das Leben kostete, führte zu einem herben Rückschlag der Tourismusbranche.
Nun erlebt die Insel im Indischen Ozean einen Wiederaufschwung, der sich deutlich in der jungen Bevölkerung wiederspiegelt. Für uns war es eine beeindruckende Reise mit einer klaren Weiterempfehlung an Alle, die sowohl an Kultur als auch an Landschaft und Natur interessiert sind!

 


© 2007-2019 Schuh-Design. Alle Rechte vorbehalten. Fotos - inklusive der Verlinkungen zu selbigen - sind ausschließlich Eigentum des Seitenbetreibers.

Sie sind hier:  >> Reisen 13-15  >> Sri Lanka 2013