Südafrika & Swasiland (11.4. - 29.4.2014)

 

 

Südafrika 2014
Landkarten von Deutschland auf stepmap.de
StepMap Südafrika 2014


 

 

Reiseroute

  • 11.4.14: Anreise von Wien über Frankfurt nach Johannesburg
  • 12.4.14: Johannesburg - Pretoria - Witbank
  • 13.4.14: Ndebele Dorf - Lydenburg - Blyde River Canyon - Pilgrim's Rest
  • 14.4.14: Pilgrim's Rest - Berlin Falls - Mac Mac Falls - Kruger National Park (Wildbeobachtungsfahrt)
  • 15.4.14: Kruger National Park (Wildbeobachtungsfahrt) - Königreih Swasiland - Mhlambanyatsi
  • 16.4.14: Mkhaya Game Reserve (Wildbeobachtung) - Hluhluwe
  • 17.4.14: Hluhluwe Game Reserve (Wildbeobachtungsfahrt) - iSimangaliso Wetland Park (Bootsfahrt) - St. Lucia - Umhlanga
  • 18.4.14: Durban - uKhahlamba Drakensberg Park - Giant's Castle
  • 19.4.14: Giant's Castle Nature Reserve (Wanderung)
  • 20.4.14: Kokstad - Mthatha
  • 21.4.14: Grahamstown - Addo Elephant National Park (Wildbeobachtungsfahrt) - Port Elizabeth
  • 22.4.14: Port Elizabeth - Tsitsikamma National Park - Bloukrans Brücke (Bungeejump) - Knysna
  • 23.4.14: Oudtshoorn (Straußenfarm) - Cango Caves - Mossel Bay
  • 24.4.14: Mossel Bay - Swellendam - Cape Agulhas - Arniston
  • 25.4.14: Hermanus - Franschhoek - Paarl (Weinverkostrung "Fairview") - Stellenbosch
  • 26.4.14: Kapstadt - Hout Bay (Duiker Island) - Table Mountain National Park (Kap der Guten Hoffnung) - Simon's Town (Boulders Beach) - Kapstadt
  • 27.4.14: Kapstadt - Groot Constantia - Kirstenbosch Botanical Gardens -
  • 28.4.14: Kapstadt - Bloubergstrand - Rückflug von Kapstadt über Johannesburg und Frankfurt nach Wien
  • 29.4.14: Ankunft in Wien

 

 

Fotogalerien

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JOHANNESBURG
JOHANNESBURG
MKHAYA GAME RESERVE (SWASILAND)
MKHAYA GAME RESERVE (SWASILAND)
ADDO ELEPHANT NATIONAL PARK
ADDO ELEPHANT NATIONAL PARK
CAPE AGULHAS
CAPE AGULHAS
PRETORIA
PRETORIA
HLUHLUWE GAME RESERVE
HLUHLUWE GAME RESERVE
PORT ELIZABETH
PORT ELIZABETH
STELLENBOSCH
STELLENBOSCH
BLYDE RIVER CANYON
BLYDE RIVER CANYON
ISIMANGALISO WETLAND PARK
ISIMANGALISO WETLAND PARK
KLEINE KAROO
KLEINE KAROO
KAP HALBINSEL
KAP HALBINSEL
PILGRIMS REST
PILGRIMS REST
DURBAN
DURBAN
MOSSEL BAY
MOSSEL BAY
KAPSTADT
KAPSTADT
KRUGER NATIONAL PARK
KRUGER NATIONAL PARK
DRAKENSBERGE
DRAKENSBERGE
SWELLENDAM
SWELLENDAM
LAND & LEUTE
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Rundreise durch Südafrika und Swasiland

 

URLAUBSPLANUNG


Wie bereits die letzten beiden Jahre wollen wir auch heuer wieder eine Fernreise im Frühling unternehmen. Nachdem die ursprünglich geplante Reise nach Zentralindien wegen geringer Teilnehmerzahl schon vorzeitig ins Wasser fällt, entscheiden wir uns zu Jahresbeginn für Südafrika und gegen Mexiko, welches ebenfalls in die engere Wahl kommt. Auf unserer persönlichen Reisewunschliste schon seit Längerem ganz Oben, sollte es nun endlich klappen.
Als umfangreichste und dennoch kompakte Rundreise durch die Regenbogennation erweist sich jenes Angebot von Kneissl Touristik. 19 Tage - inklusive An- und Rückreisetag - soll die Gruppenreise dauern, die in Johannesburg im Norden beginnt und in Kapstadt im Süden endet. Ein wesentlicher Grund für die Buchung eben dieser Reise besteht darin, dass hierbei nicht nur Pirschfahrten im berühmten Kruger National Park unternommen werden, sondern auch in anderen Reservaten in Südafrika und im Königreich Swasiland. So steht die komplette erste Woche im Zeichen von Fauna & Flora, jene Dinge, welche dieses wundervolle Land so interessant und andersartig erscheinen lassen.
In Sachen Malaria-Provilaxe entscheiden wir uns nach einigem Umhören im Bekanntenkreis relativ rasch gegen eine Einnahme von Tabletten, und nehmen diese nur für eine eventuelle Erkrankung im Medikamententascherl mit auf Reisen.

 

ANREISETAG, Freitag 11.4.2014


Schon im Vorfeld der Reise haben wir uns im Bekanntenkreis ein Flughafentaxi namens "Rudi" organisiert, welches uns plangemäß um 11 Uhr vormittags zu Hause in Wr. Neustadt aufnimmt und 50 Minuten später direkt vor der Eingangstüre am Terminal 3 am Flughafen Schwechat abliefert. Nachdem wir bereits am Abend zuvor über's Internet die Flugtickets ausgedruckt haben, bleibt uns lediglich der Weg zum Gepäcksaufgabeschalter, ehe wir noch eine kräftige Jause beim BILLA zu uns nehmen. Um 15:30 Uhr, mit 25-minütiger Verspätung, beginnt letztendlich die anstrengende Vielfliegerei mit der Kurzstrecke nach Frankfurt mit Austrian Airlines. Denn dummerweise muss man zuerst in den Norden nach Deutschland fliegen, ehe man anschließend retour in den äußersten Süden Afrikas weiterreisen kann, nachdem es keine Direktflüge von Österreich nach Südafrika gibt. Nach 70 Minuten haben wir schließlich wieder festen Boden unter den Füßen, als wir am gigantischen Flughafendrehkreuz von Frankfurt landen. Nun erst startet der mühsame Teil der Anreise - vier Stunden Wartezeit am Flughafenareal und anschließender, fast zehnstündiger Flug mit South African Airways nach Johannesburg, wo wir am Samstag Morgen um 6:45 Uhr landen. Nach beinahe schlafloser Nacht im Flieger - glücklicherweise gibt es wegen der Sommerzeit in Europa keine Zeitumstellung - nun auch noch eine schier endlose Menschenschlange bei der Zollabfertigung mit unfreundlichem Personal und total belanglosen Fragen. Völlig übermüdet verlieren wir nun auch noch die Übersicht bei den Gepäckförderbändern, ehe wir doch noch eine kompetente Flughafenangestellte finden, die uns auf die richtige Fährte lotst. Wir haben es tatsächlich geschafft als letzte Mitreisende einer aus 26 Teilnehmern bestehenden Reisegruppe unseren Reiseleiter zu begrüßen. Aber auch dafür blieb kaum Zeit, da wir auch noch Euros in Rand wechseln müssen und auch hierbei logischerweise die Letzten blieben.
So sind wir auch einigermaßen froh, als sich der klimatisierte Reisebus um 8:45 Uhr endlich in Bewegung setzt, und bei uns die ganze Anspannung der Anreise abfällt.

 

1. Rundreisetag, Samstag 12.4.2014


Nach 15-minütiger Erholung im Bus geht es auch schon los. Wir haben das Zentrum von Johannesburg erreicht und begeben uns mit dem Fahrstuhl in die 50. Etage des 1973 erbauten Carlton Center, wo sich die Aussichtsplattform The Top of Africa befindet. Mit 223 m ist es noch heute der höchste Wolkenkratzer Afrikas, und bei einer Meereshöhe von Johannesburg von 1753 m befindet sich die Plattform auf fast 2000 m über Meeresniveau. Von hier aus genießen wir einen fabelhaften 360 Grad Rundumblick auf die 1886 von Goldgräbern wegen neu entdeckten Goldvorkommen am Witwatersrand gegründete Stadt, die sich schließlich als ein Teil der größten Goldlagerstätte der Welt erweisen sollten. Die anschließende Mittagspause verbringen wir in typisch südafrikanischer Manier in einer Shopping Mall namens Sandton City am Nordrand von Johannesburg, etwa 20 km vom Zentrum entfernt. Hier, inmitten von edlen Boutiquen und Designerläden befindet sich auch der Nelson Mandela Square mit einer 6 m hohen Statue des vor kurzem verstorbenen ehemaligen Staatspräsidenten und Freiheitskämpfers.
Nach dreiviertelstündiger Busfahrt erreichen wir schließlich gegen 12:30 Uhr die Hauptstadt Pretoria, wo wir am Church Square, dem Zentrum der Stadt, Halt machen und einen kurzen Spaziergang unternehmen, um die beeindruckenden Gebäude ringsum zu bestaunen. Unter anderem befinden sich hier der Justizpalast, das Gebäude der South Africa Reserve Bank sowie der Republikeinse Raadsaal, der ehemalige Regierungssitz. Doch nun sollte es erst so richtig "Afrikanisch" werden. Zuerst müssen am Church Square zwei parkende Autos von hilfsbereiten jungen Männern von der Straße gehoben werden damit unser Bus passieren kann, und kurz darauf beginnt dieser so zu überhitzen, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken ist. Also setzt uns der Busfahrer am Fuße der Meintjieskop-Anhöhe ab, wo wir das letzte Stück bergauf zu den majestätischen, von schönen Gärten umgebenen Union Buildings hochstapfen. In diesen Sandsteinbauten hat die Regierung ihren Sitz. Nun heißt es einmal Warten, wie lange die spontane Reparatur des Buses am Samstag Nachmittag vorort dauern wird. Um 16:30 Uhr ertönt von unserem Reiseleiter die Aufforderung "Alle Personen aufsitzen", der Bus ist wieder einsatzbereit. Die letzte Etappe zu unserem ersten Hotel in Südafrika, in der kleinen Stadt Witbank, nimmt noch 75 Minuten Fahrzeit in Anspruch, ehe wir völlig übermüdet nach Anreisetag und ganztägiger Besichtigungstour das Hotelzimmer beziehen.

 

2. Rundreisetag, Sonntag 13.4.2014


Nach einer erholsamen ersten Nacht in Südafrika verlassen wir um 8:30 Uhr das Hotel in Witbank, um 45 Minuten später das erste Tagesziel anzusteuern - das Ndebele-Dorf bei Botshabelo. Die Ndebele sind eine Ethnie, die zur Bantu-Sprachgruppe der Nguni gehören, zu deren weiteren Mitglieder die Zulu, Xhosa und Swazi zählen. Sie leben in der heutigen südafrikanischen Provinz Mpumalanga, in die sie vermutlich zwischen dem 15. und 16. Jhdt. aus dem Natal-Gebiet einwanderten. Wir dürfen hier einen umfangreichen, einstündigen Einblick in die für uns völlig unbekannte, nicht nur äußerlich sehr bunte Welt dieser Bevölkerungsgruppe gewinnen. An der Verkostung von gerösteten Würmern beteiligen wir uns dann aber doch nicht.
Nach einstündiger Mittagspause in Lydenburg, bei der wir erstmals den Super-Spar ausprobieren, fahren wir anschließend zum ersten landschaftlichen Höhepunkt dieser Reise - dem 26.000 Quadratkilometer großen Blyde River Canyon Reserve.
Der Blyde River Canyon ist ein 26 km langer, bis 800 m tiefer und hauptsächlich aus rotem Sandstein bestehender Canyon - der drittgrößte weltweit nach dem Grand Canyon in den USA und dem Fish River Canyon in Namibia. Der erste Aussichtspunkt, den wir ansteuern, befindet sich unmittelbar gegenüber den Three Rondavels ("Drei Rundhütten") - drei gewaltige, runde Felsen, die an die Hütten der Einheimischen erinnern. Vor dieser beeindruckenden Naturkulisse bleibt uns beinahe der Atem weg! Mit Sicherheit eine der faszinierendsten Landschaftseindrücke auf all unseren bishergien Reisen. Weiter geht's zum nächsten Naturspektakel auf der Panorama Route - den Bourke’s Luck Potholes. Durch Auswaschungen, insbesondere durch die Bewegung von Steinen in Strudeln, sind tiefe Strudellöcher und Röhren in das Felsgestein geschliffen worden. Benannt ist diese skurile Sehenswürdigkeit nach dem Goldsucher Tom Bourke, der an diesem Ort eine geringe Menge Gold entdeckte. Ein kurzer Spaziergang über zahlreiche Holzbrücken und Stege lässt uns ständig neue Eindrücke dieser bizarren Felsformationen erkennen.
Letzter Tagespunkt ist das sogenannte God's Window, wo man von drei Aussichtsplattformen am Rand der dichtbewaldeten Hänge ins Lowveld sehen kann, das rund 700 m tiefer liegt.
Nach 50-minütiger Busfahrt erreichen wir unser Tagesendziel - die ehemalige Goldgräbersiedlung Pilgrim's Rest. Diese wurde 1873 im damaligen Transvaal gegründet, nachdem man in der Pilgrim’s Creek Gold entdeckt hatte. Das Städtchen ist seit 1986 als Nationaldenkmal ausgewiesen und steht seit 2004 auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Welterbe. Wir checken um 18 Uhr im berühmten Royal Hotel ein, wo wir unseren Augen kaum trauen können. Man könnte vermuten im Wilden Westen gelandet zu sein, so presentiert sich uns das Inventar in den Zimmern. Ein Highlight der anderen Art! Nach dem Abendessen gönnen wir uns auf Geheiß des Reiseleiters den einheimischen, Obstler-ähnlichen Schnaps "Mampur", so dass wir mit Sicherheit gut und tief schlafen.

 

3. Rundreisetag, Montag 14.4.2014


Nach einer kühlen Nacht im urigen Zimmer des Royal Hotels in Pilgrim's Rest und einem ausgiebigen Frühstück, unternehmen wir einen gemütlichen Spaziergang durch die im morgendlichen Nebel eingehüllte, ehemalige Goldgräbersiedlung, die uns den Eindruck einer Filmkulisse vermittelt, und dennoch durch die Umtriebigkeit der Einheimischen lebendig wirkt.
Der Vormittag steht ganz im Zeichen zweier Wasserfälle. Zuerst besuchen wir die Berlin Falls an der Scenic Route, wo das Wasser wie ein Vorhang 80 m in die Tiefe stürzt. Anschließend führt der weitere Weg zu den zum Nationaldenkmal erklärten Mac Mac Falls an der Panorama Route. Seit einer Sprengung durch einen Goldgräber stürzt der ursprüngliche Wasserfall zweigeteilt 65 m tief in die Mac Mac Pools.
Nach der Mittagspause in Hazyview, wo wir eine der besten Pizzen überhaupt speisen, geht es schließlich zum nahegelegenen Kruger National Park - dem größten und bekanntesten Wildschutzgebiet Südafrikas. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 350 km, in Ost-West-Richtung ist der Park durchschnittlich 54 km breit und umfasst eine Fläche von knapp 20.000 Quadratkilometer. Das Schutzgebiet wurde am 26. März 1898 unter dem Präsidenten Paul Kruger als Sabie Game Reserve zum Schutz der Wildnis gegründet. 1926 erhielt das Gebiet den Status Nationalpark und wurde in seinen heutigen Namen umbenannt. Im Park leben 147 Säugetierarten inklusive der sogenannten „Big Five" (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe, Leopard), außerdem etwa 507 Vogelarten und 114 Reptilienarten, 49 Fischarten und 34 Amphibienarten.
Beim Phabeni Gate müssen wir uns zuerst anmelden, um überhaupt in den Park eingelassen zu werden. Wenige Minuten später ist es dann soweit - der berühmte Kruger National Park mit seiner Vielfalt an Tieren liegt vor uns. Die ersten Eindrücke können wir bei der zweistündigen Busfahrt vom Phabeni Gate zum Skukuza Camp gewinnen. Elefanten, Giraffen und jede Menge Impalas, eine afrikanische Antilopengattung, kreuzen unseren Weg.
Bereits eine dreiviertel Stunde nach dem Eintreffen im Camp, der Schlüsselübergabe und dem Bezug der netten, kleinen Unterkünfte, geht es auch schon wieder auf zweistündige Pirschfahrt mit unserem großen Reisebus. Dieser besitzt den Vorteil der hohen Sitzposition, so dass man das weitläufige, teilweise dicht bewachsene Gelände gut überblicken kann. Der große Nachteil besteht allerdings darin, durch die Glasfenster nur schwer fotografieren zu können, sowie den fehlenden Kontakt zu Natur und Tierwelt. Auch in der Dämmerung des späten Nachmittags können wir jede Menge Tiere erspähen, wie Elefanten, Büffel, Giraffen und Affen.
Beim abendlichen Barbecue unter Sternenhimmel lassen wir den ereignisreichen Reisetag gemütlich ausklingen und Revue passieren, und freuen uns auf den kommenden Tag im Kruger National Park.

 

4. Rundreisetag, Dienstag 15.4.2014


Bereits 4 Uhr morgens klingelt der Wecker, da unsere erste Pirschfahrt mit offenem Geländefahrzeug im Kruger National Park für 5 Uhr angesetzt ist. Ehe wir die Gelände-LKW's besteigen, können wir am dunklen Morgenhimmel das "Kreuz des Südens", ein Sternbild des Südhimmels, ausmachen. Dabei bilden die vier hellsten Sterne ein markantes Kreuz am Himmel. Es liegt inmitten des hellen Bandes der Milchstraße, und ist von Mitteleuropa aus nicht zu sehen.
Zu Beginn der Pirschfahrt können wir auf Grund der Dunkelheit nur mittels beweglicher Seitenscheinwerfer die Fahrbahnränder auf der Suche nach dem einen oder anderen Tier ableuchten. Nach beinahe einer Stunde ohne auch nur einem Tierkontakt, macht sich ob der frühen Ausfahrzeit auf dem Truck bereits Missmut breit. Doch dann die plötzliche Wende! Ein am Straßenrand liegender Löwe wird mittels Scheinwerfer entdeckt. Welch ein erhabenes Gefühl! Doch es kommt noch wesentlich besser. Aus einem Löwen werden binnen weniger Augenblicke gleich vier männliche Exemplare. Und diese scheinen den Rummel ihretwegen förmlich zu genießen. Drei offene Gelände-LKW's haben sich mittlerweile vor und hinter die Könige der Tierwelt herangepirscht. Die unbeeindruckten Raubkatzen schlendern indes behaglich entlang der asphaltierten Fahrbahn, ehe sie sich in einer Lache niederlassen und darin suhlen (VIDEO). Nach Auskunft des Reiseleiters handelt es sich bei der Lache um Elefantenurin, mit dessen Geruch sich die Löwen in der freien Wildbahn tarnen. Ein seltsames Schauspiel, dass die Tierwelt hier für uns bereithält. Nachdem wir die majestätischen Tiere mindestens eine halbe Stunde aus kurzer Entfernung beobachten und hundertfach fotografieren, ziehen wir vollkommen euphorisch weiter auf der Suche nach dem nächsten tierischen Highlight. Nur wenig später quert eine Elefantin die Fahrbahn und bäumt sich mittels Drohgebärde neben dem Fahrzeug auf, um ihren Nachwuchs zu schützen. Völlig aus dem Häuschen vor Freude über die Begegnung mit den Löwen kehren wir gegen 8 Uhr in das Skukuza Restcamp zurück, wo wir in aller Ruhe ein verspätetes Frühstück zu uns nehmen.
Um 10:45 Uhr verlassen wir mit dem Reisebus das Skukuza Restcamp und durchqueren für weitere zwei Stunden den Kruger National Park.
Gegen 15 Uhr erreichen wir bei Bulembu die Grenze zum Königreich Swasiland, wo wir den Bus verlassen, die Reisepässe kontrollieren und abstempeln sowie anschließend den Reisebus wieder besteigen müssen. Erst gegen 17:30 Uhr gelangen wir zum wunderschönen, mitten im Wald, unweit der Haupstadt Mbabane gelegenen, mit viel Liebe zum Detail gestalteten Hotel Foresters Arms. Zum Abschluss eines wunderschönen Tages genießen wir noch ein köstliches Abendmahl mit vorzüglichem Service.

 

5. Rundreisetag, Mittwoch 16.4.2014


Als wir um 8 Uhr das Hotel Foresters Arms wieder verlassen, hat sich die am Vortag angekündigte Schlechtwetterfront eingestellt. Leichter Regen begleitet uns die beinahe 3 Stunden dauernde Busfahrt zum Mkhaya Game Reserve.
1979 wurde das Mkhaya Game Reserve für die beinahe verschwundene Nguni-Rinderrasse errichtet und später erweitert. Auf ca. 6.200 ha leben heute im Herzen des Lowvelds zahlreiche Breitmaulnashörner, aber auch Spitzmaulnashörner, Elefanten, Kaffernbüffel, Giraffen, Pferde-Antilopen, Säbel-Antilopen, Nilpferde und Krokodile.
Mit offenen Geländewagen für jeweils 9 Personen starten wir bei inzwischen trockenem Wetter unsere Pirschfahrt, indem wir zuerst einige Tore und Zäune passieren müssen, ehe wir in das eigentliche Game Reserve gelangen. Kaum das letzte Zufahrtstor hinter uns gelassen, stehen wir unvermittelt vor einer kleinen Herde Breitmaulnashörner, die uns den Weg versperren. Die Fotoapparate vor Begeisterung rasch gezückt, stolziert bereits eines dieser wuchtigen Tiere schnurstracks auf unser Fahrzeug zu. Als dieses Anzeichen macht sein mächtiges, spitzes Horn unter dem Kühlergrill zu platzieren, fährt der Schrecken in unsere Glieder. Blitzschnell setzen sich Alle die kurz zuvor noch gestanden sind auf den Allerwertesten, schalten die noch eben heißgelaufenen Kameras aus, so dass Totenstille einkehrt. Eine kleine verbale Äußerung unseres einheimischen Driver-Guides genügt letztlich, um das Nashorn in eine andere Richtung zu leiten. Das fröhliche Fotografieren darf weitergehen! Nach Halbzeit der Ausfahrt legen wir eine Mittagspause im Stone Camp - innerhalb des Mkhaya Reservats, aber mit einem Zaun vor den Wildtieren geschützt - ein, bei der wir in den Genuss eines Kudu-Gulasch kommen. Es sollte das Einzige einheimische Wildessen während der Reise bleiben. Im Laufe der nachmittäglichen Pirschfahrt treffen wir noch auf jede Menge Nashörner, Zebras, Flusspferde und Wildtiere, so dass diese Pirschfahrt wohl zur tierreichsten und vielfältigsten der gesamten Reise wird.
Zwei Stunden später erreichen wir nach eintägiger Ausflugstour durch das Königreich Swasiland wieder südafrikanischen Boden.
Im Anschluss an das Abendesse im Hotel in Hluhluwe gibt's dann noch eine sehr laute Tanz- und Musikvorführung von ortsansässigen Zulu-Künstlern, die etwas skuril auf uns Europäer wirkt.

 

6. Rundreisetag, Donnerstag 17.4.2014


Erneut - wie schon im Kruger National Park - müssen wir früh am Morgen aus dem Hotelbett. 5 Uhr signalisiert die Anzeige auf der Uhr, und es bleibt kaum Zeit einen Kaffee zu konsumieren, um die Körperfunktionen zu aktivieren, ehe der Bus für die anstehende Safari vor der Hoteltüre vorfährt. 15 Minuten dürfen wir dann während der Fahrt noch dahinschlummern, ehe wir die Geländefahrzeuge am Rande des Hluhluwe Game Reserve in der Morgendämmerung besteigen. Diesmal erwischen wir einen weißen Driver Guide, den man mit seinen rötlichen Haaren die Buren-Abstammung nicht absprechen kann. Und wieder dauert es eine Weile bis wir Tiere aus nächster Nähe zu Gesicht bekommen. Zuerst entdecken wir in großer Entfernung eine Büffel-Herde, ehe uns ein Elefanten-Bulle am Fahrbahnrand seine Männlichkeit beweist. Dann allerdings kreuzen jede Menge Giraffen und Zebras unseren Weg, so dass wir auch diese beiden Tiergattungen aus allernächster Entfernung vor die Linse bekommen. Bei der Rückfahrt aus dem Hluhluwe Game Reserve genießen wir die einzigartige Landschaft sowie das dazupassende Traumwetter. Das frühe Aufstehen hat sich also doch gelohnt!
Zurück im Hotel können wir das Frühstück nachholen, so dass der Tag ein zweites Mal beginnen kann.
Nach etwas mehr als einstündiger Busfahrt erreichen wir den iSimangaliso Wetland Park, der noch unter dem alten Namen Greater St. Lucia Wetland Park 1999 in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen wurde. Im Zentrum des Parks befindet sich der St.-Lucia-See, nach dem der Park ursprünglich benannt wurde. Mit einer Länge von 50 km und einer Breite von bis zu 15 km beträgt seine Fläche 360 Quadratkilometer. Damit ist er der größte See Südafrikas. Hier startet Mittags unsere zweistündige Bootsafari. Nach kurzer Zeit - und einigen Vogelbeobachtungen - entdecken wir praktisch gleichzeitig Flusspferde und Krokodile, die förmlich auf uns zu warten scheinen. Kein Wunder, leben doch in diesen Feuchtgebieten die größten Krokodil- und Flusspferdbestände Südafrikas. Beeindruckend vorallem die massigen Körper der Nilpferde außerhalb des Wassers, wo diese üblicherweise den Schutz ihrer Haut vor der Sonne suchen.
Die Mittagspause verbringen wir im nahegelegenen Ort St. Lucia, wo ein mittäglicher Stromausfall im ganzen Ort die Infrastruktur lahmlegt.
Der Nachmittag beschert uns eine längere Busfahrt in den Ferienort Umhlanga, nördlich von Durban, wo wir die nächste Nacht verbringen.

 

7. Rundreisetag, Freitag 18.4.2014


Vom Hotel in Umhalanga sind es lediglich 15 Minuten zum ersten, außerplanmäßigen Halt am Freitag Morgen in der Großstadt von Durban. Aus dem Fotostop beim Moses-Mabhida-Stadion wird letztlich ein 45-minütiger Aufenthalt bei dem für die Fussball-WM 2010 erbauten Stadion, benannt nach einem südafrikanischen Freiheitskämpfer und entworfen vom Hamburger Architektenbüro gmp. Das Stadion, scherzhaft „fleischfressende Blume" genannt, gilt als Wahrzeichen von Durban. Wir nutzen die überraschende Gelegenheit einer Auffahrt mit dem sogenannten „Skycar", einer Seilbahn, die zu einer Aussichtsplattform auf einem Stahlbogen aus 2700 to Stahl fährt, der sich in 104 m Höhe über das Stadion spannt. Von hier aus genießt man den wohl schönsten Ausblick über die Stadt und den Indischen Ozean. Sollte man keinesfalls versäumen!
Weiter geht's zum uShaka Marine World, einem Aquarium mit angeschlossenem Freizeitpark, am Hafen von Durban gelegen. Lediglich 90 Minuten bleiben uns für die Besichtigung. uShakas Sea World, das in das Stahlwrack eines ausrangierten Schiffes integriert ist, gehört zu den größten Aquarien der Welt. Die wenige Zeit reicht gerade Mal aus, um das Gelände abzulaufen sowie das faszinierende Aquarium zu besichtigen. Schließlich entschließen wir uns doch noch zu einem Kurzbesuch der Delphin-Show, um zumindest einige Eindrücke dieser beeindruckenden Tiere in Action mitzunehmen. Zur eigenen Überraschung sind wir nicht die Letzten zurück im Reisebus.
Im Anschluss fährt uns der Bus in den historischen Kern von Durban. Unweit des Francis Farewell Square halten wir, um bei einem kurzen Spaziergang das Rathaus, das gegenüber liegende Natal Playhouse - ein moderner Komplex mit drei Spielstätten für Oper, Konzert, Schauspiel und Ballett - die Hauptpost und die Old Station zu begutachten und fotografieren. Schon wenige Fahrminuten später lernen wir am Victoria Street Market, dem bunten indischen Markt, die kosmopolitische Seite dieser farbenprächtigen Stadt kennen. Nur einen Straßenblock entfernt gelangen wir zur äußerst fotogenen Juma Mosque, der größten und prächtigsten Moschee Südafrikas. Hier endet unsere kurze Erkundungstour durch die drittgrößte Stadt Südafrikas, die einen sehr sympathischen und lebhaften Eindruck auf uns hinterlässt, wohl auch wegen ihrer schönen Lage am Indischen Ozean.
Gegen 16:30 Uhr erreichen wir in ca. 1800 m Seehöhe im Giant's Castle Game Reserve in den Drakensbergen die Giant's Lodge, unser Quartier für die kommenden zwei Nächte. Wir genießen den Luxus eines eigenen Chalets an einem Berghang gelegen. Für den Weg zum Abendessen und retour benötigen wir eine Taschenlampe, um uns in der Dunkelheit der Bergwelt nicht zu verlaufen. Hier genießen wir zum zweiten Mal in Südafrika das Sternbild Kreuz des Südens am wolkenlosen Nachthimmel.

 

8. Rundreisetag, Samstag 19.4.2014


Nach einer sehr kühlen Herbst-Nacht in unserem Chalet, strahlt die Sonne am Samstag Morgen mit uns um die Wette. Bereits beim Verlassen der Unterkunft genießen wir den sensationelle Blick auf die Drakensberge, eine der großartigsten Naturschönheiten Südafrikas. Eine herrliche Bergszenerie, reiche Flora und Fauna sowie die San-Felszeichnungen veranlassten die UNESCO im Jahr 2000 den Naturpark Drakensberge in die Liste des Weltnaturerbes aufzunehmen. Gestärkt vom Frühstück, beginnt um 9 Uhr die geplante Wanderung von der Giant's Lodge durch die grandiose Landschaft des Giant's Castle Game Reserve zur sogenannten Main Cave, einem steilen Felsvorsprung einer Höhle gleich, wo etwa 500 San-Felszeichnungen zu bestaunen sind. Nachdem ein einheimischer, weiblicher Guide ausführlich über die Geschichte der San und deren farbenfroher Hinterlassenschaft an den Felsen berichtet, treten wir den ebenso schönen Rückweg ins Camp an. Nach drei Stunden Natur pur, mit abschließender Begnung mit Affen und Klippschliefer, erreichen wir mittags unsere Unterkunft. Den restlichen Tag nutzen wir, um nach einwöchiger Reise durch Südafrika unsere Akkus wieder aufzutanken, indem wir den Nachmittag mit Mittagessen, Lesen und Kaffeejause verbringen. Ein ungewohnt entspanntes Gefühl auf unseren ansonst sehr programmlastigen Rundreisen.

 

9. Rundreisetag, Sonntag 20.4.2014


Der Sonntag ist selbst hier in Südafrika ein Tag zum Rasten - zumindest für uns Touristen. Am heutigen Tag absolvieren wir die zweitlängste Fahrstrecke während der Rundreise. Wir verlassen um 9 Uhr schweren Herzens die Giant's Lodge und erreichen gegen 17:30 Uhr das Hotel für die kommende Nacht in Mthata. Dazwischen liegen ca. 500 km Busstrecke mit lediglich einer dreiviertel Stunde Mittagspause in Kokstad.

 

10. Rundreisetag, Montag 21.4.2014


Auch heute liegt eine Marathonstrecke von ca. 550 km vor uns. Doch diesmal gibt's zum Ende des Tages noch einen Reisehöhepunkt. Deshalb starten wir auch schon um 7:30 Uhr vom Hotel in Mthata. Für die einstündige Mittagspause halten wir in Grahamstown, einer 50 000 Einwohner zählenden Stadt auf dem Weg nach Port Elizabeth. Wegen der fast 60 Kirchen gilt Grahamstown als „Stadt der Heiligen". Zum Mittagessen im Fast Food Restaurant gibt's eine etwas seltsame Mischung auf meinem Teller - gebackener Fisch mit Burenwurst und Pommes. So merkwürdig dies auch klingt - es schmeckt letztlich vorzüglich.
Um 15 Uhr erreichen wir bei wechselhafter Witterung und einigen Regenschauern während der Fahrt den Addo Elephant National Park für unsere letzte Pirschfahrt während der Rundreise. Der Nationalpark wurde 1931 zum Schutz der elf letzten überlebenden Elefanten der Region eingerichtet, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zum Opfer von Elfenbeinjägern oder Farmern geworden waren. Heute leben hier mehr als 400 dieser Exemplare. Aber nicht nur sogenannte Kap-Elefanten gibt es zu bestaunen, sondern die gesamte Bandbreite der "Big Five". Davon können wir uns in den offenen Geländefahrzeugen schon sehr bald selbst überzeugen, als wir abseits der Fahrbahn im dichten Gestrüpp zwei männliche Löwen entdecken. Seit unserer Löwen-Begegnung im Kruger National Park schon fast Routine. Wenig später dürfen wir auch zwei der scheuen Schakale in einiger Entfernung beobachten und fotografieren. Geht es nach dem frommen Wunsch unseres Mitreisenden Stefan, sollte als nächstes ein Baby-Elefant unseren Weg kreuzen. Doch was uns zu Beginn erheitert, wird schon wenige Minuten später Realität. Als wir auf eine Anhöhe mit Blick auf eine Lichtung gelangen, können wir in der Ferne eine riesige Herde Elefanten ausmachen. Wir nähern uns im Schrittempo der in Einzelgruppen zersplitterten Herde. Schon bald können wir einige Jungtiere ausmachen, eines davon ein dreiwöchiges Elefanten-Baby (VIDEO), das mit seinem Rüssel noch nicht wirklich etwas anzufangen weiß. Wir verweilen eine halbe Stunde, um die majestätischen Tiere aus allernächster Nähe zu beobachten. Hunderte Fotos werden im Sekundentakt geschossen - eines lebendiger als das andere. Mit Sicherheit einer der Höhepunkte der Reise! Nach zweieinhalb Stunden kehren wir bei Sonnenuntergang freudestrahlend zum Bus zurück.
Eine Fahrstunde später erreichen wir im Dunkeln unser Hotel in Port Elizabeth, wo es zu einem Zwischenfall kommt. Beim schlecht beleuchteten Stiegenabgang stürzt unsere Traude, die sich dabei am Knöchel verletzt, so dass die Rettung verständigt werden muss, die sie mit einem von der Aufregung ausgelösten Kreislaufzusammenbruch ins Krankenhaus bringt. Ohne unsere verletzte Mitreisende geht es um 19:30 Uhr ins nahegelegene Restaurant, wo das dreigängige, vorzügliche Menü letztlich stolze drei Stunden in Anspruch nimmt.

 

11. Rundreisetag, Dienstag 22.4.2014


Gute Nachrichten beim Frühstück von unserer am Vortag verletzten Traude. Sie hat Ihr kleines Hoppala mit einer Knöchelverstauchung, aber ohne Bruch überstanden. Ein großes Lob und Dank an unsere mitreisende junge Ärztin Nina, die Traude ins Krankenhaus begleitet und sie dort auch sprachlich unterstützt hat. Ebenso vorzüglich auch die medizinische Betreuung von Ärzten und Sanitäter vor ort. Leider ist der Hotel-Besitzer vom "The Paxton Hotel" - noch dazu ein Österreicher - uneinsichtig bezüglich Unfallursache, und beteiligt sich nicht einmal an den Krankenhauskosten. Er meint lediglich:"Wenn Sie möchten, können Sie ja in Südafrika Klage einreichen!"
Um 8:45 Uhr beginnen wir unsere kurze, vom leichten Regen begleitete Stadtbesichtigung in Port Elizabeth. Die fünftgrößte Stadt Südafrikas am Indischen Ozean gelegen, wird bei den Einheimischen sowohl „The Windy City" (Die windige Stadt), als auch „The Friendly City" (Die freundliche Stadt) genannt. Wir starten den Rundgang bei der kleinen Grünanlage Donkin Reserve, wo wir beim 1861 erbauten Leuchtturm einen Überblick über die Stadt gewinnen. Zuerst spazieren wir bergab zum Marktplatz mit der City Hall und der dahinterliegenden Old Post Office. Weiter gehts zum Campanile, ein 1923 erbauter, 53 m hoher Aussichtsturm mit Rundblick über die Stadt, den wir nach der Besteigung wegen der hohen Luftfeuchtigkeit schweißgebadet wieder verlassen. Wir beenden den gemütlichen Rundgang wieder am Donkin Reserve.
Leider begleitet uns der Regen den restlichen Tag. Nach zweistündiger Busfahrt erreichen wir den Tsitsikamma Nationalpark, der seit 2009 Teil des Garden Route-Nationalparks ist. Erster Stopp ist an der Storms River Bridge, die mit 192 m Länge 1956 als erste Brücke ihrer Art erbaut wurde und in 139 m über die schmale Schlucht des Storms River führt. 3 km weiter führt eine 15-minütige Waldwanderung zum sogenannten Big Tree, einem 37 m hohen Yellowwood-Baum, der mit einem Alter von 800 Jahren der Älteste seiner Art sein soll. Die Mittagspause verbringen wir am Mündungsgebiet des Storms River, dem sogenannten „Storms River Mouth", an der felsigen Küste, das als Highlight des Tsitsikamma Nationalparks gilt. Wegen der kurzen Aufenthaltszeit müssen wir zwischen Mittagessen und Wanderung zur Suspension Bridge, einer Hängebrücke über der Mündung des Storms River, entscheiden. Da sich das Wetter nach wie vor von seiner feuchteren Seite zeigt, fällt die Entscheidung relativ leicht - das Essen bekommt den Vorzug. Schade um das schöne Fotomotiv!
Auf geht's zu einem außerplanmäßigen Stopp bei der Bloukrans River Bridge. Diese ist mit 216 m die höchste Brücke entlang der Garden Route und wird deswegen als Eldorado für Bungee-Jumper angesehen. Zum Glück haben wir unseren 23-jährigen, abenteuerlustigen Lukas mit an Bord, der mit voller Begeisterung an die Sache geht. Er wagt den höchsten Brücken-Bugee-Jump weltweit für ca. 70 Euro, und filmt sich dabei selbst mit einer Action-Cam. Natürlich ist er den Rest des Tages Gesprächsthema Nummer 1 in der Gruppe.
Eine dreistündige Fahrt bringt uns schließlich ans heutige Etappenziel in die Lagunen-Stadt Knysna, wo wir kurz vor 19 Uhr im Protea Hotel Knysna Quays direkt am Meer einchecken. So schön das Hotel und unser Zimmer mit Balkon in Richtung zur Lagune ist, der Wettergott verhindert mit dichthängenden Wolken und starkem Regen den schönen Ausblick. Den Abend nutzen wir als achtköpfige Gruppe bei einem Essen im In-Lokal "Drydock".

 

12. Rundreisetag, Mittwoch 23.4.2014


Ein erster morgendlicher Blick aus dem Hotelzimmerfenster verspricht nichts Gutes. Regen die ganze Nacht über, und die tief über der Bucht hängenden Wolken versprechen keine all zu rasche Wetterbesserung.
Um 8:30 Uhr verlassen wir das Hotel in Knysna in Richtung Kleiner Karoo. Der Name Karoo kommt von kurú (trocken) aus der Sprache der San, die einst hier lebten und jagten. Als wir gegen 11 Uhr die Straußenfarm in der Umgebung von Oudtshoorn für unsere Besichtigung erreichen, kann jedoch keine Rede von trockenem Wetter sein. Dennoch haben wir Glück und erwischen ein kleines Regenloch, so dass wir wenigstens einige pudelnasse Strausse und Emus im Freien bestaunen und fotografieren können. Der berühmte Ritt auf dem riesigen Federvieh bleibt uns jedoch der schlechten Witterung halber verwehrt. Als am Ende der interessanten, einstündigen Führung der einheimische Guide berichtet, dass es noch drei Wochen zuvor in diesem Gebiet über 50 Grad heiss war, können wir dies bei herbstlichen 12 Grad kaum glauben.
Weiter geht's zu den nahen Cango Caves, wo wir vor der Besichtigung eine einstündige Mittagspause einlegen. Glücklicherweise kann uns hier der anhaltende Regen nichts anhaben. Das Höhlensystem der Cango Caves liegt in den Swartbergen und zählt zu den schönsten Tropfsteinhöhlen der Welt. Wir begehen den etwa 600 m langen ersten Teil "Cango 1", des aus drei Abschnitten bestehenden, über 4 km langen Höhlensystems. Die einstündige Höhlentour wird zum Licht-, Farb- und Klangspektakel für alle Sinne. Hauptverantwortlich dafür die junge, einheimische Führerin, die sich sowohl als Stimmungskanone als auch hervorragende Sängerin präsentiert, als sie in der größten Kammer mit etwa 90 m Länge, 50 m Breite und bis zu 18 m Höhe die Südafrikanische Landeshymne sowie das Ave Maria anstimmt. Die Cango Caves solltet Ihr keinesfalls versäumen!
Während der anschließenden, zweistündigen Busfahrt zurück an den Indischem Ozean lässt der Regen dann endlich nach, so dass die Sonne mitsamt hellblauem Hintergrund allmählich die Wolken verdrängt. Bei Ankunft im Protea Hotel in Mossel Bay werden wir bereits mit Sonnenschein sowie wunderbarem Zimmer mit Vorgarten und Meerblick empfangen. Wir nutzen die heranbrechende Dämmerung zu einem kurzen Spaziergang, ehe es zum ausgezeichneten Abendessen geht. Die Zeit des Regens haben wir hinter uns gelassen!

 

13. Rundreisetag, Donnerstag 24.4.2014


Um 9 Uhr morgens besichtigen wir den unmittelbar an unser Hotel in Mossel Bay angrenzenden Bartholomeu Diaz Museum Complex. Das Maritime Museum, im ehemaligen Sägewerk untergebracht, erläutert die Geschichte der Entdeckung Südafrikas durch die portugiesischen Seefahrer. Absoluter Höhepunkt ist der Nachbau von Diaz’ Caravelle. Diese Replik wurde 1987/88 zur 500-Jahr-Feier von Diaz’ Ankunft von Portugal nach Mossel Bay gesegelt. Das Schiff war lediglich 23,5 m lang, 6,6 m breit und wog dabei nur 130 to.
Anschließend fahren wir zwei Stunden mit dem Bus, ehe wir die Kleinstadt Swellendam erreichen. Die historische Stadt an den Hängen des Langeberg-Massivs und den Ufern des Breede River wurde 1745 als drittälteste Stadt Südafrikas gegründet. Wir nutzen die Mittagspause zur Besichtigung des sogennanten Drostdy Museumskomplex. Aus der Gründungszeit Swellendams, dem Jahre 1747, stammt das im Jahre 1844 erweiterte und veränderte Drostdy-Gebäude im kapholländischen Stil. Hier residierte der Landdrost. Das Gebäude bildet heute den Kern eines kleinen Museumskomplexes, zu dem unter anderem auch das alte Gefängnis gehört. Nach der Selbstversorgung im hiesigen Lebensmittelmarkt geht es weiter Richtung Indischem- und Atlantischem Ozean.
Am Nachmittag erreichen wir den wundervoll renovierten Leuchtturm am Kap Agulhas ("Kap der Nadeln"), dem südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents - nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, das Kap der Guten Hoffnung. Der 20. Meridian, auf dem Kap Agulhas exakt liegt, stellt die geografische Grenze zwischen Atlantischem- und Indischem Ozean dar. Wir genießen das herrliche Wetter bei einer kurzen Küstenwanderung zu eben jenem südlichsten Punkt des Schwarzen Kontinents, wo das große Fotografieren angesagt ist. Hier können wir in Begleitung des Meeresrauschen die Seele wunderbar baumeln lassen.
Eine Fahrstunde später gelangen wir an unser Tagesziel, den kleinen ehemaligen Fischerort Arniston. Der Name Arniston geht zurück auf einen gleichnamigen britischen Truppentransporter, der am 30. Mai 1815 hier vor der Küste in einem Sturm an den Riffen zerschellte. Es gab lediglich sechs Überlebende, 372 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Wir beziehen das Zimmer im direkt an einer Bucht am Meer gelegenen The Arniston Spa-Hotel, der wohl schönsten Unterkunft während der gesamten Rundreise. Nach einem Gläschen Chardonnay zur Begrüßung durch die deutsche Hotel-Managerin, genießen wir den wundervollen Sonnenuntergang am Strand, wo wir bei Ebbe ganz vorzüglich die üppige Tierwelt im Meer beobachten können. Faszinierend was hier alles am Meeresboden herumkriecht! Mit einem gemütlichen und vorzüglichen Abendessen lassen wir den Reisetag ausklingen.

 

14. Rundreisetag, Freitag 25.4.2014


Früh am Morgen nutzen wir die wundervolle Lage unseres Hotels an der Meeresbucht von Arniston sowie das prächtige Wetter, um den wunderschönen Sonnenaufgang in aller Stille zu genießen. Dabei beobachten wir die Fischer des Ortes, wie sie ihre Kähne mittels Traktor ins Meer hiefen.
Gesättigt vom üppigen Frühstück, und von der Hotelmanagerin herzlich verabschiedet, ziehen wir in Richtung Hermanus weiter. Der kleine Ferienort ist berühmt dafür, in den Monaten Juli bis Dezember an die 150 Wale an der Küste begrüßen zu dürfen. Leider sind wir für dieses Spektakel drei Monate zu früh unterwegs. So nutzen wir die dreiviertel Stunde für einen gemütlichen Küstenspaziergang, denn auch ohne Wale ist dieser Abschnitt ein landschaftlicher Genuss.
Zwei Stunden benötigen wir mit dem Bus bis zur Kleinstadt Franschhoek. Der Name bedeutet so viel wie „Franzosenecke". Die Ortsgründung geht auf das Jahr 1688 zurück, als sich etwa 200 aus Frankreich ausgewanderte Hugenotten in diesem Gebiet niederließen, das sie wohl an ihre Heimat in den französischen Voralpen erinnerte. Unter den französischen Einwanderern befanden sich auch etliche Winzer, die bald erkannten, dass sich die umgebenden Berge hervorragend zum Weinbau eignen würden. Aus den ersten Versuchen entwickelte sich bis heute eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Südafrikas mit mehr als 20 Weingüter. Wir spazieren am Hugenottendenkmal vorbei, das 1938 zur 250-jährigen Wiederkehr der Ortsgründung errichtet wurde, und gelangen relativ rasch in den französisch geprägten Satdtkern, wo wir in einer ausgezeichneten Konditorei ein größeres Stück Torte und Kaffee als Mittagssnack konsumieren. Zum Abschluss besuchen wir die Holländisch Reformierte Kirche, um unsere kulinarischen Sünden zu beichten.
Weiter geht's zur Weinverkostung nach Paarl, die nach Kapstadt größte Industriestadt in der Provinz Westkap, und gemeinsam mit Stellenbosch Zentrum des südafrikanischen Weinanbaus. Unsere Verkostung findet im Weingut Fairview statt, das 1693 als eines der ersten in der Region gegründet wurde. Auf 300 ha Rebfläche findet man traditionelle Sorten der südlichen Rhône vor, wie Shiraz, Mourvédre, Grenache, Carignan, Cinsault und Viognier, insgesamt etwa 85 % Rotweine. Wir testen jeweils drei Rot- sowie Weissweine mit den dazu passenden Käsesorten und den Erklärungen des Sommeliers. Nach einer Stunde Kulinarikum verlassen wir das Weingut zur letzten Tagesetappe ins nahegelegene Stellenbosch, wo wir auch nächtigen. Zuvor unternehmen wir allerdings noch einen dreiviertelstündigen Spaziergang durch die nach Kapstadt älteste von Europäern gegründete Siedlung in Südafrika. Nachdem von der niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) 1652 Kapstadt gegründet worden war, rief der holländische Gouverneur von Kapstadt, Simon van der Stel, im Zuge der Besiedelung des weiteren Hinterlandes 1679 am Fluss Eerste River eine neue Siedlung ins Leben. Nach seinem Gründer wurde der Ort schließlich „Stellenbosch" genannt. Wir erkennen schon bald welch hohen Stellenwert die 1918 gegründete Universität hier einnimmt, besteht doch ein Drittel der Bevölkerung aus Studenten.
Etwas ausserhalb der Stadt beziehen wir im Protea-Hotel - das den Eindruck einer Reihenhaussiedlung vermittelt - für diese Nacht Quartier. Von hier können wir in der Abenddämmerung die wundervolle Berglandschaft der Umgebung bestaunen.

 

15. Rundreisetag, Samstag 26.4.2014


Unser dritter Samstag Morgen in Südafrika beginnt punkto Witterung alles andere als erfreulich. Die Wolken hängen dicht über den Bergen und Nieselregen begleitet die Szenerie, als wir vom Frühstück zurück zum Hotelzimmer stapfen. Schon um 8:30 Uhr bei der Abfahrt von Stellenbosch ist allen in der Gruppe bewusst, dass es heute nichts mit der Seilbahnfahrt auf den Tafelberg in Kapstadt wird. Besonders schlimm ist dies allerdings nicht, da wir an den kommenden beiden Tagen noch die Chance dafür bekommen, und der Wetterbericht diesbezüglich vielversprechend aussieht. So tritt Plan B in Kraft - der Samstag wird zur Fahrt rund um die Kap-Halbinsel genutzt.
Als wir mit dem Bus durch Kapstadt fahren, können wir zum ersten Mal den Tafelberg aus nächster Nähe bestaunen, jedoch in eine Mütze voll Nebel gehüllt.
Erster Fotostopp ist beim Strand von Camps Bay, wo man einen grandiosen Blick auf die "Zwölf Apostel" genießt. Diese markante Bergkette erstreckt sich vom Plateau des Tafelbergs entlang der Küste in Richtung Hout Bay, und ist seit 1998 Teil des Table-Mountain-Nationalparks. Auch das Wetter spielt einigermaßen mit, ist doch zwischenzeitlich die Sonne samt blauen Himmel aus den Wolken hervorgetreten. Für alle zwölf Berggipfel gleichzeitig reicht es jedoch noch nicht.
Gegen 10:30 Uhr legen wir im kleinen Fischerort Hout Bay einen außerplanmäßigen Zwischenstopp ein. Reiseleiter Heinz ermöglicht uns eine Bootstour zur nahe gelegenen Robbeninsel Duiker Island. Trotz des inzwischen zurückgekehrten leichten Regens entschließen wir uns zur Teilnahme, während der Rest der Gruppe den bekannten Bay Harbour Market besucht. Glücklicherweise lichtet sich bereits auf der Hinfahrt das Wetter, so dass die Beobachtung der unzähligen Robben auf und rings um die Insel zum absoluten Erlebnis wird. Nach einer dreiviertel Stunde kehren wir zufrieden in den Fischerhafen zurück, und setzen die Fahrt mittels Bus auf dem 1922 gebauten Chapman’s Peak Drive fort. Die neun Kilometer lange Küstenstraße schlängelt sich von Hout Bay nach Noordhoek in 114 Kurven unmittelbar zwischen Meer und steilen Felswänden entlang, und gilt als eine der spektakulärsten auf der Welt.
Nach gemütlicher Fahrt erreichen wir zwei Stunden später den Parkplatz am Fuße des Cape Point, einem Kliff am Südende der Kap-Halbinsel. Den alten, 1859 erbauten Leuchtturm - auf dem höchsten Punkt des Kliffs in 238 m über Meeresniveau gelegen- kann man über Treppen zu Fuß oder mit einer kleinen Standseilbahn erreichen. Wir nutzen das mittlerweile fantastische Wetter zu einem 20-minütigen Spaziergang auf den Gipfel, von wo aus man ausgezeichnet das Kap der Guten Hoffnung erblicken kann. Zurück am Parkplatz müssen wir uns entscheiden, ob wir den Fußweg oder doch lieber den Bus zum Kap nehmen. Auf Grund des Bilderbuchwetters ergreifen wir die Gelegenheit zur gut halbstündigen Küstenwanderung, die sich am Ende doch beschwerlich aber um so schöner darstellt. Schließlich erreichen wir mit dem Kap der Guten Hoffnung - einst von Diaz Kap der Stürme getauft - den südwestlichsten, nicht den südlichsten, Punkt Afrikas (das ist das Kap Agulhas). Im Gegensatz zu Diaz und vielen anderen Seefahrern präsentiert sich uns das gefürchtete Kap von seiner sanften Seite - absolute Windstille begleitet uns während des gesamten Aufenthalts. Ein ausgiebiges Fotoshooting darf hier natürlich nicht fehlen.
Nach zweistündigem Aufenthalt in der Kap-Region, verlassen wir diese und erreichen eine Stunde später den letzten Besichtigungspunkt des Tages - den Boulders Beach bei Simon’s Town mit seiner Brillenpinguin-Kolonie. Aus solcher Nähe wird man freilebende Pinguine nur selten zu Gesicht bekommen. Deshalb genießen wir den dreiviertelstündigen Aufenthalt, um diese unterhaltsame Tiergattung mit ihren vielen Jungtieren zu beobachten. Zudem ist es die letzte Tierbeobachtung auf unserer Südafrika-Reise.
Gegen 18:15 Uhr erreichen wir das Protea President-Hotel in Kapstadt, wo wir völlig überraschend für die letzten beiden Nächte in einer kleinen Dreizimmer-Wohnung residieren dürfen.
Als 10-köpfige Gruppe pilgern wir dann zum wohlverdienten Abendessen, wobei die Lokalwahl auf den Griechen "Souvlaki" in der Main Street fällt, den man durchaus empfehlen kann. Für umgerechnet € 14,- können wir hier zu zweit ordentlich zulangen.

 

16. Rundreisetag, Sonntag 27.4.2014


Heute ist es endlich soweit! Das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite, auch wenn etwas Dunst über der Metropole Kapstadt und seinem Hausberg hängt.
Um 9:30 Uhr erreichen wir die Talstation der Seilbahn auf den Tafelberg, wo wir lediglich einer größeren Touristengruppe aus Indien den Vortritt lassen müssen. Die inzwischen mehrfach erneuerte Table Mountain Aerial Cableway führt bereits seit 1929 auf den Tafelberg und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 700 m. Die Pendelbahn wurde zuletzt von Doppelmayr umgebaut und mit zwei Kabinen für jeweils 64 Personen ausgestattet, die sich während der kurzen Fahrt um sich selbst drehen. Auf der 1200 m langen Strecke gibt es bemerkenswerterweise keine Stützen. Zum Massiv des Tafelberges - mit seinem höchsten Punkt auf 1087 m - gehören der Devil’s Peak mit 1000 m Höhe, der Lion’s Head mit 668 m Höhe, der Signal Hill mit 350 m Höhe sowie die Berge der Zwölf Apostel mit Höhen zwischen 780 und 800 m, und ist Teil des 1998 gegründeten Table-Mountain-Nationalparks. Nach einem kurzen Spaziergang am Plateau genießen wir vorallem den grandiosen Rundumblick auf Kapstadt und die Kap-Halbinsel. Als wir um 11:15 Uhr wieder die Talstation erreichen, begegnet uns eine scheinbar endlose Warteschlange. Die frühe Auffahrt hat sich also gelohnt!
Erster Stopp für einen kurzen Rundgang in der Stadt ist das sogenannte Bo Kaap-Viertel, das zu den kulturell und historisch interessantesten Teilen von Kapstadt gehört. Viele der Bewohner sind Nachfahren der im 17. und 18. Jhdt. von der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie aus Indonesien, Sri Lanka, Indien und Malaysia verschleppten Sklaven. Das alte Malayen Viertel mit seinen engen, steilen Gassen, schlicht verzierten Handwerkerhäusern, Moscheen und Minaretten wurde restauriert und besonders farbenfroh gestrichen.
Da Kapstadt die erste Stadtgründung der südafrikanischen Kolonialzeit war, wird sie gelegentlich als "Mother City" („Mutterstadt“) bezeichnet. Heute ist die unmittelbar an der Tafelbucht des Atlantischen Ozeans gelegene Metropole mit rund 3,7 Millionen Einwohnern nach Johannesburg die zweitgrößte Stadt Südafrikas. Seit 2004 bildet sie den ausschließlichen Sitz des südafrikanischen Parlaments.
Nach einem Abstecher beim Jan Van Riebbeck-Denkmal - der im Jahre 1652 in der Tafelbucht an Land ging und dort eine Versorgungsstation für die Handelsschiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) auf ihrer Route nach Indien gründete -, verlassen wir am Grande Parade den Bus für den Stadtrundgang im Zentrum. Rings um den riesigen Platz befindet sich das Castle of Good Hope sowie die City Hall. Vorbei am Green Market Square mit der Metropolitan Methodist Church, der St. George's Cathedral, der Groote Kerk und der Slave Lodge sowie dem Houses of Parliament und dem Präsidentenpalast De Tuynhuis gelangen wir in den Company's Garden. In dieser Grünoase mitten in der Stadt lässt es sich entspannt verweilen und den Blick auf den Tafelberg genießen.
Nun geht es mit dem Bus in den moderneren Teil der Stadt - zur Victoria & Alfred Waterfront. Diser Stadtteil ist ein restauriertes Werft- und Hafenviertel rund um die beiden historischen Becken des Hafens. 1990 lagen nach einem weitgehenden Boykott des Hafens während der Zeit der Apartheid weite Hafenbezirke brach. In Zusammenarbeit mit örtlichen Investoren begannen die Stadtväter, eine neue Infrastruktur zu erstellen. In kurzer Zeit wurden die alten Gebäude restauriert und nahmen ein Einkaufszentrum, kleine Museen und Raritätenläden, eine Brauerei und zahlreiche gastronomische Einrichtungen in sich auf. Darüber hinaus wurden stilistisch angepasst Hotels, exklusive Appartement- und Bürohäuser neu errichtet sowie ein Yachthafen und ein kleines Amphitheater angelegt. Bereits 1995 gab es mehr als 15 Millionen Besucher aus aller Welt. Hier verbringen wir die Mittagspause bei einem ausgedehnten Spaziergang auf dem riesigen, gut besuchten Areal und nehmen einen Snack zu uns.
Am Nachmittag besuchen wir im südlichen Vorort Groot Constantia das gleichnamige Weingut. Simon van der Stel, der erste Gouverneur der niederländischen Kapkolonie, beschloss auf seinem 750 ha Landgut Groot Constantia die ersten Weinstöcke anzupflanzen. Der Constantiawein erfreute sich im 18. und 19. Jhdt. selbst beim europäischen Adel großer Beliebtheit. Die Gebäude sind ein gutes Beispiel für den Baustil der Kapholländer und eine bekannte architektonische Sehenswürdigkeit im Gebiet.
Um 16:45 Uhr erreichen wir den nahe gelegenen Botanischen Garten von Kirstenbosch. Dieser liegt am Osthang des Tafelberges und gilt als einer der schönsten botanischen Gärten der Welt. Wir durchstreifen bei unserem einstündigen Besuch einen Teil der 36 ha großen Anlage, die 1913 zur Erhaltung der einzigartigen Artenvielfalt der Kapregion gegründet wurde.
Ein grandioser Sonnenuntergang in allen Farben lockt uns nach Ankunft im Hotel an den nahen Strand zu einem letzten Fotoshooting an diesem wundervollen Sonntagabend. Wie könnte sich Südafrika schöner von uns verabschieden als mit diesem Farbenspektakel!

 

17. Rundreisetag, Montag 28.4.2014


Unser letzter Morgen in Südafrika beginnt mit strahlendem Sonnenschein und einem späten, aber umso ausgiebigeren Frühstück. Das benötigen wir auch, wartet doch am Nachmittag der lange und beschwerliche Rückflug in die Heimat.
Um 10 Uhr verlassen wir das Hotel für die letzten Besichtigungen in und um Kapstadt.
Erstes Ziel ist der Signal Hill, von wo wir einen wundervollen Ausblick auf den Tafelberg und die unmittelbar darunter liegende Stadt genießen. Ein heißer Tip für alle Fotografen! Eine halbe Stunde verweilen wir hier in herrlicher Kulisse, ehe wir zum letzten Halt unserer Rundreise - dem Bloubergstrand - fahren.
Dieser liegt 25km nördlich von Kapstadt an der Tafelbucht. Von hier aus kann man am Schönsten das meistfotografierte Motiv – den Tafelberg bewundern. Umso schöner, dass wir hier noch eine Stunde verweilen, um bei einem Strandspaziergang ein letztes Mal diese fantastische Kulisse genießen und bewundern zu können.
Anschließend geht es vorbei an den Armenvierteln rund um Kapstadt zum Flughafen, wo um 15:50 Uhr unsere Marathon-Rückreise mit Umstiegen in Johannesburg und Frankfurt bis nach Wien beginnt.
Erst am Dienstag um 9:20 Uhr morgens landen wir völlig geschlaucht und praktisch ohne Schlaf in der österreichischen Hauptstadt. Glücklicherweise werden wir hier schon von unserem Bekannten in Empfang genommen, so dass wir nicht selbst mit dem Auto nach Wr. Neustadt heimfahren müssen.

 

RESÜMEE ZUR REISE


Nach 17 Rundreisetagen und 5000 gefahrenen Kilometern quer durch Südafrika können wir nur Positives berichten. Mit Heinz Enne hatten wir einen österreichischen Reiseleiter, der bereits seit 40 Jahren in Südafrika lebt, und so Land und Leute aus nächster Nähe kennt. Die 26-köpfige Reisegruppe harmonierte bis auf eine Person ausgezeichnet. Ein besonderer Dank gilt unseren Freunden Helga & Gerald, Sabine & Gerhard sowie Sonja & Stefan, die durch ihre lustige Art die Reise zusätzlich zu einem Erlebnis werden ließen. Einziger Wehrmutstropfen war der doch schon in die Jahre gekommene Reisebus, der uns gleich zu Beginn der Reise in Pretoria im Stich ließ. Erst am Ende der Reise erfuhren wir, dass dieser bereits 870.000 km auf dem Buckel hat.
Für die Highlights in Südafrika sorgen Natur- und vorallem Tierwelt mit den zahlreichen Nationalparks, die sehr gut mittels Pirschfahrten zu erkunden sind. Hier sollte man sich nicht nur auf den Bekanntesten - den Kruger National Park - konzentrieren, sondern so wie wir möglichst viele verschiedene Parks abklappern. Jeder der Nationalparks hat seine spezielle landschaftliche Eigenart, aber auch die unterschiedliche Tierpopulation macht den Reiz aus. Wo kann man schon eine derartige Tierartenvielfalt in einem Land in freier Wildbahn beobachten wie in Südafrika. So sahen wir während der 17 Tage Löwen, Elefanten, Büffel, Zebras, Giraffen, diverse Antilopenarten, Affen, Flusspferde, Krokodile, Klippschliefer und Pinguine aus nächster Nähe.
Ein überraschendes Highlight waren die landschaftlich beeindruckenden Drakensberge, wo man wunderschöne Wanderungen in absoluter Abgeschiedenheit unternehmen kann.
Erwartet beeindruckend die rauhe Schönheit der Kap-Halbinsel, wo man sich ruhig ein wenig mehr Zeit gönnen darf.
Keine Reise wert hingegen die meisten Städte des Landes, wie Johannesburg, Pretoria oder Port Elizabeth. Ausnahmen sind hier das multikulturelle Durban und natürlich das wunderschön gelegene Kapstadt, das Altes und Modernes miteinender verbindet.
Von der Kriminalität im Lande war glücklicherweise nichts zu bemerken, und Anzeichen der einstigen Apartheid-Politik sind vordergründlich für Touristen nicht erkennbar.
Für uns ging nach 19 Reisetagen eine "Traumreise" zu Ende, die mehr als das hielt, was wir uns zuvor erwarteten. Deshalb können wir nur alle Reisebegeisterten zu einer ausführlichen Besichtigung dieses vielschichtigen Landes ermuntern. Es lohnt sich allemal!

 


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