Namibia, Botswana & Simbabwe (9.5.-26.5.2016)

 

 

 

 

Reiseroute

  • 09.5.16: Anreise von Wien über Frankfurt und Johannesburg nach Windhoek
  • 10.5.16: Windhoek
  • 11.5.16: Windhoek - Katutura - Spielplatz der Riesen & Köcherbaumwald - Keetmanshoop
  • 12.5.16: Keetmanshoop - Fish River Canyon - Naute Dam Brennerei
  • 13.5.16: Keetmanshoop - Seeheim - Helmeringhausen - Namib Desert Lodge
  • 14.5.16: Namib Desert Lodge - Sossusvlei - Sesriem Canyon - Namib Desert Lodge
  • 15.5.16: Namib Desert Lodge - Wendekreis des Steinbocks - Kuiseb Canyon - Walvis Bay - Swakopmund
  • 16.5.16: Swakopmund - Cape Cross - Twyfelfontein Country Lodge
  • 17.5.16: Twyfelfontein Country Lodge - Versteinerter Wald - Palmwag Lodge
  • 18.5.16: Palmwag Lodge - Himba Dorf - Outjo - Etoscha-Nationalpark - Okaukuejo Rest Camp
  • 19.5.16: Okaukuejo Rest Camp - Etoscha-Nationalpark - Mokuti Etosha Lodge
  • 20.5.16:Mokuti Etosha Lodge - Otjikoto See - Tsumeb - Hoba Meteorit - Hakusembe River Lodge
  • 21.5.16: Hakusembe River Lodge - Bwabwata-Nationalpark - Mazambala River Lodge
  • 22.5.16: Mazambala River Lodge - Chobe Safari Lodge (BOT) - Bootsfahrt am Chobe River
  • 23.5.16: Chobe Safari Lodge - Chobe-Nationalpark - Bootsfahrt am Chobe River - Chobe Safari Lodge
  • 24.5.16: Chobe Safari Lodge - Viktoria Falls (Simbabwe) - "Lion Walk" - A'Zambezi River Lodge
  • 25.5.16: A'Zambezi River Lodge - Rückflug von Viktoria Falls über Johannesburg und Frankfurt nach Wien
  • 26.5.16: Ankunft in Wien

 

 

Fotogalerien

Mit einem Klick zur jeweiligen Bildergalerie!

 

KEETMANSHOOP
KEETMANSHOOP
CAPE CROSS
CAPE CROSS
BWABWATA NATIONALPARK
BWABWATA NATIONALPARK
FISH RIVER CANYON
FISH RIVER CANYON
TWYFELFONTEIN
TWYFELFONTEIN
CHOBE NATIONALPARK (BWA)
CHOBE NATIONALPARK (BWA)
NAMIB NAUKLUFT NATIONALPARK
NAMIB NAUKLUFT NATIONALPARK
VERSTEINERTER WALD
VERSTEINERTER WALD
VICTORIA FALLS (ZWE)
VICTORIA FALLS (ZWE)
WALVIS BAY
WALVIS BAY
HIMBA DORF
HIMBA DORF
LODGES
LODGES
SWAKOPMUND
SWAKOPMUND
ETOSCHA NATIONALPARK
ETOSCHA NATIONALPARK
LAND & LEUTE
LAND & LEUTE

 

Rundreise durch Namibia mit Botswana und Simbabwe

 

URLAUBSPLANUNG


Bereits ein Jahr vor der Reise spielen wir erstmals mit dem Gedanken nach Namibia zu reisen. Doch terminlich kommt es anders als ursprünglich geplant. Im September 2015 treffen wir uns spontan mit Reisebekannten von der Südafrika-Rundreise 2014. Bei diesem gemütlichen Beisammensein stellt sich heraus, dass die Beiden eben jene Reise für Mai 2016 gebucht haben, die auch wir machen wollen, jedoch einige Monate später im Sommer. Erst im Dezember entscheiden wir schließlich die Reise gemeinsam mit Helga und Gerald im Mai anzutreten.
Als Reiseveranstalter fungiert so wie bereits viele Male zuvor Kneissl Touristik aus Oberösterreich. Die 18-tägige Rundreise im südlichen Afrika umfasst nicht nur die Standardprogrammpunkte in der ehemals deutschen Kolonie Namibia, sondern führt im weiteren Verlauf in den Äußersten Nordosten des Landes in den sogenannten Caprivi-Streifen, und von dort einen Abstecher in den Chobe-Nationalperk nach Botswana sowie zum Abschluss der Reise zu den Viktoriafällen nach Simbabwe. Die Reise ist vom Verlauf perfekt zusammengestellt, lediglich die mühselige An- und Abreise stört ein wenig. So müssen wir zuerst von Wien in den Norden nach Frankfurt fliegen, von wo es dann in den Süden nach Johannesburg und anschließend weiter nach Windhoek geht, von wo aus die Rundreise startet.

 

ANREISETAG, Montag 9.5.2016


Um 11 Uhr Vormittag beginnt mit der Fahrt zum Flughafen das 18-tägige Abenteuer „Namibia“. Nachdem wir das Auto am Flughafenparkplatz "Mazur" in Wien/Schwechat abgestellt und den Check-In absolviert haben, nehmen wir einen traditionellen Snack zu uns, ehe wir die Sicherheitschecks durchlaufen und zum Abfluggate am Ende des Terminals schreiten. Dort treffen wir unsere Urlaubsbekannten und Mitreisenden Helga und Gerald. Um 15:20 Uhr startet mit zehnminütiger Verspätung unsere Fluganreise in 3 Etappen nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Der erste Flug mit einem Airbus A320 der Austrian Airways nach Frankfurt ist als Einstimmung mit 70 Minuten auch der Kürzeste. Die anschließende Wartezeit von 4,5 Stunden hat es allerdings in sich. Erst um 21 Uhr, mit 15-minütiger Verspätung, hebt der Airbus A340 der South African Airways zu seiner Marathonstrecke nach Johannesburg in Südafrika ab.

 

1. Rundreisetag, Dienstag 10.5.2016


Nach fast 10,5 Stunden im Flieger - einigen Stunden davon schlafend - landen wir um 7:20 Uhr in Johannesburg. 2,5 Stunden später geht es mit 25-minütiger Verspätung mit einem Airbus A340 von South African Airways zur letzten Etappe nach Windhoek. Nach der Landung um 10:40 Uhr Ortszeit (MEZ-1) müssen wir auch noch einen Augenscan über uns ergehen lassen, einen Vordruck mit Fragen zur Person ausfüllen und diesen samt Reisepass bei einer Beamtin zur Überprüfung vorlegen. Erst danach sind wir offiziell in Namibia eingereist. Nach kurzer Begrüßung durch Reiseleiter Claus brauchen wir noch eine gefühlte Ewigkeit, um unsere Euro in Namibische Dollar zu wechseln. Stress dürfte in diesem Land wohl Niemand so wirklich haben. Erst 22 Stunden nach dem Abflug aus Wien sitzen wir im Reisebus am Weg in die 320 000 Einwohner zählende Hauptstadt zur ersten kurzen Besichtigungsfahrt. Diese endet allerdings auch schon nach einer halben Stunde mit einem Besuch der Christuskirche sowie des Bahnhofs. Windhoek darf getrost als wenig interessant eingestuft werden, auch wenn nach einem ganzen Tag Anreise ein wenig das Interesse fehlt. Danach geht’s auf direktem Weg zum Safari Court Hotel, wo wir nach Bezug des geräumigen Zimmers den mit Palmen angelegten Garten samt Pool bei einem Drink zur Entspannung nach den Reisestrapazen nutzen. Um 19 Uhr gibt’s dann im Restaurant des Hotels das erste gemeinsame Abendessen der 22 Personen umfassenden Reisegruppe, ehe wir hundemüde in die Betten fallen.

 

2. Rundreisetag, Mittwoch 11.5.2016


Bereits um 6 Uhr morgens müssen wir am ersten Rundreisetag raus aus den Federn. Mit 500 km Fahrstrecke liegt ein Marathontag vor uns. Zuvor genießen wir allerdings noch das Frühstück, ehe wir pünktlich um 7:30 Uhr losfahren. Bevor wir Windhoek hinter uns lassen, unternehmen wir noch einen Abstecher zu den Townships in Katutura, wo Ende der 50er-Jahre nach südafrikanischem Vorbild die schwarze Bevölkerung in ein Meer aus Wellblechhütten zwangsumgesiedelt wurde. Beim Fotostopp beobachten wir, wie am erstbesten Abhang neben der Siedlung der Müll entsorgt wird. Positiv zu erwähnen ist jedoch eine Grundschule am Wegesrand, die nach Fidel Castro benannt ist.
Im Anschluss starten wir den Transfertag mit dem Endziel Keetmanshoop. Mit zwei Zwischenstopps für Toilette und Einkauf in Rehoboth und Mariental erreichen wir um 15:15 Uhr das Canyon Hotel in Keetmanshoop. Wenig später fahren wir mit dem Bus zu den beiden Besichtigungshighlights am Ende des Reisetages. Nach 25 Minuten erreichen wir den „Spielplatz der Riesen“, eine spektakulär geformte Anhäufung von Dolerit-Felsen, die durch Verwitterung entstanden. Die Gesteinsblöcke bestehen aus 170 Millionen Jahre altem Basalt vulkanischen Ursprungs.
Nach 20-minütigem Rundgang besuchen wir nur wenige hundert Meter entfernt den „Köcherbaumwald“, wo 250 dieser seltenen, vermutlich 200–300 Jahre alten 5 m hohen Aloen stehen. Der Köcherbaum ist hauptsächlich in den Halbwüsten Namibias und im nordwestlichen Teil Südafrikas anzutreffen und wächst üblicherweise vereinzelt. Bei der Einfahrt zum Camp besucht uns ein zahmes Stachelschwein, welches mit in den Bus will. Schließlich kommen wir gerade noch vor Sonnenuntergang zu den beeindruckenden Bäumen. Bei herrlicher Abendstimmung entstehen wunderschöne Fotos mit farbenprächtigem Hintergrund. Zum Schluss beobachten wir noch spielende Webervögel bei ihrem gewaltigen Nestbau. Kurz vor 18 Uhr, in finsterer Nacht, kehren wir zum Hotel zurück, wo es um 19 Uhr Abendessen gibt.

 

3. Rundreisetag, Donnerstag 12.5.2016


Auch heute starten wir als Frühaufsteher um 6 Uhr in den Reisetag. Nach dem Frühstück fahren wir vom Canyon Hotel in Keetmanshoop Richtung des 160 km entfernten Fish River Canyon, dem heutigen Besichtigungsziel. Ein kurzer, 15-minütiger Spaziergang in der Nähe des Staudamms Haute Dam, wo wir erstaunlicherweise auf Dattelpalmen und Weinreben stoßen, sowie ein Stopp bei einem alten, stillgelegten Kalkbrennofen und einer fotogenen Eisenbahnbrücke, verkürzen die längere Fahrstrecke. Gegen 10:30 Uhr gelangen wir schließlich an den Hauptaussichtspunkt „Hell’s Bend“ am Rande des Fish River Canyon. Ein atemberaubender Ausblick auf den in diesem Abschnitt stark geschwungenen Canyon.
Mit etwa 160 km Länge, bis zu 27 km Breite und bis zu 550 m Tiefe ist das vom Fish River ausgewaschene Flussbett der größte Canyon Afrikas und gilt nach dem Grand Canyon in den Vereinigten Staaten als zweitgrößter Canyon der Erde.
Vom "Hell's Bend" wandern wir etwa einen Kilometer entlang des Abgrunds zu einem weiteren Aussichtspunkt namens „Hiker’s View Point“, wo sich ebenfalls wunderbare Fotomotive eröffnen. Auch der herrlich blaue Himmel trägt das Seine dazu bei. Nach 70-minütigem Aufenthalt am Fish River Canyon fahren wir zum 30 Minuten entfernten „Canon Roadhouse“, einer mit alten Fahrzeugen fantasievoll gestalteten Gaststätte, wo wir bis 14 Uhr zu Mittag verweilen. Hier bekommen wir zur Verwunderung Sandwich mit Leberkäse serviert. Die deutsche Kolonialzeit in Namibia lässt Grüßen. Auf der Rückfahrt nach Keetmanshoop halten wir außerplanmäßig bei der relativ kleinen und jungen Destillerie „Naute Kristall“, wo es für 50 ND eine Verkostung von Gin, Schnäpsen sowie Brandy mit Käse, Datteln, Schokolade und Billtong (getrocknetem Rindfleisch) als Beigabe gibt. Hier dürfen wir auch ein namibisches Gewitter miterleben, welches sich auf dem Blechdach schlimmer anhört als es tatsächlich ist. Um 16:30 Uhr erreichen wir das Canon Hotel in Keetmanshoop, wo wir um 19 Uhr ein etwas spärliches Buffet als Abendessen vorgesetzt bekommen. Dieses 3* Hotel bleibt während der Rundreise auch die schlechteste Unterkunft.

 

4. Rundreisetag, Freitag 13.5.2016


Nach dem Frühstück brechen wir um 7:30 Uhr zur nächsten langen Fahrstrecke von ca. 500 km auf, die uns am Ende des Tages zur ersten Lodge in Namibia am Rande des Namib Naukluft Parks führt. Dieser ist mit einer Gesamtfläche von rund 50.000 km⊃2; Namibias größtes Naturschutzgebiet. Es umfasst einen rund 100-150 km breiten Gürtel entlang der namibischen Küstenwüste, der im Norden am Swakop Flusstal beginnt und sich im Süden bis nach Lüderitz erstreckt.
Nach einem 15-minütigem Spaziergang über den Fish River bei Seeheim machen wir etwas später eine frühzeitige Mittagsrast in Helmeringshausen. Im gleichnamigen Hotel gibt es angeblich den besten Apfelkuchen von ganz Namibia. Natürlich müssen wir dies auf die Probe stellen. Und tatsächlich, der Kuchen hält was er verspricht. Am Nachmittag dann überraschenderweise die ersten beiden Giraffen am Wegesrand. Zwei Jahre nach unserer Südafrika-Reise wieder ein erhabener Anblick.
Gegen 16 Uhr erreichen wir die 4* Namib Desert Lodge. Eine wundervolle Lodge am Rande der Anlage wird uns zugewiesen. Doch Höhepunkt des Tages sind die unzähligen Oryx-Antilopen, die unmittelbar an der Lodge weiden und auf kürzester Distanz für Foros posieren. Auch das Abendessen um 18:30 Uhr wird zur afrikanischen Gaumenfreude. Ausgezeichnet ist vor allem das gegrillte Antilopenfleisch mit Kräuterbutter und Chilisauce sowie die exzellente Gemüsebeilage.
Heute begeben wir uns bereits um 21 Uhr zur Bettruhe, da wir am morgigen Reisetag zeitig aus den Federn müssen.

 

5. Rundreisetag, Samstag 14.5.2016


Um 4:15 Uhr läutet der Wecker und nach zwei Tassen Kaffee beginnt um 5 Uhr in der Dunkelheit bei herrlicher Sicht auf den klaren Sternenhimmel die Busfahrt. Kurz vor Sonnenaufgang passieren wir bei Sesriem die Einfahrt zum Sossusvlei. Auf der 65 km langen Fahrt ergeben sich etliche Fotostopps, um die faszinierend rote Dünenlandschaft, für die Namibia auch bekannt ist, mit der Kamera festzuhalten. Inmitten der Namib Wüste ist das Sossusvlei im Namib Naukluft Park eine von mächtigen Sanddünen umschlossene, salzverkrustete Lehmsenke. Die Dünen erreichen teilweise Höhen von über 300 m und gehören damit zu den höchsten der Welt. Sie entstanden im Laufe von vielen Millionen Jahren. Sand, vom Oranje Fluss unablässig ins Meer gespült, wurde durch den Benguela Strom an der Küste entlang nordwärts transportiert. Die Brandung schob den Sand an Land. Küstendünen entstanden, die durch den Wind landeinwärts verlagert wurden. Die Lehmsenke des Sossusvlei ist fast immer trocken. Nur alle 10 Jahre, nach heftigen Regenfällen, füllt sie sich mit Wasser, das durch den Tsauchab Rivier in das Vlei gelangt.
Die letzten 5 km legen wir mit einem 12-sitzigem Jeep zurück, ehe wir im Sossusvlei bei der großen Düne „Big Mama“ ankommen. Dann die eigentliche Herausforderung! Einige aus der Reisegruppe, so auch ich, besteigen die zirka 300m hohe Düne entlang des Grates. Ab der halben Distanz beginnt es heftig zu winden, so dass vorhandene Spuren rasch verweht werden, was die letzten paar hundert Meter schwieriger gestaltet. Nichts desto trotz erreiche ich den höchsten Punkt der Düne, von wo es nach einigen Fotos auf direktem, steilen Weg, laufend nach Unten an den Fuß der Düne zurück geht. Ein fantastisches Gefühl! Weniger berauschend dann die Wartezeit auf den Shuttlebus. Und als doch noch ein Fahrzeug eintrifft, müssen wir zu sechst übereinander in einer Reihe sitzen, wo üblicherweise nur drei Personen Platz finden. Aber irgendwie schaffen wir auch diese Hürde und die restlichen 60 km aus dem Gelände des Sossusvlei nach Sesriem. Von hier weg geht’s nur wenige Fahrminuten zum Sesriem Canyon, wo wir in 20 Minuten die halbe Schlucht hinein und wieder zurück wandern. Der Tsauchab River hat hier vor Millionen von Jahren eine Schlucht geschaffen. Steil und fast senkrecht ragen die Felswände nach Oben, zum Teil bis zu 30 m. Auch dieser Programmpunkt am heutigen Samstag kann durchaus begeistern. Knapp vor 14 Uhr erreichen wir wieder die Lodge, allerdings nur für eineinhalb Stunden. Denn dann geht’s mit Geländefahrzeugen zu einer „Sundowner-Tour“ auf die Dünen oberhalb der Lodge. Insgesamt 2,5 Stunden dauert die Geländetour, bei der wir an einigen sensationellen Aussichtspunkten Fotostopps einlegen. Das Highlight der Tour ist das entspannte Genießen des Sonnenuntergangs mit prachtvoller Farbenstimmung und den dazugehörigen Getränken und Snacks. Erst nach dem Besteigen des Jeeps bemerke ich die Wirkung des doppelten Gin-Tonic. Doch nach zehn Fahrminuten ist Alles wieder gut. Nach dieser sehr schönen Landschafzsfahrt und einer 30-minütigen Ruhepause begeben wir uns zum wohlverdienten Abendessen. Auch heute steht unter anderem Wild auf dem Programm. Ausgezeichnete Hackfleischbällchen aus Kudu-Fleisch mit sämtlichen Beilagen munden vorzüglich. Wieder geht's recht bald nach dem Abendschmaus ins wohlige Bett, da es auch am Sonntag Morgen frühe Tagwache gibt.

 

6. Rundreisetag, Sonntag 15.5.2016


Nachdem wir am Sonntag um 5 Uhr morgens aus den Betten müssen, eine halbe Stunde später zum Frühstück schreiten, verlassen wir um 6:30 Uhr die uns lieb gewonnene Namib Desert Lodge in Richtung Swakopmund. Schon bald entdecken wir entlang der Strecke die ersten Zebras auf dieser Reise. Beim "Wendekreis des Steinbocks" folgt ein kurzer Fotostopp, ehe wir durch den Kuiseb Canyon bis nach Walvis Bay fahren. Nach längerer Zeit abseits der Zivilisation landen wir wieder in einer Stadt, der 50.000 Einwohner drittgrößten des Landes. Hier stehen entlang der Uferpromenade Luxusvillen in Reih und Glied, was doch einigermaßen überrascht. Auch dem Phänomen des Nebels entlang der Atlantikküste sind wir erstmals ausgesetzt. Eigentlich haben wir den Abstecher nach Walvis Bay wegen der hier in den Wintermonaten ansässigen Pelikane und Flamingos eingeschlagen. Sowohl diese als auch Kormorane treffen wir auch an, ehe unser Weg weiter nach Swakopmund führt, wo wir nach einer kurzen Stadtrundfahrt um 12:30 Uhr im "The Delight Hotel" eintreffen - ein wunderbares, hochmodernes 3* Hotel der Gondwana-Kette. Die großen Zimmer mit Balkon sind designmäßig eingerichtet. Nach zweistündiger Auszeit spazieren wir individuell in Richtung Mole. Das Stadtbild des rund 30.000 Einwohner zählenden Ortes ist noch heute durch zahlreiche Kolonialbauten geprägt, da die Stadt am Atlantik Anfang des 20. Jhdt's zum Tor für das damalige Deutsch-Südwestafrika wurde. Auch in Swakopmund ist der Nebel ein steter Begleiter, so dass es sich um die Stadt mit dem meisten Rost weltweit handelt. Den Nachmittagskaffee nehmen wir im Kaffeehaus "Anton" ein, wo ich mir einen Irish Coffee genehmige, der aus einem mehrfachen Whiskey mit einem kleinen Espresso besteht. Leicht angeheitert geht's direkt zum vereinbarten Abendessen ins "Strand Hotel", wo man so richtig zünftig Stelze, Wiener Schitzel, Leberkäse und Bratwürstel konsumieren kann. Zudem gibt es selbstgebrautes Bier. Nach zwei Stunden Aufenthalt im riesigen, stimmungsvollen Restaurant mit Leberkäse als Vorspeise sowie Pizza und Burger als Hauptspeise, spazieren wir im Dunkeln zurück zum Hotel.

 

7. Rundreisetag, Montag 16.5.2016


Endlich wieder Ausschlafen! Das Frühstück um 7 Uhr übertrifft alle Erwartungen. Etwas traurig verlassen wir deshalb eine Stunde später nach nur einer Übernachtung das "The Delight Hotel" in Swakopmund in Richtung Norden entlang der Atlantikküste. Kurz vor Cape Cross nutzen wir die Gelegenheit ein Becken zur Meersalzgewinnung zu bestaunen und fotografieren. Beeindruckend die rosa Farbe und die starke Kristallbildung. Im Anschluss fahren wir weiter nach Cape Cross, dem Höhepunkt des Reisetages. Hier ging 1486 der portugiesische Seefahrer und Entdecker Diego Cão als erster Europäer an Land. Das hier beheimatete Robbenreservat Kreuzkap ist eines der größten Sammelgebiete der Südafrikanischen Seebären – einer Ohrenrobben-Art – am Festland. Sie bilden eine Kolonie von bis zu 250.000 Tieren. Faszinierend, wie nahe man hier an die Tiere heran kommt. Unglaublich die gewaltige Zahl an Robben, die sich entlang dieses Küstenstreifen tummeln. Besonderes Augenmerk legen wir während des halbstündigen Aufenthalts auf die schwarz gefärbten Jungtiere. Den extremen Gestank ertragen jedoch nicht Alle aus der Reisegruppe. Einige flüchten bereits vorzeitig in den Bus.
Vorbei am Brandberg, dem höchsten Berg des Landes mit jeder Menge 5000-jähriger Felsmalereien, fahren wir über das Städtchen Uis, wo wir eine kurze Mittagsrast einlegen, zu unserer nächsten Herberge, der Twyfelfontein Country Lodge. Ein kurzer Stopp bei der Volksgruppe der Hereros mit deren typischer Tracht entlang des Wegesrand darf in dieser Region des Landes nicht fehlen. Um 16 Uhr erreichen wir nach einem sehr warmen Nachmittag die Lodge, welche alle Erwartungen übertrifft. An einen Felshang, inmitten der zum Weltkulturerbe zählenden Felszeichnungen, ist das Hauptgebäude mit Rezeption, Restaurant und Bar gebaut. Unmittelbar daneben, ebenfalls am Hang gelegen, befinden sich die Lodges. Wir bekommen eine Unterkunft mit traumhaftem Blick auf die Bergwelt zugewiesen. Bevor die Dunkelheit einsetzt nutzen wir die wenige Zeit, um die Anlage zu inspizieren. Dabei fotografieren wir die Felszeichnungen, umherlaufende Gekos, eine Schlange so wie ein kleines pelziges Tier. Nach einem Barbesuch geht's im Anschluss direkt zum Abendessen, wo wir am fleischhaltigen Buffet Hühnchen, Oryx und Krokodil vorgesetzt bekommen. Wir nutzen die reichhaltige Auswahl an Speisen und begeben uns danach müde zu unserer Lodge, wo wir schon bald dahinschlummern.

 

8. Rundreisetag, Dienstag 17.5.2016


Wie am Vortag läutet um 6 Uhr morgens der Wecker. Nach dem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück verlassen wir zwei Stunden später die wunderschöne Twyfelfontein Country Lodge.
Nur wenige Kilometer entfernt besuchen wir die seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Felsrgravuren von Twyfelfontein, die zu den umfangreichsten Fundstätten auf der Welt zählen. Über 2500 Petroglyphen wurden hier gezählt. Die Gravuren befinden sich auf einer Reihe von glatten Felsplatten aus rötlichem Sandstein. Über das Alter ist man sich nicht einig. Schätzungen bewegen sich zwischen 2000 und 10000 Jahren.
Bei einer teils steinigen Kletterpartie am Rundwanderweg werden uns von einer einheimischen Führerin die acht schönsten Steinplatten erklärt. Bereits am frühen Morgen begleiten uns dabei warme Temperaturen und ein strahlend blauer Himmel. Zu sehen bekommen wir vor allem Tiermotive wie Nashorn, Giraffe, Oryx und Strauß als auch Symbole wie jenes eines runden Kreises mit Punkt in der Mitte, welches eine Wasserstelle darstellt. Nach einer Stunde kehren wir begeistert von Felsritzungen und Landschaft zurück zum Ausgangspunkt.
Gegen 11:15 Uhr erreichen wir den nächsten Besichtigungspunkt in unmittelbarer Nähe - den sogenannten "Versteinerten Wald". Auf einer Fläche von etwa 300 x 800 m sind 50 bis 60 größere fossile Baumstämme verstreut, die zwischen 240 und 300 Millionen Jahre alt sind. Die größten Stämme sind etwa 30 m lang und haben bis zu 6 m Umfang. Da die Stämme keine Reste von Wurzeln aufweisen, nimmt die Wissenschaft an, dass es sich um Treibholz handelt, das – vermutlich aus Angola – durch eine große Überflutung hier angeschwemmt wurde. Durch luftdichten Abschluss infolge der Abdeckung durch Sedimente und das Eindringen von Kieselsäure sind die Hölzer im Laufe von Jahrmillionen versteinert. Durch Erosion kamen sie wieder ans Tageslicht. Bei einer Rundwanderung wird uns von einem Guide die Entstehensweise erklärt.
Im Anschluss begeben wir uns auf eine zweistündige Fahrt zum heutigen Endziel, der Palmwag Lodge. Aus einiger Entfernung entdecken wir vom Straßenrand einen Wüstenelefanten, den wir zu Fuß ein Stück näher rücken, um ihn besser fotografieren zu können. Ein schönes Erlebnis, der größten Elefantengattung der Welt außerhalb eines Nationalparks zu begegnen.
Gegen 14:15 Uhr erreichen wir schließlich die Palmwag Lodge, die wie eine Oase im Nirgendwo eingebettet liegt. Nach Bezug der sehr netten, großzügigen Lodge mit moskitogeschütztem Bett, begeben wir uns gespannt auf Erkundungstour innerhalb des Geländes, wobei wir auch einen Trampelpfad für Elefanten mit Warnschild für Besucher aufspüren. Eine wunderschöne Anlage mit zwei Swimmingpools und Bar sowie Palmen und Schilf breitet sich vor uns aus. Wir nutzen den Nachmittag zur Entspannung bei dem einen oder anderen Getränk unter strahlend blauem Himmel.
Beim Buffet-Abendessen um 18:30 Uhr gibt es wie üblich auch Wild in Form von Kudu-Steak. Nach zwei Stunden prächtiger Unterhaltung gehen wir müde zu Bett und hoffen in der Nacht keinen tierischen Besucher begrüßen zu müssen.

 

9. Rundreisetag, Mittwoch 18.5.2016


Nach dem Frühstück verlassen wir um 7:30 Uhr die Palmwag Lodge und machen uns auf den Weg zum Etoscha-Nationalpark. Über den Grootberg-Pass und Kamanjab führt die Strecke nach Otjikandero zum Himba Orphan Village, wo wir in einer Stunde durch das Dorf geführt und in die Bräuche so wie Sitten der Himbas eingeweiht werden.
Nun folgen wir nach längerer Zeit wieder asphaltierten Straßen bis Outjo, wo wir bei Salami und Brötchen Mittagspause halten. Diese verlängert sich unfreiwillig, da der Keilriemenwechsel bei unserem Bus länger als erwartet dauert. So kommen wir erst wieder um 15:30 Uhr in die Gänge. Eine Stunde und 100 km später passieren wir das Anderson Gate im Süden des Etoscha-Nationalparks. Nur wenige Kilometer entfernt, beim ersten Wasserloch, die erste Tierbegegnung. Und was für eine! Zwei junge Löwinnen haben es sich nahe der Straße gemütlich gemacht, so dass wir wunderbare Fotos schießen können. Gegen 17:15 Uhr, kurz vor Sonnenuntergang, erreichen wir die staatliche Okaukuejo-Lodge. Kaum haben wir die Koffer in unserer kleinen Hütte verstaut, stürmen wir auch schon in Richtung Wasserloch, für welches diese Lodge bekannt ist. Welch ein Glück! Eine Giraffe beim Trinken gibt uns die Ehre.
Nach dem Abendessen um 18:30 Uhr geht's erneut zum Wasserloch, welches in der Dunkelheit mit orangefarbenem Licht ausgeleuchtet wird. Nachdem auf Anhieb fünf Elefanten geschmeidig in die "Arena" einmaschieren, folgen im Laufe der folgenden zweieinhalb Stunden zwei Nashörner, fünf Giraffen, zwei Oryx und jede Menge Schakale. Letztere begleiten uns während des gesamten Aufenthalts in der Lodge, auch beim Abendessen in unmittelbarer Nähe.
Um 22 Uhr verlassen wir voller beeindruckender Erlebnisse das Wasserloch in Richtung Lodge, wo wir die verdiente Bettruhe genießen.

 

10. Rundreisetag, Donnerstag 19.5.2016


Heute müssen wir wieder früh aus dem Bett. Bereits um 5:15 Uhr klingelt der Wecker. Noch bevor wir zum Frühstück schreiten, versuchen wir unser Glück am Wasserloch der Lodge. Doch leider Fehlanzeige! Kein einziges Tier lässt sich um diese Zeit blicken. Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus zurück zum Anderson Gate, wo wir den offenen, geländegängigen Safari-LKW für die ganztägige Pirschfahrt im Etoscha-Nationalpark besteigen. Etoscha umfasst eine Fläche von über 22.000 km⊃2; und wurde bereits 1907 von der Deutsch-Südwestafrikanischen Verwaltung zum Wildschutzgebiet erklärt. Im Zentrum liegt eine ausgedehnte Salzpfanne, umgeben von Gras- und Dornsavannen, Mopane-Buschland im Westen sowie Trockenwald im Nordosten.
Um 7:30 Uhr starten wir die Pirschfahrt in einen der größten Nationalparks Afrikas. Und siehe da - so wie gestern entdecken wir auch heute am ersten Wasserloch einen männlichen Löwen. So kann es ruhig weitergehen! Doch nach dem raschen Glücksmoment geht es erst Mal ruhiger zur Sache. Im Laufe des Vormittags steigert sich jedoch das Tieraufkommen wieder erheblich. Besonders an den Wasserlöchern entdecken wir Herden von Zebras, Springböcke, Knus, Oryx, Warzenschweine, Giraffen, Strauße, Nashörner, Schakale so wie eine nachtaktive Hyäne. Beeindruckend nicht nur die Tierwelt sondern auch ein Blick in die Weite der Etoscha-Salzpfanne, im Zentrum des Nationalparks gelegen. Nach der einstündigen Mittagsrast im Camp Halali, machen wir uns gegen 13:15 Uhr auf die zweite Etappe der Etoscha-Durchquerung. Und siehe da! Wir kommen voll auf unsere Kosten! So entdecken wir Giraffen in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug, die seltenen Geparden in Form eines Familienverbandes unter einem Baum liegend in größerer Distanz und am letzten Wasserloch im Osten des Parks bei bereits tiefstehender Sonne eine Herde Elefanten bei der Wasseraufnahme. Nach insgesamt 8,5 Stunden Pirschfahrt bei heftigem Wind und hohen Temperaturen, erreichen wir um 17:15 Uhr, nur 2 km außerhalb des Parks, die sehr schöne Mokuti Lodge.
Um 19 Uhr gibt es zum Abendessen Barbecue bei offenem Feuer. Nach dem abschließenden Barbesuch zieht es uns förmlich in die Federn, um für den kommenden Tag wieder fit zu sein.

 

11. Rundreisetag, Freitag 20.5.2016


Schon beim Erwachen bemerke ich leichte Kopfschmerzen, die sich langsam aber sicher mit Magenschmerzen paaren. Scheinbar habe ich bei der gestrigen Pirschfahrt im offenen Fahrzeug doch etwas zu viel Sonne abbekommen.
Nach ausgiebigem Frühstück verlassen wir um 7:30 Uhr die Mokuti Lodge am Rande des Etoscha-Nationalparks in Richtung Rundu im Norden des Landes, wo das eigentliche "Schwarzafrika" beginnt.
Der erste Stopp erfolgt eine Stunde später beim Otjikoto See, wo die Deutschen im Ersten Weltkrieg 1915 einiges an Kriegsgerät versenkt haben. Der nächste Halt ist in der Stadt Tsumeb nur wenige Kilometer entfernt.
Einen außerplanmäßigen Aufenthalt legen wir beim Hoba-Meteorit ein, der als der größte je auf Erden gefundene Meteorit gilt. Die Angaben über das Gewicht schwanken zwischen 50 und 60 to, seine Abmessungen betragen 2,70 × 2,70 × 0,90 m. Der Meteorit schlug vor etwa 80.000 Jahren auf der Erde ein und liegt immer noch in der ursprünglichen Position. Sein geschätztes Alter beträgt 190 bis 410 Millionen Jahre.
Im Anschluss begeben wir uns auf eine 260 km lange Busfahrt, die nur durch einen Stopp bei Straßenverkäufern unterbrochen wird. Hier wird Alexandra beim Verteilen von Süßigkeiten von den Kindern förmlich umgerannt. Disziplin und Teilen gehören nicht zu den Tugenden der hiesigen Kids. Vorbei an der Stadt Rundu verlaufen die letzten 2 km Anfahrt zur Hakusembe River Lodge sehr abenteuerlich. Wir müssen durch einen wasserlosen Seitenarm des Okavango River, ehe wir die herrlich am Fluss gebaute Lodge erreichen. Nun ist offensichtlich Moskito- bzw. Maleronealarm. Nach dem Bezug der prachtvollen, geräumigen Lodge gilt unser Augenmerk dem Mükenspray und seiner Wirkung. Diese wird beim wundervollen Sonnenuntergang am Okavango River auf die Probe gestellt.
Um 18:30 Uhr sind wir dann bei leckerem Buffet sowie Gesang- und Tanzvorführung in bester Stimmung.

 

12. Rundreisetag, Samstag 21.5.2016


Der Samstag Morgen beginnt mit einer Überraschung. Mit dem morgendlichen Weckklopfen an der Lodge-Türe wird vom Personal Kaffee ans Zimmer gebracht. Auf dem Weg von der Lodge zum Restaurant können wir die Morgendämmerung mit Dunst über den dahingleitenden Fluten des Okavango River genießen.
Um 7 Uhr verlassen wir die Hakusembe River Lodge zu unserer 400 km-Tagesetappe bis zur nächsten Lodge. Diese erreichen wir um 14 Uhr, nachdem wir die Uhren wieder eine Stunde nach vor drehen und eine 25-minütige Bootsfahrt unternehmen. Nach kurzer Mittagspause mit Toast starten wir um 15:20 Uhr zur spektakulären Pirschfahrt im Babwata-Nationalpark, im westlichen Caprivizipfel. Zuerst geht es mit dem Boot den Seitenarm des Kwando River entlang, wo wir Flusspferde und ein Krokodil entdecken, ehe wir auf Geländefahrzeuge für jeweils zehn Personen umsteigen. Ab hier fahren wir durch spektakuläre Landschaften und sehen dabei Paviane, Impalas sowie Kudus. Bei einer kurzen Erfrischungspause am Fluss dürfen wir eine kleine Herde Elefanten beim Baden beobachten. Als wir die Weiterfahrt antreten begegnen wir auf einer Lichtung eine Unzahl von Elefanten, einer Schätzung zu folge zwischen 100 und 200 Stück. Mehrmals queren Tiere aus verschiedenen Herden unseren Weg. In der nun üppiger bewachsenen Landschaft kommt es zu einigen gefährlichen Situationen, da wir mit unseren beiden Fahrzeugen kurzzeitig Familienverbände voneinander trennen. Das Gebrüll und die dazugehörigen Gebärden der Elefanten sind furchterregend und erinnern an den Kino-Blockbuster "Jurassic Park". Schließlich erreichen wir bei eintretender Dämmerung die Anlegestelle der Boote, mit denen wir nun im schnellen Tempo den Fluss zur Lodge bewältigen müssen, ehe es Finster wird. Die afrikanische Abendstimmung ist einzigartig! Auf einer Seite die Abendröte der untergehenden Sonne, auf der anderen der hell beleuchtete Vollmond.
Gegen 18:30 Uhr erreichen wir schließlich die Mazambala Island Lodge. Da wir mit Verspätung ankommen geht es gleich zum Abendessen. Danach dann der "Höhepunkt" der Lodge. Diese weist nämlich anstelle von Fenstern lediglich Fliegengitter auf, und das im namibischen Spätherbst. Mit mehreren Schichten Bekleidung begeben wir uns zu Bett und hoffen bei Außentemperaturen von unter 10 Grad am nächsten Morgen nicht bereits erfroren zu sein.

 

13. Rundreisetag, Sonntag 22.5.2016


Mit zwei extra dicken Decken und dem nötigen Humor überstehen wir die eisige Nacht. Nach dem spärlichen Frühstück fahren wir mit den Booten den seitenarm des Kwando River entlang zu unserem Bus. Auf dem Wasserweg sehen wir nicht nur Flusspferde im kühlen Nass, sondern dürfen eines dieser Spezie auch an Land bewundern.
Mit dem Reisebus fahren wir im gewohnt zügigen Tempo die letzten Kilometer auf namibischen Boden bis zur Grenze nach Botswana in Ngoma. Die Grenzformalitäten sind relativ rasch erledigt, so dass noch an der Grenze ein Ständchen zum 75. Geburtstag unseres Reiseleiters Claus fällig wird. Vom botswanischen Grenzposten lässt sich auch die wundervolle Natur im Umland beobachten. Nicht nur Elefantenbrotbäume sondern auch den wasserreichen Sambesi River gilt es zu fotografieren. Am Weg zur Lodge erfahren wir vom Reiseleiter, dass der Südafrikanische Rand und damit auch der an ihm gebundene Namibische Dollar gleich um 18% gefallen sind. Damit hat unser gewechseltes Geld von einem auf den anderen Tag eine gewaltige Entwertung erlebt, und noch dazu wird die Währung der Nachbarländer in Botswana nicht mehr gewechselt.
Gegen 13 Uhr erreichen wir die Chobe River Lodge in Kasane. Zu unserer Überraschung bekommen wir als einziges Paar der Gruppe ein Zimmer in der benachbarten Chobe Bush Lodge zugewiesen. Wie wir später vom Reiseleiter erfahren scheinbar nicht zu unserem Nachteil, da diese Lodge etwas höher eingestuft ist. Nach kurzer Eingewöhnungsphase brechen wir bereits um 15 Uhr zur fakultativen Boots-Safari auf dem Chobe River auf. Dieser hat seinen Ursprung im Hochland Angolas, wo er den Namen Kwando trägt. Seine lange Reise führt ihn bis zum Caprivi Streifen in Namibia, wo er zum Grenzfluß zwischen Namibia und Botswana wird. Hier ändert sich sein Name in Linyanti, bevor er bei Ngoma zum Chobe wird.
Drei Stunden dauert bei blitzblauem Himmel diese Fahrt im Naturparadies. Nachdem wir zuerst kleinere Tiere wie Vögel und Krokodile zu Gesicht bekommen, sind es wenig später Elefanten, die das Wassergras abfressen, Nilpferde, die immer wieder neben uns auf- und abtauchen sowie abermals eine Herde Elefanten mit Jungtieren, die sich den Hügel zu uns herunterbewegen, um genügend Wasser aufzunehmen. Ein wahrliches Paradies für Tierliebhaber und Fotografen! Zum Abschluss der Ausfahrt dürfen wir auch noch den farbenprächtigen Sonnenuntergang am Chobe River mitverfolgen. Die Boots-Tour im Chobe-Nationalpark ist somit eines der Reisehighlights.
Das Abendessen in Buffetform ist eines der Besten während der gesamten Reise. Glücklicherweise dürfen wir auch Morgen Abend nochmals zuschlagen.

 

14. Rundreisetag, Montag 23.5.2016


Die Nacht auf Montag hat es in sich! Gegen 3 Uhr wache ich mit Magen-Darmbeschwerden auf, so dass ich die folgenden zwei Stunden mehr Zeit auf der Toilette als im Bett verbringe. Kann ich überhaupt an der für 6 Uhr angesetzten Pirschfahrt mit offenen Geländefahrzeugen im Chobe-Nationalpark teilnehmen? Die Entscheidung diesbezüglich treffe ich erst kurz vor Abfahrt. Und diese fällt schließlich positiv aus. Trotz weiterhin heftiger Magenschmerzen wage ich das Abenteuer "Chobe-Nationalpark". Der wildreichste Nationalpark von Botswana entstand 1960 und umfasst ein rund 11.000 km² großes Gebiet südlich des Chobe River.
Leider verläuft die erste Hälfte der Pirschfahrt ohne großartige Tierbegegnungen. Die wundervolle Landschaft entschädigt dann doch für Vieles. Zur Halbzeit, bei einem Zwischenstopp, gibt es Kaffee, Tee und Kuchen. Als es hell und wärmer wird kommen dann doch einige Tiere zum Vorschein. Nachdem wir Kudus, Impalas, Warzenschweinen und Giraffen begegnen, soll angeblich in unmittelbarer Nähe ein Löwe gesichtet worden sein. Als wir an der Stelle ankommen, sehen wir leider nur mehr das Hinterteil in großer Entfernung hinter einem Busch verschwinden. Was allerdings hoch interessant zu beobachten ist - eine Herde Impalas, deren verängstigte Blicke allesamt in Richtung des davonschleichenden Löwen wandern. Sobald sich die Tiere entspannt haben, wissen auch wir, dass es heute vermutlich keine weitere Löwensichtung geben wird. Glücklicherweise beruhigt sich bis zur Rückkehr in die Lodge mein Magen wieder.
Wir nutzen die Freizeit bis zum Nachmittag für ein zweistündiges Schläfchen, um die versäumten Nachtstunden wieder einzuholen. Danach begeben wir uns zum Restaurant beim Pool am Chobe River gelegen, wo wir einen kleinen Mittagssnack zu uns nehmen.
Um 15 Uhr starten wir wie am Vortag zur Boots-Safari auf dem Chobe River. Wir genießen entspannt die wunderbare Landschaftsfahrt, wo wir so wie schon tags zuvor jede Menge Tiere am Ufer als auch im Wasser zu Gesicht bekommen. Krokodile, Vögel, Impalas, Kudus, Varane, Elefanten in allen erdenklichen Situationen sowie Hippos, die dieses Mal auch außerhalb des Wasser zu sehen sind. Auch die heutige dreistündige Bootsfahrt zählt zu den Reisehighlights.
Um 19 Uhr genießen wir ein zweites Mal das köstliche und umfangreiche Abendbuffet der Lodge. Bei mir bleibt es heute bei magerer Kost, um den Magen vor dem morgigen Reisetag nicht unnötig zu belasten.

 

15. Rundreisetag, Dienstag 24.5.2016


Nach dem ausgiebigen Frühstück verlassen wir um 7:45 Uhr die Chobe Bush Lodge Richtung Grenze nach Simbabwe. Diese erreichen wir eine halbe Stunde später, nachdem wir an kilometerlangen LKW-Schlangen vorbeifahren, die bis zu zwei Wochen auf ihre Abfertigung warten müssen. Nach insgesamt 80 Minuten und 30 $ Visagebühr ärmer, sind wir in Simbabwe angelangt. Nach weiteren 80 Minuten Landschaftsfahrt erreichen wir die Viktoria Wasserfälle, die seit 1989 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Es handelt sich um die größten Wasserfälle Afrikas, die 1855 vom Afrikaforscher David Livingstone entdeckt und nach der damaligen englischen Königin benannt wurden. Auf einer Breite von fast zwei Kilometern stürzt der gewaltige Sambesi River – er entspringt im Hochland von Zambia – hier 120 m in die Tiefe. Umgeben ist das Naturschauspiel von paradiesisch schöner Natur mit tropischem Regenwald.
Nachdem wir die Statue von Livingston bewundert und fotografiert haben, eröffnet sich bereits der erste Blick auf den wasserreichen Sambesi River mit seiner mächtigen Fallstufe. Die Nähe zu den Fällen zeigt die enormen Wassermengen und deren gigantische Energie. Auf dem sehr schönen Spaziergang durch den tropischen Wald am Abgrund der Schlucht wird die Gischt, welche aufwärts steigt, von Meter zu Meter heftiger, so dass wir nach zwei Drittel der Strecke völlig durchnässt kehrt machen, und die restliche Zeit in der mittäglichen Sonne im Restaurant verbringen, wo wir unsere Klamotten zu trocknen versuchen. Vergebens!
Gegen 13:15 Uhr verlassen wir das Areal der Victoria Falls und fahren zur nahegelegenen A'Zambezi River Lodge, dem letzten Quartier unserer Rundreise. Ein wunderschönes Gelände direkt am Sambesi River gelegen.
Doch Zeit zum Genießen und Erholen bleibt nicht. Schon für 14:30 Uhr buchen wir spontan für stattliche € 140,-/Person den sogenannten "Lion Walk". Dabei kann man gemeinsam mit Löwen einen Spaziergang in der Natur unternehmen. Nach 20-minütiger Anfahrt zum Naturpark erhalten wir eine Einweisung in englischer Sprache in die Verhaltensrichtlinien sowie einen Filmvortrag über das hiesige Projekt. Die 18 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern werden in zwei Gruppen eingeteilt und für jeweils 45 Minuten mit den Löwen auf den Spaziergang geschickt. Wir sind in der zweiten Gruppe an der Reihe. "Bewaffnet" mit einem Stock, vor dem die Löwen angeblich Respekt zeigen, kann das Abenteuer beginnen. Nachdem wir bereits einige hundert Meter gelaufen sind, werden die vier Junglöwen im Alter von sieben Monaten von Volunteers zu uns gelotst. Ein atemberaubendes Erlebnis, so nahe, ohne Gitterwände, an die Raubtiere heran zu kommen. Anfangs streuben sich die Kleinen vor dem Auslauf und machen es sich lieber bequem. Nach etwas Aufmunterung durch das Personal kommt die Gruppe aus drei weiblichen und einem männlichen Jungtier langsam aber sicher in Schwung. Beim Fotoshooting mit den Löwen knabbert eines der beiden Fotoobjekte etwas an meiner Hand. Die dreiviertel Stunde vergeht leider wie im Flug, die Erinnerung an diese einmalige Begegnung bleibt jedoch für immer in unseren Köpfen und Herzen. Nach der anschließenden Jause mit einheimischen Snacks und der Vorführung unseres Kurzfilms, den wir natürlich mit nach Österreich nehmen, bringt uns der Shuttlebus gegen 18 Uhr zurück zur Lodge am Sambesi River.
Eine Stunde später findet wie meist in den Lodges das Abendessen unter freiem Himmel statt. Im Anschluss begeben wir uns mit Freunden noch zu einem abschließenden Drink an die Poolbar. Ein würdiger Abschluss für eine spektakuläre Rundreise!

 

16. Rundreisetag, Mittwoch 25.5.2016


Um 8 Uhr begeben wir uns zum letzten gemütlichen Frühstück auf afrikanischem Boden.
Erst gegen 10:45 Uhr, mit etwas Verspätung, werden wir von der Lodge mit dem Flughafen-Shuttle abgeholt. Bereits 30 Minuten später sind wir beim Viktoria Falls Airport angelangt, wo wir um 13:25 Uhr mit 15-minütiger Verspätung zu unserer Odyssee nach Österreich aufbrechen. Nach 80-minütigem Flug nehmen wir in Johannesburg erst einmal Abschied von einem Teil der Reisegruppe, die noch ein paar Tage in Kapstadt anhängen. Nach 4,5 Stunden Wartezeit startet der Airbus 340 der South African Airways Richtung Frankfurt. Über 10,5 Stunden Nachtflug liegen vor uns. An ein vernünftiges Schlafen ist dabei kaum zu denken. Kurz nach 6 Uhr morgens landen wir schließlich am deutschen Flugdrehkreuz Frankfurt. Und dann folgt das Martyrium der Kontrollen. Unmittelbar nach dem Aussteigen die erste Personalkontrolle, danach der Scan des Reisepasses und die Abnahme der biometrischen Daten. Etwas später der Ganzkörperscan, der ebenso wenig funktioniert wie der Reisepass-Scan. Gerade einmal 10 Minuten vor dem Boarding erreichen wir das Abfluggate.
Um 8:15 Uhr, mit 25 Minuten Verspätung, hebt der Airbus 320 der Austrian Airlines zum letzten Flug auf dieser Reise ab. Nach 75 Minuten landen wir in Wien/Schwechat. Heimischer Boden hat uns wieder.
Bereits 90 Minuten nach der Landung kommen wir nach 24,5 Stunden Heimreise einigermaßen geschlaucht in Wr. Neustadt wohlbehalten an.

 

RESÜMEE ZUR REISE


Nach 18-tägiger Rundreise durch die drei südlichen afrikanischen Länder Namibia, Botswana und Simbabwe können wir ein durchwegs positives Resümee über die Reisedestination ziehen.
Namibia ist ein sehr junger Staat, der im Zuge des Namibischen Befreiungskampfes 1990 die Unabhängigkeit von Südafrika erlangte. Das Land ist aufgrund des großen Flächenanteils der Namib-Wüste nur sehr dünn besiedelt. Auf eine Fläche von 824.116 km⊃2; - 2,3 Mal so groß wie Deutschland - kommen lediglich 2,1 Millionen Einwohner. Nach der Mongolei gilt Namibia damit als der am dünnsten besiedelte unabhängige Staat der Erde. Der deutsche Einfluss - das Land war von 1884-1920 unter dem Namen Deutsch-Südwestafrika Kolonie - nicht zu übersehen. So tragen viele Städte und Straßen deutsche Namen. Auch sprechen viele Einwohner die deutsche Sprache, die in manchen Schulen noch unterrichtet wird.
Mit dem Monat Mai - in Namibia bereits Spätherbst - haben wir eine sehr gute Jahreszeit zum Reisen erwischt. Die Temperaturen haben sich tagsüber zwischen 22-30 Grad eingependelt - schön warm aber nicht zu heiß. Mit Nachttemperaturen teils unter 10 Grad entgeht man auch großteils der Malaria-Gefahr. Zudem herrscht Trockenzeit, in der die Tiere die natürlichen und künstlichen Wasserlöcher aufsuchen, so dass man sie bei den Pirschfahrten einfacher findet. Wir hatten beinahe eine ganze Woche durchgehend wolkenloses Wetter mit strahlend blauen Himmel.
Die Reisegruppe bestand aus 22 Teilnehmern, wobei mit Helga & Gerald zwei alte Bekannte von der Südafrika-Rundreise 2014 mit dabei waren, mit Lisi & Stefan rasch zwei weitere in die ursprüngliche Vierergruppe hinzukamen.
Mit Claus hatten wir einen namibischen Reiseleiterdeutscher Abstammung an unserer Seite, der ursprünglich aus dem Bäckergewerbe stammt und bereits im höheren Alter die Profession wechselte, um in die Tourismusbranche einzusteigen. Aufgrund der spärlichen Staats-Renten in Namibia muss er noch mit 75 Jahren der Arbeit nachgehen, um sich ein halbwegs vernünftiges Leben leisten zu können.
Ein Lob gilt der Fluglinie "South African Airways", deren Besatzung beim 90-minütigen Kurzflug von Johannesburg nach Windhoek eine vollwertige Mahlzeit servierte.
Spannend hingegen die knapp 4700 km lange Busfahrt auf namibischen Straßen, denn rund zwei Drittel der Strecke holperten wir mit dem etwas skurilen Bus über Schotterpisten. Skuril deshalb, weil das Fahrwerk von einem LKW stammt und nur der Aufsatz dem eines Reisebusses entspricht. So ließen sich auch die teilweise schlechten Fahrbahnverhältnisse einigermaßen vernünftig bewältigen.
Für die Highlights einer Reise durch Namibia sorgen vor allem Fauna und Flora. Auf Städtebesichtigungen, mit Ausnahme von Swakopmund, kann man getrost verzichten.
Erster Höhepunkt war der Fish River Canyon im Süden des Landes, seines Zeichens zweitgrößter Canyon der Welt. In weiterer Folge ist der Namib Naukluft Park mit den riesigen roten Sanddünen des Sossusvlei typisch für das Land. An der Atlantikküste begeistert die gewaltige Robbenkolonie am Cape Cross. Aber Vorsicht! Wenn man geruchstechnisch zartbeseitet ist, sollte man dann doch einen Bogen um die geruchsintensiven Tiere machen. Im Norden des Landes glänzt die Tierwelt bei diversen Pirschfahrten zu Wasser und zu Land. Eine gute Gelegenheit die "Big Five" zu entdecken besteht im Etoscha-Nationalpark, der zu den größten seiner Art in Afrika zählt. Ein weiteres Highlight ist die mit mehreren Flüssen durchzogene Landschaft des Caprivi-Streifen im nordwestlichen Grenzgebiet. Hier lohnen sich Tierbeobachtungen im Bwabwata-Nationalpark. Ein großes Plus unserer ausführlichen Reise waren die kurzen Abstecher nach Botswana und Simbabwe. Der zweitägige Aufenthalt im Chobe-Nationalpark mit den beiden Boot-Safaris am Chobe River wird einen bleibenden Eindruck auf uns hinterlassen. Ebenso das letzte Reisehighlight in Simbabwe - die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Viktoria Fälle. Unser kleines, persönliches Reisehighlight bescherten wir uns dann am letzten Nachmittag mit dem sogenannten "Lion Walk", wo wir gemeinsam mit Junglöwen einen Spaziergang in der freien Natur unternahmen.
Sollte man an einen engbemessenen Reisezeitraum gebunden sein, sollte man eher auf den Süden Namibias verzichten, um den Norden mit Caprivi-Streifen, Chobe-Nationalpark und Viktoria Fälle zu bereisen.

 


2007-2019 Schuh-Design. Alle Rechte vorbehalten. Fotos - inklusive der Verlinkungen zu selbigen - sind ausschließlich Eigentum des Seitenbetreibers.

Sie sind hier:  >> Reisen 16-18  >> Namibia, Botswana & Simbabwe 2016