Vietnam & Kambodscha (2.3.-18.3.2017)

 

 

 

 

Reiseroute

  • 02.+03.03.17: Anreise von Wien über Doha und Bangkok nach Hanoi
  • 04.03.17: Hanoi
  • 05.03.17: Halong-Bucht
  • 06.03.17: Halong-Bucht - Flug von Hanoi nach Hue
  • 07.03.17: Hue
  • 08.03.17: Lang Co-Strand - "Wolkenpass" - Da Nang - My Son - Hoi An
  • 09.03.17: Marmorberge - Hoi An
  • 10.03.17: Flug von Da Nang nach Saigon (Ho Chi Minh Stadt)
  • 11.03.17: Kloster Vinh Trang - Bootsfahrt im Mekongdelta zur Dracheninsel Con Tan Long- Can Tho
  • 12.03.17: Can Tho - Schwimmender Markt von Cai Rang - Chau Doc
  • 13.03.17: Fahrt mit dem Schnellboot von Chau Doc nach Phnom Penh
  • 14.03.17: Flug von Phnom Penh nach Siem Reap - Angkor (Preah Ko, Bakong, Angkor Wat)
  • 15.03.17: Angkor (Ta Prohm, Ta Keo, Angkor Thom, Elefantenterrasse, Phimeanakas, Baphuon, Bayon, Preah Khan, Neak Pean, Ta Som, Östlicher Mebon, Pre Rup)
  • 16.03.17: Beng Mealea - Tonle Sap (Bootsfahrt bei Kompong Khleang)
  • 17.03.17: Angkor (Banteay Samre, Banteay Srei) - Siem Reap - Rückflug von Siem Reap über Bangkok und Doha nach Wien
  • 18.03.17: Ankunft in Wien

 

 

Fotogalerien

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HANOI
HANOI
HOI AN
HOI AN
ANGKOR
ANGKOR
HALONG BUCHT
HALONG BUCHT
HO-CHI-MINH-STADT (SAIGON)
HO-CHI-MINH-STADT (SAIGON)
TONLE SAP
TONLE SAP
HUE
HUE
MEKONG DELTA
MEKONG DELTA
LAND & LEUTE
LAND & LEUTE
MY SON
MY SON
Phnom Penh
Phnom Penh

 

Rundreise durch Vietnam & Kambodscha

 

URLAUBSPLANUNG


Seit der Rundreise durch Myanmar 2015 haben wir die beiden süsostasiatischen Länder Vietnam und Kambodscha in die engere Reiseliste aufgenommen. Mitreisende erzählten uns damals mit Begeisterung von dieser Reise, und dass sie dabei den gleichen ausgezeichneten Reiseleiter wie auf dieser Tour hatten.
Im Herbst 2016 erfahre ich von meinem Arbeitskollegen, dass er erstmals Vater wird und daher die für März 2017 geplante Reise nach Thailand stornieren muss. Dies eröffnet uns die Möglichkeit Anfang März die 17-tägige Rundreise mit Kneissl Touristik und Reiseleiter Enrico nach Vietnam & Kambodscha zu buchen.

Höhepunkte der Reise sind die Schifffahrt mit Übernachtung in der berühmten Halong Bucht zu Beginn der Reise so wie die dreitägige Besichtigung des zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Angkor mit seinen zahlreichen Tempelanlagen am Ende der Reise. Mit Hue, Hoi An und My Son warten weitere Welterbestätten auf uns. Zusätzlich werden wir zwei Tage im fruchtbaren Mekong Delta verbringen, wo wir die ländliche Bevölkerung bei Fischzucht und Landwirtschaft beobachten dürfen.

Leider erwischte mich zwei Tage vor Abreise ein viraler Infekt mit leichtem Fieber und ergiebigen Halsschmerzen, der sich im Laufe der kommenden Wochen als hartnäckiger Begleiter und Urlaubsspielverderber herausstellen sollte.

 

ANREISETAGE, Donnerstag 2.3. & Freitag 3.3.17


Gegen 14 Uhr fahren uns Freunde zur Abflughalle am Flughafen Wien/Schwechat.
Kurz vor 18 Uhr beginnt das 17-tägige Abenteuer "Kambodscha & Vietnam" mit der ersten Teilstrecke mit einer Boeing 787 ("Dreamliner") von Qatar Airways Richtung Doha, von wo wir um 2:30 Uhr mit einer Boeing 777 mit zweistündiger Zwischenlandung in Bangkok weiter nach Hanoi fliegen, wo wir um 16 Uhr Ortszeit nach zwanzigstündiger Anreise geschlaucht landen.
Einziger Programmpunkt am Freitag ist ein ausgiebiges Abendessen in einem Restaurant am Stadtrand, bei dem wir einen ersten Eindruck von der Vielfalt der ausgezeichneten vietnamesischen Küche erhalten.
Gegen 20:30 Uhr erreichen wir schließlich unser Tagesziel und Ausgangspunkt der Rundreise, das Hotel "Lan Vien" im Stadtzentrum der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi.

 

1. Rundreisetag, Samstag 4.3.17


Der erste Tag in Südostasien beginnt um 8:30 Uhr mit der ganztägigen Besichtigung der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Der bewölkte Himmel und etwa 25 Grad erweisen sich als idealer Wegbegleiter für unser Marathonprogramm.

Erste Anlaufstätte der 23-köpfigen Reisegruppe, geführt von Reiseleiter Enrico und seinem befreundeten vietnamesischen Kollegen Tai, ist der Ba-Dinh-Platz, wo nach der Kapitulation der Japaner im Jahre 1945 Ho Chi Minh die Unabhängigkeitserklärung verkündet hat. Im Zentrum des weitläufigen Platzes befindet sich das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, das den einbalsamierten Leichnam des revolutionären Gründers des damaligen Nordvietnam beherbergt. Als die Vaterfigur („Onkel Ho“ genannt) vieler Vietnamesen im Jahre 1969 starb, wurde sein Leichnam im wuchtigen Mausoleum bestattet. Dieses ist ein Ort von großer Bedeutung für viele Vietnamesen und daher einer der am meisten besuchten Attraktionen von Hanoi. Die tägliche, endlose Warteschlange vor dem Gebäude hält uns von einer Innenbesichtigung ab, so dass wir vorbei am benachbarten Präsidentenpalst zum Wohnhaus von Ho-Chi-Minh gelangen, welches wir auch von Innen begutachten. Es handelt sich dabei um ein bescheidenes Holzhaus, das auf Pfeilern an einem Teich ruht, und "Onkel Ho's" einfache Lebensweise verdeutlicht. Hier lebte er von 1958 bis zu seinem Tode im Jahre 1969.
Ein kurzer Spaziergang, Weg von den Massen, führt uns zur Ein-Säulen-Pagode, welche ursprünglich aus dem 11. Jhdt. stammte. Im Jahre 1954 wurde diese während des französischen Krieges zerstört. Bereits ein Jahr später konnte man die einstige, von Kaiser Ly Thai Tong in Auftrag gegebene Pagode wieder rekonstruieren. Als Gestalt für den Bau griff man auf die Lotusblütenform zurück. Diese Form ergab sich aus einem Traum des kinderlosen Kaisers Ly Thai Tong: Er hatte von der Göttin Quan Am geträumt, welche ihm einen Sohn geweissagt hat - auf einer Lotusblume sitzend. Die Weissagung ging in Erfüllung, und des Kaisers Dank war diese Pagode.
Nach wenigen Fahrminuten mit dem Bus erreichen wir den Literaturtempel, die bedeutendste historische und kulturelle Hinterlassenschaft in Hanoi. 1070 von Kaiser Thánh Tông erbaut, stellt der Anlagenkomplex, der sich in fünf ummauerte Innenhöfe unterteilt, bis heute zwar das Hauptheiligtum Vietnams dar, gleichwohl handelte es sich von Anbeginn um die erste Akademie des Landes, in der zwischen 1076 und 1915 die Söhne der Mandarine und verschiedene Hochbegabte der bürgerlichen Aristokratie unterrichtet wurden. Im Gedenken an den weisen Konfuzius wurde eben jene Nationaluniversität Quốc Tử Giám auf dem Gelände des Literaturtempels gegründet. Der Tempel basiert auf der Grundlage des Konfuziustempels in der Geburtsstadt Konfuzius´ Qufu in der chinesischen Provinz Shandong. Wir schlendern eine dreiviertel Stunde durch die wunderschön angelegte Grünanlage inmitten der Stadt, und haben auch das Glück Studien-Absolventen beim traditionellen Foto-Shooting beobachten zu dürfen.
Weiter geht es per Bus zum Westsee, wo wir leider außerhalb der Öffnungszeiten zu der auf einer Halbinsel gelegenen Tran Quoc Pagoda gelangen, so dass wir direkt weiter zum Quan Thanh Tempel spazieren. Dieser wird auch Tran Vu Tempel genannt, da er Huyen Thien Tran Vu (Hüter des Nordens des Landes) gewidmet ist. Es ist einer der vier „Thang Long Tu Tran“ (Heiliger Tempel), die in den vier verschiedenen Himmelsrichtungen gebaut wurden und die Hauptstadt vor bösen Geistern bewachen sollten. Beeindruckend im Inneren des Tempels ist die riesige schwarze-bronzene Huyen Thien Tran Vu-Statue, die fast vier Meter hoch ist und etwa vier Tonnen wiegt.
Danach fahren wir mit dem Bus retour in das Stadtzentrum an den Hoan-Kiem-See oder "See des zurückgegebenen Schwerts". Einer Legende nach bekam hier ein armer Fischer von einer goldenen Schildkröte ein magisches Schwert geschenkt, mit dem es ihm gelang, die chinesischen Besatzer der Ming-Dynastie in die Flucht zu schlagen. Als der Fischer später als König zum See zurückkehrte, forderte die Schildkröte das Schwert zurück und verwandelte es in einen Drachen, der seither der Schutzgeist des Sees ist. Aus Dankbarkeit ließ der König auf einer Insel im See den dreistöckigen Schildkrötenturm errichten, der heute das Wahrzeichen der Stadt bildet.
Wir schlendern dem See entlang und überqueren die rote Brücke zur Jade-Insel Ngoc Son, wo wir den im 19. Jhdt. erbauten Tempel Don Ngoc Son besichtigen.
Danach haben wir uns eine kurze Pause mit vorzüglichem Finger Food verdient. Reiseleiter Tai hat für uns Frühlingsrollen besorgt, eine der typischen Speisen Vietnams, die in allen Landesteilen unterschiedlich zubereitet werden.
Frisch gestärkt folgt eine gemütliche Fahrt mit kleinen Elektrofahrzeugen durch die teilweise engen Gassen der Altstadt, die einen guten Eindruck über das Alltagsleben vermittelt.
Nach einer halbstündigen Pause bei Kaffee und Kuchen in einem äußerst modernen Kaffeehaus folgt der kulturelle Höhepunkt des Tages. Wir besuchen das traditionellen Wasserpuppenthater "Lotus", wo nicht nur die mit langen Stöcken geführten Puppen sondern auch die Künstler hinter einem Bambusvorhang während der Darbietung bis zu den Knien im Wasser stehen. Dargestellt werden mittels unzähliger Charaktere diverse vietnamesische Legenden untermalt von einheimischer Live-Musik. Ein besonderes Erlebnis, da diese Kunstform weltweit einzigartig ist.
Zum Ausgleich, um die Beine zu vertreten, umrunden wir den halben Hoan-Kiem-See und durchstreifen auf dem Weg zum wohlverdienten Abendessen in einem Restaurant aufmerksam die Gässchen der Altstadt, wo wir vor lauter Staunen nicht herauskommen.
Nach kurzem Zwischenstopp im zentral gelegenen Hotel nutzen wir den angebrochenen Samstag Abend und tauchen in die einheimischen Massen rund um den vom Verkehr gesperrten Hoan-Kiem-See ein, um die Athmosphäre aufzusaugen. Ein sehr langer, ereignisreicher und wunderschöner erster Reisetag neigt sich langsam dem Ende zu, da wir am nächsten Tag bereits früh das Hotel verlassen werden.


 

2. Rundreisetag, Sonntag 5.3.17


Bereits um 7:45 Uhr, nach einer durch Hustenreiz schlaflosen Nacht, sitzen wir hundemüde im Reisebus von Hanoi Richtung Halong Bucht. Gegen 12:15 Uhr erreichen wir die Perleninsel, von wo aus unsere eintägige Bootstour auf einem Schiff der Pelican Halong Cruise beginnt. Eine Stunde später, nachdem wir unsere geräumige Kabine mit großem Schiebefenster bezogen haben, verlassen wir den neuen, in Ausbau befindlichen Hafen inmitten einer Armada von Touristenkähnen.
Die Halong-Bucht ist ein rund 1500 km⊃2; großes Gebiet im Golf von Tonkin. Nach offiziellen Angaben ragen 1969 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch aus dem Wasser. 1994 erklärte die UNESCO die Bucht zum Weltnaturerbe. Erst 1997 erlangte die Bucht Weltruhm und rückte in den medialen Mittelpunkt, als man im Film "James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie" den Showdown in der Halong-Bucht drehte.
Nach einem ausgiebigen und sehr leckeren Mittagsbuffet genießen wir am Oberdeck die zweistündige Fahrt durch die fantastische Bilderbuchkulisse, auch wenn das Wetter eher zur Bewölkung tendiert.
Eine erste Besichtigungstour per kleinem Ruderboot unternehmen wir zur Luon Höhle. Das mit etwa 10 Personen besetzte Holzboot durchfährt die kleine Felsöffnung, ehe wir in einen See gelangen, der von steilen Felswänden umragt wird.
Im Anschluss begeben wir uns per Tenderboot auf die nach einem russischen Astronauten benannte Ti-Top-Insel, deren Attraktion neben dem Sandstrand eine Erhebung ist, die wir über unregelmäßige Stufen schweißgebadet erreichen. Die kurze Anstrengung lohnt sich allemal, erhascht man von hier Oben einen wundervollen ringsum Blick auf die Halong-Bucht.
Gegen 17:20 Uhr kehren wir wieder auf unser Schiff zurück. Nach zwei entspannenden Stunden bei Happy Hour am Oberdeck, während denen wir die hereinbrechende Dämmerung genießen, schreiten wir zum luxuriösen Abendmahl, bei dem uns unter anderem Austern serviert werden. Zwei Stunden dauert die Schlemmerei, ehe wir hundemüde aber glücklich über den erlebnisreichen Tag ins Bett fallen.




 

3. Rundreisetag, Montag 6.3.17


Auch heute starten wir als Frühaufsteher in den neuen Reisetag. Beim Öffnen der Vorhänge des Schiebefensters wiederspiegelt sich die volle Pracht der umliegenden Inselchen und Touristenschiffe in der Morgensonne der Halong Bucht. Bei geöffneter Glasfront genießen wir die Ruhe auf dem Wasser, das im Sonnenschein schimmert. Einer jener Reisemomente für die Ewigkeit!
Um 7:45 Uhr Tendern wir wieder mit kleinen Beibooten zur Sung Sot Höhle ("Überraschungsgrotte") auf der kleinen Insel Bo Hon. Die Höhle ist in zwei Hallen unterteilt, von denen die große eine Höhe von 30 m und eine Länge von 500 m aufweist. Bizarre Felsformationen bilden eine einzigartige Höhlenlandschaft, die in typisch asiatischer Farbenpracht ausgeleuchtet ist.
Nach der Rückkehr aufs Schiff konsumieren wir bereits um 10 Uhr ein vorgezogenes Mittagessen. Grund dafür ist die frühe Ankunft im Hafen gegen 11 Uhr. Knapp 23 Stunden durften wir im Weltnaturerbe Halong Bucht Cruisen und dabei eine der schönsten Landschaften des Planeten vollends genießen. Trotz der jährlich explodierenden Touristenströme in diese Region Vietnams, und der schier endlosen Ausflugsschiffe, lässt sich die großartige Landschaft durchaus genießen. Wir hätten es auch einige Tage länger auf dem Schiff ausgehalten.
Auf dem Rückweg zum Flughafen von Hanoi legen wir etwa zur Halbzeit einen halbstündigen Zwischenstopp in einer Porzellanfabrik bei Dong Trieu ein. Dort gewinnen wir einen authentischen Eindruck von den einfachen handwerklichen Hilfsmittel und der Genialität der Handwerker und Künstler, welche die verschiedenen Gefäße bearbeiten und bemalen.
Gegen 15:30 Uhr erreichen wir den Flughafen in Hanoi, von wo aus unser Airbus A321 um 18 Uhr abhebt und nach knapp einer Stunde bereits am Zielflughafen in Hue wieder landet. Gegen 20 Uhr erreichen wir unser zentral gelegenes Hotel Romance. Nach einem kurzen Abendspaziergang in der Stadt kehren wir im Restaurant Little Italy ein, wo wir ein köstliches italienisches Abendessen mit Pizza und Pasta konsumieren. Um 22 Uhr gelangen wir ins benachbarte Hotel zur wohlverdienten Nachtruhe.




 

4. Rundreisetag, Dienstag 7.3.17


Heute bleibt genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück, da die ganztägige Besichtigung der ca. 340.000 Einwohner zählenden zentralvietnamesischen Stadt Hue und seiner Umgebung erst gegen 9 Uhr beginnt.
Die alte Kaiserstadt, am Huong Giang (auch Parfüm-Fluss genannt) gelegen, war von 1802 bis 1945 die Hauptstadt des Landes.
Nach wenigen Fahrminuten erreichen wir das gewaltige Areal der Zitadelle mit der Verbotenen Stadt. Die kommenden 2,5 Stunden werden wir bei angenehm warmen Temperaturen in der von der Nguyen-Dynastie erbauten und bewohnten Anlage verbringen. Als Vorbild diente die Verbotene Stadt der Ming-Dynastie in Peking.
Während der Tet-Offensive im Vietnam-Krieg flogen die US-Streitkräfte gezielte Bombenangriffe gegen die Zitadelle und die dort in Stellung gegangene nordvietnamesische Armee und die Vietcong. Bei diesen Kämpfen wurde die alte Kaiserstadt weitestgehend zerstört. Vieles wurde wieder restauriert, ehe die Zitadelle 1993 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde.
Vorbei am 21m hohen Flaggenturm betreten wir durch das Mittagstor die Zitadelle. Schon bald gelangen wir auf den Zeremonienhof, von wo wir auf den Palast der höchsten Harmonie blicken. Hier wurden zu Kaiserzeiten die Krönungen abgehalten. Nach einem längeren Spaziergang entlang einer sonnengeschützten Allee durchschreiten wir einige sehr schöne, bunt bemalte Tore, ehe wir den Tempel der Königlichen Ahnen, den Gedenktempel der Herrscherdynastie, erreichen. Gleich gegenüber befindet sich der Pavillon der glorreichen Ankunft. Davor stehen neun dynastische Urnen, welche Stabilität, Einheit und Wohlstand des Landes symbolisieren.
Gegen Mittag erreichen wir mit dem Bus die Thien Mu-Pagode („Pagode der himmlischen Frau“). Das buddhistische Kloster wurde 1601 auf einer Anhöhe am nördlichen Ufer des Parfüm-Flusses erbaut. Mit dem siebenstöckigen Phước Duyên-Turm ist die Pagode die höchste Vietnams. Das Kloster besitzt eine eher ungewöhnliche Sehenswürdigkeit, einen alten Austin, der hier in einer Garage steht. Dort befindet sich auch ein Foto, das 1963 um die ganze Welt ging und für Entsetzen sorgte. Dieses zeigt die Selbstverbrennung des buddhistischen Mönches Thích Quảng Đức am 11. Juni 1963 aus Protest gegen die Buddhistenverfolgung und Unterdrückung durch den katholischen Diktator Ngô Đình Diệm. In dem besagten Auto ließ sich der Mönch zu einer Straßenkreuzung in Saigon fahren, mit Benzin übergießen und anzünden. Fünf Monate später ließ die USA den Diktator Diem fallen.
Für den Rückweg in die Stadt nehmen wir ein sogenanntes Drachenboot auf dem Parfüm-Fluss. Im Anschluss an die unspäktakuläre Fahrt geht's per Bus nur wenige Fahrminuten zum Hotel zur wohlverdienten Mittagspause, die wir für Pizza mittels Zimmerservice nutzen.
Das Nachmittagsprogramm beginnt um 15 Uhr mit einer halbstündigen Busfahrt zum Kaisergrab von Minh Mang. Die seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe von Hue zählende Anlage liegt 12 km außerhalb der Stadt, auf dem Cam Ke Hügel, am Westufer des Parfüm-Flusses.
Nachdem Kaiser Minh Mang aus dem letzten Herrschergeschlecht Vietnams - der Nguyen Dynastie - 14 Jahre lang nach einem passenden Ort für seine Grabstätte gesucht hatte, begann schließlich 1840 der Bau.
Im Januar 1841, noch während der Bauphase, erkrankte Minh Mang und verstarb im Alter von 52 Jahren. Sein Nachfolger, Kaiser Thieu Tri, setzte das Projekt gemäß den Plänen seines Vaters fort. Die Leiche Minh Mangs wurde in Buu Thanh beigesetzt. Der Bau des Grabmals jedoch wurde erst zwei Jahre später abgeschlossen. Das Grab von Minh Mang ist berühmt für seine architektonische Gestaltung, die sich harmonisch in die umliegende Landschaft einfügt.
Wir betreten die Anlage, welche eine Fläche von 18 ha aufweist und von einer Mauer umschlossen wird, und gelangen in den Ehrenhof, in dem sich zwei Reihen verschiedener Steinstatuen befinden: Mandarine, Elefanten und Pferde. Von hier weg folgen wir der schier endlosen Hauptachse, in deren Verlauf wir einige bunt bemalte Tore, Pavillons und Tempel durchqueren. Schließlich gelangen wir an den sichelförmigen See des Neumondes, der die kreisförmige Mauer umfasst, welche das Grab des Kaiser Minh Mang umgibt. Über eine Brücke erreichen wir einen monumentalen Treppenaufgang, der zur Grabstätte führt. Das vor uns liegende Dai Hong Mon Tor ist das Haupteingangstor des Grabes. Nur ein einziges Mal wurde es geöffnet, als der Sarg des verstorbenen Kaisers hineingetragen wurde. Seitdem blieben die Pforten fest verschlossen. Den Rückweg durch die herrlich ruhige Anlage nehmen wir entlang des Sees.
Ein sehr schöner und langer Reisetag endet mit einem umfangreichen vietnamesischen Abendessen im Zentrum von Hue.


 

5. Rundreisetag, Mittwoch 8.3.17


Wir verlassen die Welterbestadt Hue und begeben uns auf eine längere Busfahrt durch Zentralvietnam, unterbrochen lediglich durch zwei kurze Stopps.
Die erste Pause legen wir in einer Hotelanlage am Strand von Lang Co ein, wo man an Hand fehlender Gäste deutlich erkennt, dass wir außerhalb der Badesaison unterwegs sind.
Eine halbe Stunde später, nach einer kurzen aber durchaus steilen Bergfahrt, erreichen wir die Anhöhe des Wolken-Passes, der die natürliche Grenze und Wetterscheide zwischen Nord- und Süd-Vietnam bildet. Er ist ca. 20 km lang und erreicht 496 m Höhe. Vom höchsten Punkt bietet sich ein Panoramablick über den Ozean, nach Da Nang und die Halbinsel Son Tra. Leider bleibt uns dieser Ausblick verwehrt, da der Pass wie so oft seinem Namen alle Ehre verleiht. Im Vietnamkrieg war der Pass wegen seiner strategischen Lage heiß umkämpft. Auf der Anhöhe, wo wir eine 15-minütige Pause machen, befinden sich Ruinen französischer und US-amerikanischer Bunker, die wir im dichten Nebel kaum erspähen können.
45 Minuten später erreichen wir die mit ca. einer Million Einwohner drittgrößte Stadt des Landes - Da Nang, wo wir in einem Restaurant für das Mittagessen angemeldet sind.
Zu Beginn des Vietnamkrieges gingen die ersten US-Kampftruppen am China Beach südlich von Da Nang an Land. Die Stadt diente während des Krieges als wichtige Marinebasis der Amerikaner.
Die anschließende 90-minütige Busfahrt bringt uns ein Stück weit ins Landesinnere zur antiken Ruinenstadt My Son. Schon beim Verlassen des Busses bemerke ich wie wakelig ich auf den Beinen bin. Meine Erkrankung hat sich rapide verschlechtert. Wie ich am Abend feststellen werde, ist hohes Fieber hinzugekommen.
Nach der Besichtigung des Museum fahren wir mit einem kleinen Shuttle-Zug einige Minuten in den Regenwald, der im Vietnamkrieg von den Amerikanern durch Entlaubungsmittel völlig zerstört wurde, ehe wir die Anlage erreichen. Als wir diese betreten erklingt von Weitem einheimische Musik, die, wie wir bald feststellen, von einer Musikgruppe in traditionellen Gewändern live vorgetragen wird.
Das Heiligtum My Son ist ein Beweis der vorhandenen Cham-Kultur, welche im 2. oder 3. Jhdt. in Vietnam vorherrschte.
Ein eindeutiger Wiedererkennungsfaktor ist die chameigene Bauart der Tempelanlagen. So sind die zentralen Türme mit deren umliegenden Gebäuden und der fugenlosen Bauart nur in dieser Kultur zu finden. Leider wurden viele der einzigartigen Tempel durch die amerikanischen Bombenabwürfe im Vietnamkrieg zerstört. Gut 50 der 70 verzeichneten Tempel fielen dem Krieg zum Opfer. Die UNESCO hat sich 1999 für eine Aufnahme in die Weltkulturerbeliste entschlossen.
Zwei Stunden verbringen wir in der Tempelstadt mitten in der Natur, ehe wir uns auf den Weg zum Tagesendziel nach Hoi An aufmachen. Unser Hotel Than Binh Riverside erreichen wir kurz vor 18 Uhr.
Das Fiebermessen widerspiegelt meinen desolaten Gesundheitszustand. Das Thermometer steigt bis auf 39 Grad an. Ich verzichte auf das Abendessen in der Innenstadt, und schicke Alexandra mit der Gruppe mit, während ich das Bett hüte und das erste Antibiotikum zu mir nehme.

 

6. Rundreisetag, Donnerstag 9.3.17


Die schier endlose, fiebrige Nacht endet mit einer positiven Überraschung - das Fieberthermometer hat Mitleid mit mir und zeigt lediglich 37,3 Grad an. Die negative Überraschung widerfährt hingegen Alexandra, die sich in den letzten Reisetagen scheinbar bei mir angesteckt hat, und nun auch noch mein Fieber geerbt hat. Weit über 38 Grad die ernüchternde Wahrheit.
Noch vor 12 Stunden hielt ich es für unmöglich am heutigen Ausflug teilnehmen zu können. Alexandra entscheidet sich hingegen für einen Ruhetag im verdunkelten, sehr geräumigen Hotelzimmer. Ihre Entscheidung stellt sich in weiterer Folge als weise dar.
Um 8 Uhr starten wir von Hoi An mit einer halbstündigen Busfahrt vorbei am China Beach zu den sogenannten Marmorbergen nur wenige Kilometer außerhalb von Da Nang an der Küstenstraße gelegen. Die Bezeichnung Ngũ Hành Sơn bedeutet übersetzt „Berge der fünf Elemente“. Damit sind fünf bewaldete Felskegel gemeint, die plötzlich bis zu 100 m hoch aus der Landschaft empor ragen. Nach der klassischen orientalischen Philosophie ist jeder Berg nach einem der fünf Elemente benannt: Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde. An und in den Bergen finden sich einige interessante Höhlen, Grotten und buddhistische Tempel. Hier werden bis heute hinduistische, taoistische und vor allem buddhistische Gottheiten verehrt.
Ein Großteil der Gruppe besteigt den Thủy Sơn (Berg des Wassers) über hunderte, meist aus dem Stein geschlagene Stufen, während ein paar Wenige - unter anderem auch ich - den relativ neu errichteten gläsernen Aufzug nehmen, um eine Zwischenplattform des Berges zu erreichen. Die vielen Höhlen, Pagoden und Heiligtümer, die uns hier erwarten, wurden seit Beginn des 17. Jhdt's erbaut. Wir nutzen die ausgiebige Freizeit, um die Umgebung zu erkunden und die morgendliche Stille aufzusaugen. Nach einer dreiviertel Stunde begeben wir uns mit dem Aufzug an den Ursprung des Berges hinab. Die Marmorberge zu früher Stunde in aller Stille kann man durchaus weiterempfehlen.
Nach kurzer Erfrischungspause im Hotel starten wir gegen 10:45 Uhr den Spaziergang in die nahegelegene, zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Altstadt von Hoi An. Wir erhalten von Reiseleiter Tai ein Pauschalticket, welches den Zutritt zur Altstadt ermöglicht. Des Weiteren beinhaltet es den Eintritt zu fünf Sehenswürdigkeiten. So können etwa drei chinesische Versammlungshallen, vier alte Häuser (z. B. mit einer traditionellen Apotheke), die "Japanische Brücke" oder der Quan Công Miếu (Tempel von Quan Công) besichtigt werden.
Hoi An wurde im 4. Jhdt. von den Cham gegründet. Im 16. u. 17. Jhdt. siedelten sich zahlreiche Händlerfamilien aus China und Japan an, deren Länder sich Ende des 15. Jhdt's offiziell abgeschottet hatten und ihre Waren deshalb in ausländischen Häfen umschlagen ließen. Als 1644 die Ming-Dynastie in Bejing von den mandschurischen Qing gestürzt wurde, flohen zahllose Chinesen nach Südostasien und übernahmen geradezu Hoi An. Mit der zunehmenden Versandung des Hafens mussten die immer größeren Handelsschiffe in den Hafen von Da Nang ausweichen. Ihrem Niedergang hat die Stadt, die heute 75.000 Einwohner zählt, allerdings den Erhalt des historischen Stadtbildes zu verdanken. Zudem gilt die Altstadt als einzige, die im Vietnamkrieg unversehrt blieb. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, da sie als gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens aus dem Zeitraum zwischen 15. u. 19. Jhdt. gilt, deren Gebäude eine Verschmelzung einheimischer und fremder Einflüsse, vor allem im Stil südchinesischer Kleinstädte, zeigen.
Bei recht heißen Temperaturen flanieren wir entlang der Hauptstraße, überqueren die "Japanische Brücke" und besuchen das Duc An Haus mit seiner traditionellen Apotheke. Es folgt die Besichtigung der Phuc Kien-Versammlungshalle, ehe wir das wohlverdiente Mittagsmahl in einem vietnamesischen Lokal zu uns nehmen. Gestärkt geht es vorbei an der Markthalle zum Bootsanleger am Fluss. Von hier unternehmen wir eine einstündige Bootsfahrt, die eher als belanglos bezeichnet werden darf. Im Anschluß begebe ich mich alleine auf Erkundungstour durch die Altstadt, wobei an erster Stelle der Getränkeeinkauf in der Markthalle steht. Danach führt mein Weg entlang der Hauptroute retour Richtung Hotel, wobei ich einen kurzen Besichtigungsstop bei der Quang Dong Versammlungshalle einlege und bei der "Japanischen Brücke" ein Brautpaar vor die Linse bekomme. Gegen 15:30 Uhr erreiche ich das Hotel, wo Alexandra immer noch brav das Bett hütet. Auch bei mir hat sich die Fiebersäule erneut nach Oben gearbeitet. Erschöpft begebe ich mich mit 39,3 Grad ins Bett. Gegen abends begeben wir uns gemeinsamen auf einen Spaziergang in die Altstadt, wo sich der Fluss in ein Lichtermeer aus schwimmenden Kerzen getaucht präsentiert. Eine äußerst attraktive Kulisse, die ich mit hohem Fieber leider nicht wirklich wahrnehme. Schon bald kehren wir zurück ins Hotelzimmer, wo ich heil froh darüber bin den Reisetag gut überstanden zu haben.


 

7. Rundreisetag, Freitag 10.3.17


Bereits um 6:30 Uhr morgens verlassen wir mit Hoi An eines der schönsten Ziele unserer Reise, und erreichen eine dreiviertel Stunde später den Flughafen von Da Nang. Alexandra hat durch den eingeschobenen Ruhetag ihren kurzzeitigen Grippeanfall scheinbar rasch und gut übertaucht, während ich weiterhin mit hohem Fieber den 75-minütigen Inlandsflug nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) in Angriff nehme.
Gegen 10:15 Uhr erreichen wir die mit ca. 8,3 Millionen Einwohner (Stand 2015) größte Stadt des Landes, die auch das wirtschaftliche Zentrum bildet. Unter ihrem alten Namen Saigon, der nach wie vor parallel zu Ho-Chi-Minh-Stadt verwendet wird, war sie bis 1975 Hauptstadt der Republik Vietnam. Ihren gegenwärtigen Namen erhielt die Stadt im Jahre 1976, nachdem Nord- und Südvietnam wiedervereinigt worden waren.
Nach dem Verlassen des Flughafengebäudes dann der "Schlag ins Gesicht". Mit dem Flug von Zentralvietnam in den Süden des Landes haben wir die tropische Klimazone erreicht, was sofort anhand der hohen Luftfeuchtigkeit erspürbar ist. Mit dem gut klimatisierten Reisebus stürzen wir uns erst Mal ins dichte Gewühl aus Mopeds und Autos, das wir bereits zwei Monate zuvor bei unserer Südostasien-Kreuzfahrt mit AIDAbella kennengelernt haben.
Erstes Besichtigungsziel ist die im Stadtteil Cholon, dem Chinatown von Ho-Chi-Minh-Stadt, gelegene Pagode Thien Hau. Die Pagode wurde Mitte des 19. Jhdt's von kantonesischen Einwanderern zu Ehren von Thien Hau, Schutzgöttin der Fischer und Seelaute, errichtet. Die Pagode beeindruckt durch eine detailreiche Ausgestaltung des Daches mit zahlreichen Keramikfiguren und -verzierungen. Auch die Wände des Innenraums sind schön verziert. Daher gilt sie nicht zu unrecht als schönste Saigons. Alexandra nutzt die Gelegenheit eine traditionelle Räucherspirale zu entzünden, was gleichzeitig mit einem Wunsch einhergeht.
Nun ist es an der Zeit in einem einheimischen Restaurant zu Mittag einzukehren. Ein schockierender Zwischenfall überschattet jedoch die geplante Erholungsphase. Während des Essens kollabiert ein Mitreisender. Glücklicherweise haben wir einen Arzt in der Reisegruppe, der gemeinsam mit Reiseleiter Enrico Erste Hilfe leistet und das Schlimmste abwenden kann.
Geschockt und kaum einen Bissen verzehrt zu haben, machen wir uns auf den Weg zur nächsten Besichtigung, allerdings ohne unseren kollabierten Kollegen, der zur Erholung ins Hotel gebracht wird.
Wir besuchen das nicht am Programm stehende Kriegsopfermuseum. Am Vorplatz gibt es eine Sammlung von Panzern, Flugzeugen und anderen Waffen, die von der US-Armee erbeutet wurden. Eine Fotogalerie zeigt Kriegshandlungen, den Einsatz von Napalm sowie der Entlaubungsmittel Agent Orange und Agent Blue, die über Vietnam versprüht wurden. Die Folgen waren eine Zunahme von Krebs, Geburtsschäden, Missbildungen und Umweltzerstörung. Die Darstellung der Geschichte in diesem Museum beschränkt sich allerdings auf die Sicht der Sieger. Die Gräueltaten der Vietcong an der südvietnamesischen Zivilbevölkerung bleiben unerwähnt. Nach einer halben Stunde verlassen wir nachdenklich diesen Ort der Erinnerung an das Grauen des Krieges.
Weiter geht es zur Pagode des Jadekaisers, die als bunteste Pagode der Stadt gilt. Sie wurde 1909 von der kantonesischen Gemeinde der Stadt errichtet und verehrt mehrere taoistische und buddhistische Gottheiten. Sie ist voll von Statuen und Schnitzereien asiatischer Gottheiten und Heldenfiguren. Im von Blumen gesäumten Hof vor dem Gebäude befindet sich ein Teich, dessen Bewohnern der Tempel seinen Beinamen „Schildkrötenpagode“ zu verdanken hat.
Es folgt ein kurzer Fotostop beim Wiedervereinigungspalast, der vor 1975 Unabhängigkeitspalast hieß und Sitz des Präsidenten der Republik Südvietnams war.
Nur wenige hundert Meter entfernt lässt uns der Buschauffeur direkt vor der Hauptpost, schräg gegenüber der Kathedrale Notre Dame aussteigen. Die zwischen 1877 und 1883 aus Backstein errichtete neoromanische Kathedrale ist eines der bedeutendsten Kolonialgebäude der Stadt und das Zentrum der katholischen Kirche in Südvietnam. Der Zutritt bleibt uns leider verwehrt, da wir nach der Öffnungszeit ankommen. So knipsen wir einige Fotos von Außen und wechseln dann in dasdas zwischen 1886 und 1891 errichtete Hauptpostamt. Abgesehen von einer Renovierung und Modernisierung der Schalter erfolgten seit der Entstehung fast keine Änderungen. Die Stahlkonstruktion des Gebäudes wurde vom französischen Ingenieur Gustave Eiffel entworfen. Von einem riesigen Gemälde in der Halle aus wacht Ho Chí Minh über die Arbeit der Postangestellten.
Abschließend begeben wir uns noch auf einen kurzen Stadtspaziergang vorbei an der Oper zum ehemaligen Rathaus, einem Kolonialbau aus dem Jahre 1906. Eine mächtige Statue des winkenden Ho Chí Minhs wacht über den kleinen Park vor dem Gebäude.
Dreht man sich einmal um die eigene Achse, öffnet sich einem der Blick in die Moderne. Nicht zu übersehen ist das 2010 mit 265,5m fertiggestellte höchste Gebäude der Stadt, der Bitexco Financial Tower.
Hier beenden wir unseren Spaziergang und fahren ins Hotel Eden Saigon. Erschöpft falle ich fiebrig ins Bett und verzichte erneut auf ein Abendessen. Der Gesundheitsschlaf ist mir auch heute wieder wichtiger.




 

8. Rundreisetag, Samstag 11.3.17


Um 8 Uhr verlassen wir die lebhafte Metropole Saigon und fahren ins südlich gelegene Mekong-Delta.
Nach zweieinhalb Stunden Busfahrt erreichen wir in der Nähe der Stadt My Tho unser erstes Tagesziel, die buddhistische Vinh Trang Pagode. Hier erleben wir die enorme Hitze der Region, so dass wir von einem schattigen Plätzchen zum nächsten huschen.
Der Tempel wurde in der ersten Hälfte des 19. Jhdt's errichtet und vereint alle Stile, die sich hier in seiner verspielten Architektur vermischen. Sie besteht aus vier miteinander verbundenen Gebäuden: Eingangs-, Haupt-, Andachts- und Nebengebäude. Während unseres Rundganges im Areal können wir einer Zeremonie eines Mönchs beiwohnen und dabei die friedliche und mystische Atmosphäre des Andachtsraumes genießen. Markanter Höhepunkt der Pagode sind die auf die Außenanlage verteilten drei riesigen weißen Figuren in Form des liegenden, des stehenden sowie des glücklichen Buddhas.
Gegen 11 Uhr verlassen wir diesen friedlichen Ort und tauschen ihn gegen die Kühle des Busses ein.
Immer weiter dringen wir in eine der fruchtbarsten Regionen unseres Planeten vor. Das Delta des Mekong ist die weit verzweigte Lebensader des südlichen Vietnams. Zwölf Provinzen sind durch ein Netz von weit über hundert Flüssen, Kanälen und Straßen verbunden. Drei jährliche Reisernten machen die fruchtbaren Sumpflandschaften zur Reiskammer des Landes.
Eine halbe Stunde später erreichen wir den Anleger, wo unsere Bootstour auf einem Seitenarm des Mekongs ihren Ausgang nimmt. Größere Boote fahren an uns vorbei, die alle die typischen Augen am Bug aufgemalt haben, die den Flussgeistern die friedliche Absicht signalisieren und so die Insassen schützen und außerdem die Gefährte sehen lassen, so dass diese ihren Weg fast von alleine finden.
Nach Ankunft auf der "Dracheninsel" Con Tan Long geht es eine Weile zu Fuß weiter. Dabei entdecken wir einiges Exotisches für das "europäische" Auge. Vorbei an Bananen- und Jackfruchtbäumen sowie einer Krokodilzucht, erreichen wir eine "Zuckerlfabrik", wo unter freiem Himmel Konfekt aus Kokos und Erdnüssen hergestellt wird. Kokosmilch wird dabei aufgekocht und mit Zucker als auch Erdnüssen zu einer karamellartigen Masse verarbeitet. Diese wird in große Blechformen gestrichen und soweit getrocknet, dass man die langen Kokos­Karamell­Stangen in mundgerechte Stückchen schneiden kann. Wir kosten uns durch die verschiedenen Sorten und verkleben uns dabei die Zähne.
Nach diesem kurzen kulinarischen Zwischenstopp geht es weiter zu einer Kutschenfahrt durch das Dorf. In einem leiterwagenähnlichem Gefährt zieht uns ein braves Pferdchen mit Kutscher über die mehr als holprige Straße, ehe wir unsere Mittagsrast erreichen. Tai und Enrico haben uns ermöglicht bei einer befreundeten Familie Mittag zu essen. Auf der Terasse vor dem Haus sind bereits Tische für uns gedeckt, so dass dem Schlemmen auf Vietnamesisch nichts mehr im Wege steht. Fabelhaft dekoriert wird Gang um Gang serviert. Dabei gelangen wir in den Genuss des regionalen "Elefantenohrfisch" so wie von Krabben und speziell zubereiteten Frühlingsrollen. Im Anschluss dürfen wir das Haus besichtigen als auch ein wenig mit den Kindern spielen. Nach dieser sehr schönen Begegnung mit der sympathischen Vietnamesenfamilie bringt uns das Boot retour zur Anlegestelle, wo wir vier Stunden zuvor den Bus verlassen haben.
Erst kurz nach 18 Uhr erreichen wir nach dreistündiger Fahrt das Etappenziel Can Tho. Wir checken im West Hotel ein, verzichten aber wegen der nach wie vor angeschlagenen Gesundheit auf einen Stadtbummel. Lediglich ein kleiner Getränke- und Speiseeinkauf im gegenüberliegenden Supermarkt muss sein, um die Vorräte für den kommenden Reisetag aufzufüllen. Danach begeben wir uns zum wohlverdienten Gesundheitsschlaf.




 

9. Rundreisetag, Sonntag 12.3.2017


Der Sonntag beginnt bereits um 6 Uhr. Da ich nach wie vor hohes Fieber habe, verzichte ich auf den ersten Programmpunkt.
Die Reisegruppe mit Alexandra fährt hingegen mit einem Boot den Mekong entlang zu den Schwimmenden Märkten von Cai Rang. Hier wird direkt am Fluss mittels kleinen und größeren Booten reichlich mit Waren aller Art gehandelt, insbesondere mit Obst und Gemüse.
Einstweilen nutze ich die zusätzliche Zeit im Hotelzimmer zur Erholung so wie zu einem abgespeckten Frühstück mit Keksen und Tee.
Gegen 9 Uhr verlassen wir Can Tho, um einen weiteren Tag im Mekong-Delta zu verbringen.
Erst gegen 12:30 Uhr erreichen wir die Stadt Chau Doc, von wo wir mittels Boot auf dem Fluss Hau, einen Nebenfluss des Mekong, zu einem Cham-Dorf schippern. Wir spazieren durch die muslimische Siedlung, deren Häuser als Pfahlbauten gebaut wurden. Unzählige Kinder umzingeln uns, als sie bemerken, dass Reiseleiter Tai und Alexandra Buntstifte, Süßigkeiten und Luftballons verteilen. Schließlich erreichen wir die weiß getünchte Mubarak Moschee mit ihrer goldenen Kuppel. Ein paar Fotos und ein kurzer Blick in das Innere, ehe es wieder retour zum Bootsanleger geht.
Der Hau-Fluss wartet mit einer weiteren Sehenswürdigkeit auf. Noch existieren einige der schwimmenden Häuser nahe des Cham-Dorfes. Sie dienen nicht nur als Wohnraum, da unter den Häusern Netze angebracht sind, worin Fische wie Pangasius und Tilapia gezüchtet werden. Wir besuchen eines dieser Gebäude im Wasser, und erleben das unheimliche Gewusel sobald die Fische gefüttert werden.
Im Anschluß geht es per Boot retour nach Chau Doc, wo wir bei sehr hohen Temperaturen eine Getränkepause im Schatten einlegen.
Am Nachmittag statten wir schließlich der 160.000 Einwohner zählenden Stadt einen Besuch ab. Durch die Nähe zu Kambodscha ist diese ein Schmelztigel aus Khmer, Chinesen, moslemischen Cham und Vietnamesen.
Erster Besichtigungspunkt ist die auf halbem Weg zum Berggipfel des Sam-Berges gelegene buddhistische Tay An Pagode, deren Ursprung aus dem Jahre 1847 stammt. Auf dem Vorplatz erblicken wir zwei Elefanten-Statuen, eine schwarze sowie eine weiße mit sechs Stoßzähnen. Noch interessanter ist die außergewöhnliche Architektur des Bauwerks. Es wirkt wie ein kleiner indischer Tempel, kombiniert mit einer Moschee. Das Kuppeldach auf dem Turm zeigt deutlich einen islamischen Einfluss. Es werden daoistische, hinduistische als auch buddhistische Gottheiten verehrt. Mehrere hundert Figuren, viele davon aus Holz geschnitzt, sind hier zu sehen. An der Rückseite der Pagode entdecken wir verschiedene Stupas, die den verstorbenen Mönchen gewidmet sind.
Nur ein paar hundert Meter weiter - vorbei an einigen Marktständen mit Obst und reichlich getrocknetem Fisch - besichtigen wir das bedeutendste Heiligtum der Stadt, den Tempel Miu Ba Chua Xu (Tempel der Dame Xu).
Der Legende nach versuchten siamesische Truppen eine Statue aus dem ehemaligen Hindu-Tempel auf dem Berg zu entwenden. Doch das Heiligtum wurde auf dem Weg immer schwerer und schließlich ließen sie es einfach am Wegesrand zurück. Einheimische entdeckten die Statue und versuchten sie zu bergen, doch es gelang auch ihnen nicht. Dann tauchte ein Mädchen auf, das von einem Geist besessen war. Sie stellte sich als Dame Xu vor und verkündete, dass nur neun Jungfrauen in der Lage wären, die Statue zu tragen. Neun Jungfrauen wurden geholt und diese trugen die Statue bis an den Fuß des Berges Sam, wo sie die Statue wegen ihres Gewichtes ebenfalls absetzen mussten. Diesen Ort sah man als den von der Dame Xu gewählten Platz an und errichtete zu Ehren der Göttin Ba Chua Xu den Tempel Miu Ba Chua Xu.
Das Originalgebäude wurde Anfang des 19. Jhdt's lediglich aus Bambus und Blättern gebaut. Heute zeigt die Dekoration im Inneren buddhistische Elemente.
Nach der kurzen Stadtbesichtigung erklimmen wir mit kleinem Gepäck ausgestattet mittels Vans den 230m hohen Nui Sam bis etwa zur Hälfte, wo in einzigartiger Lage unsere heutige Unterbringung, die Victoria Nui Sam Lodge, bereits auf uns wartet. Nun gilt es erst Mal Formulare zur Visabeantragung für Kambodscha auszufüllen und gemeinsam mit den Reisepässen und ein Paar Dollar Visumgebühr an junge Boten zu übergeben, die diese an die Grenzstation zur Bewilligung bringen.
Nach der Hitze des Tages genießen wir nun die herrliche Terrasse des Lodge-Restaurants zur Entspannung und Beobachtung des Sonnenuntergangs. Mit Ausblick auf die umliegenden Reisfelder, Plantagen und Kanäle, gönnen wir uns eine Jause in Form von leckeren Pommes Frites sowie Tee und einem in Vietnam unüblichen Mineralwasser mit Kohlensäure. Ach wie lecker!
Um 18:30 Uhr folgt ein wie immer ausgiebiges Abendmahl mit diversen Köstlichkeiten der Region, das Letzte auf vietnamesischen Boden.




 

10. Rundreisetag, Montag 13.3.17


Letzter Morgen in Vietnam! Noch einmal genießen wir zu früher Stunde den Ausblick vom Hotel am Sam-Berg in die weite Ebene. Bereits um 6:15 Uhr geht es per Van den Berg hinab, wo der Bus auf uns wartet. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Bootsanleger in Chau Doc. Gegen 7 Uhr beginnt die Fahrt mit kleinen Schnellbooten auf dem Bassac-Fluss in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh. Etwa nach zwei Stunden gehen wir beim Grenzposten an Land, um nach relativ kurzer Zeit den Reisepass samt Visa in Empfang zu nehmen. Wir verbringen die gesamte Fahrzeit im Freien, wobei sich der Fahrtwind nicht gerade gesundheitsfördernd erweist.
Um 12 Uhr erreichen wir die im Dunst versteckte Sihouette der Hauptstadt Kambodschas. Die Temperatur erreicht einen Höchstwert von 37 Grad, wobei die hohe Luftfeuchtigkeit ihres dazu beiträgt, um das Sauna-Erlebnis zu steigern. Wir sind froh den klimatisierten Bus zu besteigen, und nutzen die wenigen Fahrminuten zur Abkühlung. Während der Fahrt lernen wir den örtlichen Reiseleiter Chanthol für die verbleibenden viereinhalb Tage in Kambodscha kennen.
Kurz nach Mittag beginnt die vierstündige Besichtigung der etwa zwei Millionen Einwohner (Tendenz stark steigend) zählenden Hauptstadt Phnom Penh.
Die Stadt hat ihren Namen vom Wat Phnom Daun Penh (Hügeltempel), der 1372 auf einem künstlichen 27 m hohen Hügel errichtet wurde, um fünf Statuen des Buddha aufzunehmen.
Im Jahre 1434 verlegte der letzte Herrscher von Angkor seine Residenz in den Großraum des heutigen Phnom Penh, nach Lovek, nachdem Angkor 1431 von Ayutthaya, dem Königreich der Thai, erobert und dessen lebensnotwendige Bewässerungssysteme zerstört worden waren. Im 16. Jhdt. wurde Lovek wieder verlassen. Erst 1866 verlegte König Norodom I. auf Druck der Franzosen seinen Regierungssitz von Udon nach Phnom Penh. Ein Jahr später wurde die Stadt auch Sitz der französischen Kolonialverwaltung. Die Franzosen planten und bauten die Stadt neu auf.
Am 17. April 1975 wurde Phnom Penh von den Roten Khmer erobert. Diese deportierten fast die gesamte Stadtbevölkerung umgehend aufs Land. Nach der Machtergreifung lebten nur mehr 20.000 Menschen in der Stadt, hauptsächlich Parteifunktionäre und andere Eliten.
Erster Ausstiegpunkt mitten in der Stadt ist das Wat Phnom Daun Penh, das namensgebende Bauwerk der Stadt.
Der Legende nach hatte den Bau im Jahre 1372 die wohlhabende Witwe Daun Chi Penh veranlasst, nachdem sie fünf Buddha-Statuen, davon vier aus Bronze und eine aus Stein, in einem Koki-Baumstamm am Ufer des Mekong gefunden hatte, der durch eine große Flutwelle flussabwärts gespült wurde. Sie ließ den Hügel nordöstlich von ihrem Haus aufhäufen und den Tempel, der die Statuen beherbergen sollte, aus den angespülten Baumstämmen errichten. Sie gab der Anlage den Namen Wat Phnom Daun Penh. Phnom bedeutet auf Khmer „Hügel“, und dieser bildete die Keimzelle für die Stadt, deren Name wortgetreu übersetzt „Hügel Penh“ heißt.
Bei tropischen Klimaverhältnissen genügen die wenigen Stufen den Hügel hinauf, um den Schweiß aus den Poren zu treiben. In aller Ruhe besichtigen wir die Tempelanlage, ehe wir flankiert von Äffchen den Rückweg durch die Parkanlage hinab antreten.
Weiter geht's zum Nationalmuseum. Das Gebäude wurde von den Khmer-Tempeln inspiriert und zählt zur traditionellen Khmer-Architektur. Das karmesinrote Gebäude mit den Spitzdächern steht in starkem Kontrast mit dem üppigen Grün des wunderschön angelegten Gartens im Innenhof. Kambodschas größtes Museum informiert über die Kultur und Geschichte des Landes und ist das bedeutendste Archäologie-Museum des Landes. Es beherbergt über 14.000 Ausstellungsstücke von prähistorischen Zeiten über die Angkor-Periode bis zum Khmer-Reich, welches sich an seinem Höhepunkt von Thailand über Kambodscha bis nach Vietnam erstreckte. Die 45-minütige Besichtigung nutzen wir nicht nur zur historisch-kulturellen Weiterbildung sondern auch zu einer Erfrischungspause mit kühlen Getränken.
Nur unweit des Wat Phnom gelegen, betreten wir das riesige Areal des Königspalastes.
An der Stelle, an der der Tonle Sap und der Mekong zusammenfließen, errichtete König Ang Chan II. 1813 die Zitadelle Banteay Kev. Hier wurde 1866 nach dem Umzug von König Norodom I. nach Phnom Penh eine Palastanlage aus Holz errichtet. Unter König Sisowath wurde sie mit französischer Hilfe durch Steinbauten ersetzt. Die gelb und weiß gestrichene Umfassungsmauer repräsentiert den buddhistischen und hinduistischen Glauben. Die Anlage ist in zwei Bereiche aufgeteilt: die nicht zugängliche Residenz des Königs und der öffentlich-repräsentative Bereich.
Auf unserem einstündigen Rundgang durch die herrliche Anlage sehen wir den Chan-Chaya-Pavillon, den Thronsaal, die Königliche Schatzkammer, den Pavillon Napoleon III., die Phochani Halle und die beeindruckende Silberpagode, die im unmittelbar angrenzenden Pagodenhof ihren Standort hat. Auf der den Pagodenhof umgebenden, 604m langen Mauer, wurde 1903-04 von 40 Künstlern das Ream Ker gemalt, die Khmer-Version des „Ramayana”. Das dem Hinduismus entspringende Epos erzählt die Geschichte Ramas.
Nach halbstündigem Zwischenstopp am Zentralmarkt, der im Art Deco-Stil in den Jahren 1935-37 errichtet wurde, gelangen wir nach einem anstrengenden, extrem heißen Tag ins Hotel Juliana.
Nachdem sich mein Gesundheitszustand verschlechtert hat und das Fieber wieder angestiegen ist, verzichte ich erneut auf das um 18 Uhr angesetzte Abendessen in einem hiesigen Restaurant. Für mich gilt es Tabletten schlucken und möglichst viel Schlaf zu konsumieren, um für die kommenden Tage in der Region um Angkor möglichst fit zu sein.

 

11. Rundreisetag, Dienstag 14.3.17


Schon beim Erwachen merke ich, dass der lange Schlaf meiner Gesundheit gut getan hat.
Gegen 7 Uhr verlassen wir das Hotel in Richtung Flughafen Phnom Penh, wo wir um 9:30 Uhr mit einem Airbus A320 der Bassaka Air zu unserer letzten Rundreisestation nach Siem Reap abheben und bereits eine halbe Stunde später wieder landen.
Siem Reap ist mit 150.000 Einwohner die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Bekannt ist sie vor allem als die der Tempelanlage Angkor Wat nächstgelegene Stadt, in der die meisten Besucher während ihres Aufenthaltes nächtigen - so auch wir.
Bevor wir uns in den dreitägige Angkor-Besichtigungsmarathon stürzen können, benötigen wir einen sogenannten Angkor-Pass mit drei Tages-Gültigkeit, den wir bei einem Zwischenstopp im Angkor Ticket Center erhalten. Hierfür wird ein digitales Foto erstellt, das anschließend auf den Ausweis mit dem Zutrittsdatum kopiert wird. Klingt aufwändig, funktioniert jedoch in der Praxis ausgesprochen rasch, und kostet beachtliche $ 62, die bei unserem Reise-Pauschalpreis allerdings bereits inkludiert sind. So steht der Besichtigung von Angkor - dem abschließendem Highlight der Reise nichts mehr im Weg.
Angkor bezeichnet eine Region nahe der Stadt Siem Reap, die vom 9. bis 15. Jhdt. das Zentrum des historischen Khmer-Königreiches Kambuja bildete. Auf einer Gesamtfläche von mehr als 200 km⊃2; wurden nacheinander mehrere Hauptstädte und in deren Zentrum jeweils ein großer Haupttempel errichtet. Bis heute wurden bereits mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe entdeckt. Es gibt Vermutungen, dass im Großraum von Angkor am Höhepunkt des historischen Königreiches bis zu einer Million Menschen auf etwa 1200 km⊃2; gelebt haben könnten.
In der Mittagshitze starten wir mit der Besichtigung etwa 12 km außerhalb Siem Reaps bei der sogenannten Roluos-Gruppe, einem Sammelname für drei bedeutende Tempelbauten. Die aus dem späten 9. Jhdt. datierenden Tempel heißen Preah Ko, Bakong und Lolei. Bedeutend ist insbesondere der Bakong: als erster großer Staatstempel der Khmer, als bis dahin größtes Bauwerk des südostasiatischen Festlands und als Vorbild späterer, noch größerer Tempelanlagen. Gleich zu Beginn unseres Angkor-Aufenthalts ein wunderbares Fotomotiv ohne touristischen Massenauflauf.
Zwischen 13 und 15 Uhr steuern wir unser Hotel Somadevi Angkor in Siem Reap zum Check In sowie zum Mittagessen und zur Erholung an.
Der Nachmittagsausflug gehört einzig und alleine dem wohl bedeutendsten Tempel des seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Archäologischen Parks von Angkor - dem Angkor Wat.
Die Tempelanlage Angkor Wat ist im Gebiet von Angkor wie auch weltweit eine der größten religiösen Stätten und bis heute einer der am besten erhaltenen Tempel in der Region. Sie wurde zu Beginn des 12. Jhdt's von König Suryavarman II. erbaut. Es wird davon ausgegangen, dass dem König Angkor Wat als Tempel wie auch als Mausoleum dienen sollte. Der Erbauer gehörte dem Vishnuismus (Hinduismus) an und so war Angkor Wat anfangs eine Verehrungsstätte des Gott Vishnu. Erst zu einer späteren Zeit – gegen Ende des 13. Jhdt's – als unter Jayavarman VII. der Theravada Buddhismus Einzug ins Land hielt, wurde Angkor Wat in einen buddhistischen Tempel umgewandelt. Das äußere Erscheinungsbild von zeichnet sich durch fünf Türme (Prasat) in Form von Lotusblüten aus. Zuerst entstand der zentrale und mit 65m auch höchste Turm. Dieser ist von vier weiteren kleineren Türmen umgeben. Dem Hinduismus zufolge stellt der große Turm den mystischen Berg Meru dar – den heiligen Berg im Zentrum des Universums – wo der Hindu Gott Vishnu wohnt. Die Anzahl fünf stellt die Gipfel des Bergs Meru dar. Den Tempel umgibt ein 190m breiter Wassergraben, der mit einer Länge von 1,5 km und einer Breite von 1,3 km ein Rechteck bildet. Der Graben diente damals als Schutz vor Eindringlingen, doch stellte er auch gleichzeitig den Weltozean aus der hinduistischen Vorstellung dar. Besonders eindrucksvoll sind die Flachreliefs an den Wänden, die Szenen von König Suryavarman II. und seinen Kriegszügen sowie des Gotts Vishnu darstellen. Zudem gibt es zahlreiche in Stein gehauene Devatas und Apsaras-Figuren (Tänzerinnen), die den Tempel schmücken. Erst zu Beginn des 20. Jhdt's wurde Angkor Wat, das seit dem 16. Jhdt. mehr oder weniger unbelebt und von der Natur beherrscht war, wieder von der überwuchernden Pflanzenwelt freigelegt und restauriert.
Ehrfurchtsvoll begeben wir uns in die Anlage, wo durch die Größe des Tempelareals die Besuchermaßen nicht ins Gewicht fallen. Möglicherweise ist auch die zu Ende gehende touristische Saison für die überschaubare Menschenmenge zuständig. Wir nutzen die drei Stunden nicht nur um den Erklärungen unserer beiden Reiseleiter Enrico und Chanthol zu lauschen, massenweise Fotos aus allen nur erdenklichen Sichtweisen zu knipsen, sondern auch um den Spirit aufzunehmen. Nach Sonnenuntergang verabschieden wir uns von Angkor Wat und begeben uns zum Abendessen in ein Restaurant am Wege nach Siem Reap.
Gegen 19:30 Uhr erreichen wir unser Hotel in der Stadt, wo wir noch einmal den ereignisreichen Tag Revue passieren lassen.

 

12. Rundreisetag, Mittwoch 15.3.17


Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Ruinen von Angkor. Um möglichst flexibel und effizient zu besichtigen, haben die Reiseleiter für den gesamten Tag Tuk-Tuk's angemietet. Gegen 7 Uhr starten wir vom Hotel in Siem Reap jeweils zu zweit auf einer Motorrad-Rikscha in Richtung Tempelbezirk.
Eine besondere Stellung unter den Tempelanlagen von Angkor nimmt Ta Prohm wegen des halbverfallenen Zustandes ein. Die Restauratoren, die in der Neuzeit begannen, die Tempel zu restaurieren, beschlossen, einen Tempel in jenem Zustand zu belassen, in dem sie ihn vorfanden. Die Vegetation und die herabgefallenen Mauersteine wurden nur soweit entfernt und gesichert, dass es Besuchern möglich ist, die Anlage zu begehen. Riesige Kapok- und Feigenbäume halten das Erbe der Khmer fest umschlungen.
Das Licht der tiefstehenden Morgensonne gibt den von der Natur in seinen Fängen stehenden Tempelruinen ein besonders mystisches Antlitz. Zudem vermisst man um diese frühe Morgenstunde jegliche touristische Ansammlung. Man ist förmlich mit sich und der Geschichte Angkors im Einklang.
Am Weg nach Angkor Thom halten wir beim Tempelberg Ta Keo, der einst Zentrum der Stadt Jayendranagan war. Der Bau wurde 985 begonnen jedoch niemals vollendet, da der Stifter wohl von seinem Nachfolger vom Thron vertrieben wurde. Es bietet sich so die einzigartige Gelegenheit, eine über 1000 Jahre alte Baustelle zu besichtigen, die gute Einblicke in die Bautechniken der Khmer zulässt. In die Geschichte der Pyramidentempel in Angkor reiht sich Ta Keo als bis dahin weitaus größtes und imposantestes Bauwerk ein.
Durch das "Tor des Sieges", welches über 20m hoch ist, gelangen wir in die quadratische Anlage von Angkor Thom mit einer Seitenlänge von beachtlichen 3 km, und fahren geradewegs zu den Terrassen der Elefanten. Sie bestehen aus drei unterschiedlich hohen Plattformen, zu der fünf Treppen führen. Die sehr guten Darstellungen von Elefanten und einer großen Elefantenjagd gaben der Terrasse ihren Namen.
Von hier geht es zu Fuß zum nahe gelegenen Tempel Phimeanakas. Dies ist ein pyramidenförmiger Tempel, der vermutlich im 11. Jhdt. von Suryavarman I. errichtet wurde. Der Phimeanakas ist 12m hoch und hat eine Basis von 36 x 28 m. Ein chinesischer Gesandter berichtete Ende des 13. Jhdt's, dass der Tempel aus Gold bestanden habe. Man vermutet daher, dass zumindest die Kuppel mit Gold überzogen war.
Wir setzen unseren Spaziergang fort und erreichen schon bald den riesigen Tempelberg Baphuon. Auf der Plattform erhebt sich eine vierstufige Pyramide mit einer Höhe von über 20 m. Erbaut wurde er von König Udayadityavarman II. im 11. Jhdt. für den Hindu-Gott Shiva als Mittelpunkt der Hauptstadt Yasodhapura, die noch vor Angkor Thom an etwa der gleichen Stelle entstand, jedoch ein größeres Ausmaß als diese hatte. Eine Besonderheit von Baphuon sind seine außerordentlichen Reliefs, die vor allem einen Einblick in die hinduistischen Mythen preisgeben.
In der Mitte der Anlage von Angkor Thom gelangen wir zum Bayon, der zu den bekanntesten Tempeln in Angkor zählt.
Er wurde im 12. Jhdt. von König Jayavarman VII. erbaut. Das auffallendste architektonische Merkmal des Tempels sind die Türme mit den meterhohen lächelnden Gesichtern des Bodhisattva Lokeshvara. Ursprünglich betrug die Anzahl der Türme 54, von denen heute nur noch 37, zum Teil wiedererrichtet, existieren. Auf den meisten Türmen sind vier Gesichter zu sehen die nach den vier Haupthimmelsrichtungen ausgerichtet sind. Insgesamt beträgt die Anzahl der Gesichter rund 200. Von besonderer Bedeutung für Historiker sind die Reliefs mit Darstellungen des Alltags der Khmer sowie zahlreicher volkstümlicher Szenen.
Wir kommen aus dem Staunen und Fotografieren nicht mehr heraus. Dieser Tempel nimmt einem in seinen Bann!
Genug spaziert! Wir verlassen die riesige Anlage und schwingen uns auf die Tuk-Tuk's, um den nächsten Tempel ins Visier zu nehmen.
Bis zur Fertigstellung von Angkor Thom diente vermutlich das nordwestlich gelegene, nur 2 km entfernte Preah Khan ("Heiliges Schwert") als provisorische Hauptstadt. Alte Quellen legen nahe, dass hier eine wichtige Schlacht stattgefunden hatte, in deren Verlauf der König der Cham getötet worden war. Nur wenige Jahre später soll das Areal schon mehrere buddhistische Klöster und eine buddhistische Universität mit über 1000 Lehrern beherbergt haben. Jedenfalls war Preah Khan weit mehr als ein Tempel: eine Stadt von beachtlicher Größe. Die komplexe Anlage von 56 ha wird von 4 Mauerringen mit Wassergraben umschlossen.
Als Nächstes wenden wir uns einem der wichtigsten Tempel von Angkor zu. Neak Pean ist eine künstliche Insel im Zentrum des Nördlichen Baray, eines künstlichen Staubeckens. Das im Bauschaffen der Khmer einmalige Ensemble entstand Ende des 12. Jhdt's unter König Jayavarman VII. Die Anlage bedeckt ein Quadrat von 350 m Seitenlänge. Zur Zeit Angkors war Neak Pean eine bedeutende Pilgerstätte, von der heiliges Wasser mitgenommen wurde. Durch seine Lage, umgeben von Wasser, ist die Tempelanlage ein besonderes Monument.
Keine Müdigkeit vortäuschen - und das bei beachtlichen 39 Grad! Weiter geht's zum kleinen aber feinen buddhistischen Tempel Ta Som, der 1190–1210 unter Jayavarman VII. erbaut und während der Regentschaft von Indravarman II. erweitert wurde. Im Vergleich zu anderen Bauten aus dieser Zeit ist Ta Som mit einer Gesamtgrundfläche von 4,5 ha eine der eher kleineren Tempelanlagen. Touristisch interessant sind die Dschungelatmosphäre und der östliche Gopuram (Gesichterturm) mit Würgefeige. Weite Teile der Anlage sind Ruinen, die noch immer teilweise von der Vegetation überwuchert sind.
Zum Abschluß des Tempel-Marathons wenden wir uns einer Anlage aus der Frühzeit Angkors zu.
Der Östliche Mebon ist ein Tempel, der im Auftrag von Rajendravarman II. erbaut wurde. Das Heiligtum wurde auf einer künstlichen Insel in der Mitte des östlichen Baray errichtet, dessen Ausmaße 7 x 1,8 km betragen. Der Shiva-Tempel wurde 952 eingeweiht. Der Östliche Baray ist heute ausgetrocknet, so dass sich der Inseltempel nun inmitten der Reisfelder erhebt. Die Strukturen des Östlichen Mebon liegen auf vier verschiedenen Ebenen. Besonders sehenswert sind die Wächterfiguren: Die Treppen werden von Löwenstatuen bewacht, auf der ersten und zweiten Terrasse stehen zudem 2 m hohe Elefantenfiguren.
Gegen 15:30 Uhr, nach 8,5 Stunden Angkor-Sightseeing erreichen wir die Hotelanlage in Siem Reap. Nun haben wir drei Stunden Zeit, um uns von den Strapazen zu erholen, ehe ein Barbecue mit traditioneller Musik und Tänzen am Abend auf uns wartet. Der intensivste und kulturell bedeutendste Rundreisetag geht so zu Ende.

 

13. Rundreisetag, Donnerstag 16.3.17


Wir starten bereits um 6:20 Uhr in den Tag, da eine knapp 90-minütige Busfahrt vor uns liegt.
Angestrebtes Ziel ist die Tempelanlage Beng Mealea rund 60 km entfernt vom Archäologischen Park Angkor.
Der Tempelkomplex war bis 2001 stark vermint und galt danach für einige Jahre als Geheimtipp. Doch mehr und mehr strömen Touristen hierher, um die morbide Schönheit der Tempelruinen im Urwald zu bewundern. Um so wichtiger ist ein Besuch früh morgens. Auch wir betreten die Anlage bereits um 7:45 Uhr - von Menschen keine Spur. Viele Gebäudeteile sind wie Kartenhäuser zusammengefallen, große Steinblöcke türmen sich an vielerorts meterhoch auf. Großzügige Holzstege und -treppen ermöglichen eine problemlose Besichtigung eines Großteils der Ruinen, zum Teil auf luftiger Höhe und nahe am Blätterdach. Dichter Urwald beherrscht die Szenerie. Das Blätterdach schließt sich über der Anlage, sodass teilweise nur gedämpftes Licht zu den Ruinen dringt. Bäume wachsen aus Mauerritzen, Wurzeln umklammern die Steine und umgestürzte Urwaldriesen lehnen an Mauerresten. Die niedrig stehende Sonne trägt ihren Teil zur mystischen Stimmung bei.
Da sich keinerlei Inschriften auf den Steinblöcken befinden, kann man nur annehmen, dass die Anlage unter König Suryavarman II. errichtet wurde. Es ist nicht einfach, die einzelnen Tempel-Elemente zu identifizieren. Wer die Architektur von Angkor Wat vor Augen hat, kann das ursprüngliche Erscheinungsbild von Beng Mealea erahnen, denn sowohl der Grundriss als auch der Stil der beiden Tempelanlagen sind sich sehr ähnlich, und auch die Dimensionen sind vergleichbar. Beng Mealea überdeckt eine Fläche von 181 x 152 m und war das Zentrum einer Stadt, die wiederum ein 45 m breiter Stadtgraben von 1.025 x 875 m umgab.
Nach einer Stunde Besichtigung verlassen wir zufrieden und beeindruckt die fantastische Anlage. Die Mühen des frühen Aufstehens haben sich jedenfalls gelohnt.
Etwa 45 Minuten dauert die anschließende Busfahrt, ehe wir den Tonle Sap (Großer See), den größten See Südostasiens erreichen.
Von Norden wird der See durch mehrere Zuflüsse gespeist, im Süden tritt der nach dem See benannte Tonle-Sap-Fluss aus, der in Phnom Penh in den Mekong mündet. Jedes Jahr im Juni ist dort ein weltweit einzigartiges Naturphänomen zu beobachten. Der Mekong führt zu dieser Zeit auf Grund der Monsunregenfälle und durch das Schmelzwasser aus dem Himalaya bis zu viermal mehr Wasser als in den trockenen Monaten. Da Kambodscha ein großteils sehr flaches und ebenes Land ist, drängt das Wasser des Mekong in den Tonle-Sap-Fluss, und dieser wechselt die Fließrichtung. Die Wassermassen drängen zurück in das Becken des Tonle Sap und füllen den See, der während der trockenen Jahreszeit eine Oberfläche von 2.600 – 3.000 km⊃2; aufweist, bis er auf ca. 10.400 km⊃2; (inkl. umliegende Flusslandschaften: bis zu 25.000 km⊃2;) anwächst und bis zu fünfmal so tief ist (von 2–3 m auf 14 m). Der Höhepunkt der Überflutungen wird im September erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ist knapp ein Drittel der landwirtschaftlichen Kulturfläche Kambodschas von Wasser bedeckt. Erst im November, wenn der Mekong wieder weniger Wasser führt, wechselt der Fluss erneut die Richtung, und das Wasser des Sees fließt langsam ab.
Bevor wir den See erreichen unternehmen wir entlang der Zufahrtsstraße einen Spaziergang durch das schwimmende Dorf Kompong Khleang. Das Dorf ist eine traditionelle Stelzengemeinde, die 20.000 Einwohnern Platz bietet - die größte Gemeinschaft am Rande des Sees.
Die Nähe der Häuser zum Wasser variiert je nach Jahreszeit. Am Ende der Regenzeit wird der See nach heftigen Regenfällen steigen, so dass jedes Haus weniger als einen Meter über dem Wasserspiegel steht. In der Trockenzeit muss man dagegen einige Meter hinabsteigen, um ans Wasser zu kommen.
Uns präsentiert sich während der heißen Trockenzeit ein beeindruckendes Bild an Pfahlbauten. Jede Menge Kinder spielen trotz Armut unbeschwert auf und neben der Straße.
Per Motorboot geht es anschließend vorbei an meterhohen Stelzenhäusern hinaus auf den Tonle Sap. Fotomotive wohin man nur blickt. Wir genießen die Zeit auf dem Wasser, ehe es retour nach Kompong Khleang geht.
Die letzte Station auf unserem Tagesausflug ist der überdachte Markt von Siem Reap. Eine halbe Stunde verbringen wir hier, ehe es retour zum Hotel geht, wo wir um 14:15 Uhr ankommen.
Um 18:30 Uhr fahren wir zu einem Restaurant in der Stadt, wo wir den Tag bei einem gemütlichen, letzten Abendessen in Kambodscha ausklingen lassen. Danach gehen wir zu Fuß durch das rege Treiben von Siem Reap zu unserer Unterkunft.

 

14. Rundreisetag, Freitag 17.3.17


Unser letzter Tag auf kambodschanischem Boden beginnt ungewöhnlich gemächlich. Erst um 9 Uhr verlassen wir per Bus die Hotelanlage zur Besichtigung der letzten beiden Tempelanlagen von Angkor.
Nach 45 Minuten erreichen wir den Banteay Samré („Festung der Samré“), der in der ersten Hälfte des 12. Jhdt. errichtet wurde. Der Tempel ist nach einem Volksstamm, den Samré, benannt, die früher in Teilen von Kambodscha und Thailand lebten. Die 83 x 77 m große Anlage hatte einen äußeren und einen inneren Ring, und zeigt eine überwiegend hinduistische Bilderwelt, am zentralen Tempelturm ungewöhnlicherweise jedoch auch Reliefs des buddhistischen Themenkreises.
Eine Stunde später betreten wir die letzte Tempelanlage unserer Reise - den Banteay Srei („Zitadelle der Frauen“ bzw. „Zitadelle der Schönheit“), knapp 30 km von Siem Reap entfernt. Der auf Grund seiner Ornamentik als einer der kunstvollsten geltenden Tempel wurde 967 eingeweiht. Außergewöhnlich sind die Flachreliefs auf den Türstürzen und Portalgiebeln der Tempeltürme, „Bibliotheken“ und Gopura mit Darstellungen aus der hinduistischen Mythologie.
Der relativ kleine Tempel - der äußere Mauerring, der den Tempelteich einfasst, ist 100 x 95 m - ist dank seiner detailieirten Steinmetzarbeiten einer der attraktivsten im Archäologischen Park Angkor.
Gegen 14 Uhr kehren wir ins Hotel zurück. Da wir über vier Stunden Zeit bis zur Abfahrt zum Flughafen haben, entscheiden wir spontan das hiesige Hard Rock Cafe aufzusuchen. Ein Tuk-Tuk-Fahrer in der Hotelanlage freut sich über das Geschäft des Tages. Für $ 5,- bringt er uns zum Lokal und wieder retour. Wir genehmigen uns ein Abschiedsessen im Hard Rock Cafe, kehren zeitgerecht ins Hotel zurück, wechseln die Sommerklamotten in Flugbekleidung und bereiten uns auf die 22-stündige Heimreise vor.
Um 18:30 Uhr verlassen wir das Hotel Somadevi Angkor Richtung Flughafen, von wo wir mit 75-minütiger Verspätung um 22:10 Uhr mit einer ATR 72 von Bangkok Airways abheben und 70 Minuten später in der thailändischen Hauptstadt zwischenlanden. Auch von Bangkok starten wir mit 40-minütiger Verspätung mit einer Boeing 777 von Qatar Airways und landen in Doha um 5:15 Uhr Ortszeit. Zwei Stunden später sitzen wir im letzten Flugzeug dieser Reise, einer Boeing 787, dem sogenannten Dreamliner. Das Flugzeug von Qatar Airways landet um 11:10 Uhr wohlbehalten am Flughafen Wien/Schwechat. Ich bin froh endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Meine Erkrankung machte sich speziell bei der letzten Etappe des Heimflugs durch starke Kopfschmerzen bemerkbar.

 

RESÜMEE ZUR REISE


Nach 17-tägiger Rundreise durch die beiden südostasiatischen Länder Vietnam und Kambodscha können wir ein äußerst positives Resümee über beide Reiseländer ziehen.
Vietnam ist ein durch Kolonialherrschaft und Kriege seit dem 19. Jhdt. gebeuteltes Land.
Im 19. Jhdt. kam das Gebiet nach und nach als Teil von Französisch-Indochina unter französische Kolonialherrschaft.
Im Zweiten Weltkrieg besetzte Japan die Region. In einem mehrjährigen Krieg versuchte Frankreich anschließend ohne Erfolg, die Kolonialherrschaft wiederherzustellen. Als Folge der französischen Niederlage wurde Vietnam 1954 in das sozialistische Nordvietnam (Hauptstadt Hanoi) und das von den Westmächten unterstützte Südvietnam (Hauptstadt Saigon) geteilt. 1976 wurden die beiden Staaten nach dem furchtbaren Vietnamkrieg unter kommunistischer Führung wiedervereinigt.
Flächenmäßig ist das Land annähernd so groß wie Deutschland, die Einwohnerzahl beträgt ca. 95,5 Millionen (2017).
Das Klima unterscheidet sich erheblich zwischen Nord- und Südvietnam. Der Norden weist ein gemäßigtes tropisches Wechselklima auf, der Süden ist hingegen tropisch. Die Wetterscheide zwischen diesen Gebieten bildet der Wolkenpass nördlich von Đà Nẵng.
Kambodscha weist eine ähnlich koloniale und kriegerische Geschichte auf wie sein Nachbar Vietnam. Man kann durchaus behaupten, dass die Geschichte der beiden Nationen die letzten 150 Jahre eng miteinender verwoben ist.
1863 kam Kambodscha unter französische Vorherrschaft und wurde später Teil Französisch-Indochinas. Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1953 blieb Kambodscha zunächst von den militärischen Konflikten in Indochina verschont, wurde aber nach einem Militärputsch 1970 in den zweiten Indochinakrieg hineingezogen. Nach Jahren des Bürgerkriegs errichteten 1975 die Roten Khmer eine Schreckensherrschaft, die nach Schätzungen über 2 Millionen Menschenleben forderte, bis diese 1979 von vietnamesischen Truppen entmachtet wurden. Kambodscha blieb zehn Jahre von Vietnam besetzt, die entmachteten Roten Khmer leisteten mit Guerillataktik Widerstand. Nach 1989 folgte unter der Mitwirkung der UN ein Friedensabkommen und der Neuaufbau staatlicher Strukturen, die 1993 mit einer neuen Verfassung und der Wiederherstellung der Monarchie endeten. Kambodscha, zu diesem Zeitpunkt nach zwei Jahrzehnten Krieg, Schreckensherrschaft und Besatzung eines der ärmsten Länder der Welt, konnte seitdem erhebliche Fortschritte im Kampf gegen Armut und Unterentwicklung erzielen und ist heute eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.
Flächenmäßig ist das Land halb so groß wie Deutschland, die Einwohnerzahl beträgt ca. 16 Millionen (2017).
Allgemein herrschen im Monsunklima in Kambodscha gleichmäßig hohe Temperaturen, wobei gerade im April - unserer Reisezeit - die Temperaturen Spitzenwerte erreichen, ehe ab Mai der Südwestmonsun einsetzt.
Mit dem Monat April haben wir eine sehr gute Jahreszeit zum Reisen erwischt. Vom Niederschlag blieben wir während der gesamten Reise verschont. In Kambodscha, speziell in der Region Angkor waren die Temperaturen von bis zu 39 Grad jedoch mehr als gewöhnungsbedürftig. Daher haben wir auch die Hauptreisezeit um ein Monat verfehlt, und konnten so den Archäologischen Park Angkor in relativer Ruhe genießen.
Die Reisegruppe bestand aus 23 Teilnehmern. Mit Enrico hatten wir unseren altbekannten Kneissl-Reiseleiter (Myanmar, Island) an unserer Seite, der den südostasiatischen Raum wie seine Westentasche kennt. Zudem kamen mit Tai (Vietnam) und Chanthol (Kambodscha) hervorragend kompetente und lustige Reiseleiter hinzu, welche die Gruppendynamik bereicherten. In Kambodscha durften wir uns am Ende der Reise finanziell am Bau eines Brunnen für die Landbevölkerung beteiligen, was in den organisatorischen Händen von Chanthol liegt.
Ein besonderer Dank gilt Reiseleiter Enrico, der durch seine Landeskenntnisse mir die richtige medizinische Versorgung in Form von Apotheken-Besorgungen ermöglichte. Wenn man in einem für uns exotischen Land mit über 39 Grad Fieber auf einer Rundreise bei ähnlichen Außentemperaturen unterwegs ist, weiß man eine kompetente Person an seiner Seite zu schätzen.
Hervorragend organisiert waren die Inlandsflüge von Hanoi nach Hue, Da Nang nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) sowie Phnom Penh nach Siem Reap. Überland wäre eine dermaßen intensive Reise in dieser kurzen Zeit nicht möglich.
Für die Highlights einer Reise durch Vietnam und Kambodscha sorgt vorallem der einzigartige kulturelle Reichtum der beiden Länder.
Erster Höhepunkt war am zweiten Tag die ausführliche Besichtigung der Hauptstadt Hanoi, wo man sowohl kulturell, religiös als auch kulinarisch gleich in die südostasiatische Welt gestoßen wird.
In weiterer Folge, nur vier Autostunden von Hanoi entfernt, war dann das Naturschauspiel der Halong Bucht ein Highlight der Reise. Hier sollte man jedenfalls genug Zeit mitbringen, um eine Übernachtung auf einer modernen Dschunke inmitten der landschaftlichen Schönheit zu genießen. In Zentralvietnam folgte die Besichtigung der Kaiserstadt Hue, die aus kultureller Sicht ganz Oben auf der Liste steht. Ein kleiner aber feiner Leckerbissen ist die durch chinesische Baukunst geprägte Stadt Hoi An, wo man keinesfalls einen abendlichen Spaziergang inmitten unzähliger beleuchteter Lampions versäumen darf. Das absolute Highlight durften wir dann zum Abschluß der Reise im Archäologischen Park von Angkor erleben, wo die weltberühmte Tempelanlage Angkor Wat nur einen Bruchteil der weltweit einzigartigen Ausgrabungsstätte darstellt. Hier muss man sich mindestens drei Tage Zeit nehmen, um nur annährend einen Einblick in die Geschichte der Khmer zu erhalten.
Am Ende kann man nur eindringlich Anraten diese beiden außergewöhnlichen, so unterschiedlichen Länder Vietnam und Kambodscha zu bereisen!

 


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