Peru (11.6.-29.6.2019)

 

 

 

 

Reiseroute

  • 11.6.19: Anreise von Wien über Madrid nach Lima.
  • 12.6.19: Lima - Paracas
  • 13.6.19: Ballestas Inseln - Paracas - Ica - Oase Huacachina - Ica
  • 14.6.19: Ica - Nazca Linien - Nazca
  • 15.6:19: Nazca - Chala - Kapelle Calaveritas - Arequipa
  • 16.6.19: Arequipa
  • 17.6.19: Arequipa - Patahuasi - Patapampa Pass - Colca Lodge
  • 18.6.19: Colca Lodge - Yanque - Mirador Cruz del Condor - Maca - Chivay - Coporaque - Colca Lodge
  • 19.6.19: Colca Lodge - Patapampa Pass - Patahuasi - Altiplano - Sillustani - Puno
  • 20.6.19: Puno - Titicacasee - Urus Inseln - Insel Amantani
  • 21.6.19: Insel Amantani - Titicacasee - Insel Taquile - Titicacasee - Puno
  • 22.6.19: Puno - La Raya Pass - Raqchi - Cuzco
  • 23.6.19: Cuzco - Sacsayhuamán - Kenko - Cuzco
  • 24.6.19: Cuzco (Inti Raymi-Fest) - Sacsayhuamán (Inti Raymi-Fest) - Cuzco
  • 25.6.19: Cuzco - Tambomachay - Pisac - Maras - Moray - Urubamba Tal
  • 26.6.19: Urubamba Tal - Ollantaytambo - Aguas Calientes
  • 27.6.19: Aguas Calientes - Machu Picchu - Aguas Calientes - Ollantaytambo - Cuzco
  • 28.6.19: Cuzco - Rückflug nach Lima - Anschlussflug nach Madrid
  • 29.6.19: Weiterflug nach Wien

 

 

Fotogalerien

Mit einem Klick zur jeweiligen Bildergalerie!

 

LIMA
LIMA
MIRADOR CRUZ DEL CONDOR
MIRADOR CRUZ DEL CONDOR
INSEL AMANTANI
INSEL AMANTANI
INTI RAYMI-FEST
INTI RAYMI-FEST
MARAS & MORAY
MARAS & MORAY
BALLESTAS INSELN & PARACAS
BALLESTAS INSELN & PARACAS
COLCA TAL
COLCA TAL
INSEL TAQUILE
INSEL TAQUILE
CUSCO
CUSCO
OLLANTAYTAMBO
OLLANTAYTAMBO
OASE HUACACHINA
OASE HUACACHINA
SILLUSTANI
SILLUSTANI
RAQCHI
RAQCHI
KENKO, TAMBOMACHAY & PUKA KUKARA
KENKO, TAMBOMACHAY & PUKA KUKARA
AGUAS CALIENTES
AGUAS CALIENTES
AREQUIPA
AREQUIPA
SCHWIMMENDE URUS-INSELN
SCHWIMMENDE URUS-INSELN
SACSAYHUAMAN
SACSAYHUAMAN
PISAC
PISAC
MACHU PICCHU
MACHU PICCHU

 

Rundreise durch Peru

 

URLAUBSPLANUNG


Viele Jahre ist Peru schon ein fixer Bestandteil unserer Wunschreiseliste.
Doch heuer sollte es endlich klappen!
Wir haben uns bereits zu Jahresbeginn für eine Reise im Juni entschieden, da man hier in Cusco das Inti Raymi-Fest (Sonnwendfest) feiert. Doch bei unserem Standard-Reiseveranstalter wackelte der Termin wegen zu weniger Teilnehmer. So begannen wir im Internet nach Alternativen zu suchen und entdeckten eine sehr interessante und ausführliche 19-tägige Reise bei Raiffeisen Reisen. Spannend schien auch der Reiseleiter Sepp Kaiser, seines Zeichens Weltenbummler, der bereits alle Länder der Welt bereist hat. Zusätzlich beinhaltete diese Reise eine Übernachtung bei einer Gastfamilie auf der Insel Amantani am Titicacasee. Anfang März buchten wir schließlich im Raiffeisen-Reisebüro Mödling.

In knapp drei Wochen geht es am Landweg von der peruanischen Hauptstadt Lima zu den Höhepunkten des Landes. Dazu zählen die Ballestas-Inseln, Arequipa, das Colca-Tal, der Titicacasee, Cuzco mit dem Inti Raymi-Fest, das Urubamba-Tal mit Pisac sowie Machu Picchu.

 

ANREISETAG - Dienstag 11.6.19


Mit halbstündiger Verspätung starten wir um 8 Uhr morgens in das Abenteuer Peru. Der Airbus A319 der spanischen Fluglinie IBERIA besticht nicht gerade durch seinen Komfort. Während der 2:45 Stunden Flug von Wien nach Madrid bekommen wir weder ein Getränk noch einen Snack serviert. Das ist bislang einsamer Rekord einer Fluglinie. Zudem ist der Reihenabstand für Liliputaner ausgerichtet. Nichts desto trotz landen wir um 10:45 Uhr wohlbehalten in der spanischen Hauptstadt. Aufgrund der Größe des Flughafens müssen wir eine Teilstrecke des Weges zum Terminal des Anschlussfluges mit der Untergrundbahn zurücklegen.
Der Flug nach Lima mit einem Airbus A340-600 von IBERIA startet um 14:10 Uhr allerdings mit einer Stunde Verspätung. Zwölf Stunden später, und vier Filme reicher, landen wir um 19:10 Uhr (MEZ -7) in der peruanischen Hauptstadt.
Bei Nebel und Nieselregen bringt uns der Bus ins Hotel Best Western Plus Urban Larco im Stadtteil Miraflores, wo wir um 21:30 Uhr erschöpft ankommen, und schon bald zur Nachtruhe schreiten.

 

1. Rundreisetag - Mittwoch 12.6.19


Der erste Rundreisetag auf südamerikanischen Boden beginnt für die 18-köpfige Reisegruppe um 8:30 Uhr mit der Stadtrundfahrt durch Lima.
Die Hauptstadt Perus wurde 1535 an der Oase des Rio Rimac, 6 km von der Pazifikküste entfernt gegründet. Sie liegt auf 160 m und zählt heute an die 8,5 Mio. Einwohner, das ist 1/3 der Gesamtbevölkerung Perus. In der Konurbation Limas mit der Hafenstadt Callao leben insgesamt 10.480.000 Einwohner. Beide Städte bilden die Metropolregion Lima.
Am 18. Januar 1535 wurde das heutige Lima von dem spanischen Eroberer Francisco Pizarro unter dem Namen Ciudad de los Reyes (“Stadt der Könige“) auf einer Eingeborenensiedlung gegründet.
Nach einem Fotostop bei der Lehmpyramidenruinenanlage Huaca Pucllana - die aus der Vorinkazeit stammt und als wichtiges Zentrum für Zeremonien für die sogenannte Lima-Kultur zwischen 200 und 700 n.Chr. diente, fahren wir zum Larco Museum, welches zahlreiche Schätze vergangener peruanischer Geschichtsperioden beheimatet.
Nach einstündiger Besichtigung - inklusive Erotik-Abteilung - fahren wir mit dem Bus ins Stadtzentrum, in unmittelbare Nähe der Plaza de Armas.
An der Plaza de Armas befinden sich außer dem 1938 im neoklassischen Stil errichtete Regierungspalast - vor dem wir die täglich zu Mittag stattfindende Wachablöse mit bombastischer Musik beobachten können - auch noch das Rathaus mit seinen riesigen Holzbalkonen, einige Sakralbauten aus dem 16. und 17. Jhdt., die das große Erdbeben von 1746 überstanden haben, und die Kathedrale. Sie wurde zwischen 1535 und 1625 erbaut und 1746 teilweise restauriert. In der Kathedrale sollen in einem Glassarg die Gebeine des Eroberers von Peru und Gründers von Lima, Francisco Pizarro aufgebahrt liegen. Auch das 1920 im neokolonialen Stil errichtete erzbischöfliche Palais neben der Kathedrale ist mit schönen Arkaden und Holzbalkonen geschmückt.
Nach einer Runde auf der Plaza de Armas wechseln wir auf der Straße - unter Beobachtung der Polizei - Geld, und nutzen die Gelegenheit zu einem Fotoshooting mit den gut ausgerüsteten Polizisten.
Anschließend steht in unmittelbarer Umgebung die Besichtigung des Franziskanerklosters auf dem Programm. Die Klosterkirche San Francisco (1674) hat sehr interessante Katakomben, die wir auch durchschreiten. Durch ihre Größe und Farbe wird sie als eine der schönsten architektonischen Komplexe in Lateinamerika betrachtet. Leider bleibt uns das Fotografieren verwehrt.
Gegen 15 Uhr gehen wir gemeinsam zum Mittagessen, wo wir aus sechs Vor- und Hauptspeisen ein Menü zusammenstellen können. Gleich zu Beginn der Reise ein positiver Eindruck der peruanischen Küche.
Um 16 Uhr verlassen wir Lima auf der Panamericana in Richtung Süden.
Erst um 20:15 Uhr erreichen wir das am Pazifik gelegene Strandhotel in Paracas. Noch haben wir die Zeitumstellung nicht überwunden.

 

2. Rundreisetag - Donnerstag 13.6.19


Der zweite Tag in Peru beginnt überraschenderweise mit Sonnenschein. Der hiesige Nebel im Winter an der Pazifikküste - auch "Garúa" genannt - hat sich vor der Paracas-Halbinsel verzogen.
Um 8:20 Uhr starten wir direkt vom Bootsanleger des Hotels mit einem Motorboot in Richtung Islas Ballestas.
Die Paracas-Halbinsel und die Islas Ballestas bilden das Nationalreservat Paracas, das 1975 gegründet wurde und die reichen Vorkommen an Mähnenrobben, Blaufußtölpeln, Pelikanen, und Pinguinen schützen soll.
Am Weg dorthin sehen wir die riesige Sandgravur auf der Nordflanke der Halbinsel Paracas in Kerzenhalter-Form (180 m x 70 m), welche "Kandelaber" genannt wird. Ein prächtiges Fotomotiv!
Im raschen Tempo geht's nun bei herrlich blauem Himmel zu den Ballestas Inseln. Eine fantastische Inselwelt, reich an brütenden Vögel eröffnet sich uns. Auch einige wenige Seelöwen, Seehunde und Humboldt-Pinguine zeigen sich in Fotolaune. Nach zwei Stunden erreichen wir wieder den Hotelanleger.
Nach einem kurzen Snack mit Kaffee, Eistee und Keksen verlassen wir um 11:15 Uhr die Hotelanlage, um den Fischerort Chaco einen kurzen Besuch abzustatten.
Anschließend fahren wir auf der "Panamericana" nach Ica, wo wir am frühen Nachmittag das kleine Regionalmuseum besichtigen.
Danach geht's in die Oase Huacachina, deren 120 m hohe Sanddünen den 200 Einwohner zählenden Ort einschließen. Die Oase wird von einem unterirdischen Andenfluss gespeist, der mineralhaltiges Wasser mitführt, und sie so lange Zeit als Heilbad nutzbar machte. Der Wasserspiegel nimmt allerdings in den letzten Jahren kontinuierlich ab.
Nach einem Spaziergang rund um den See unternehmen wir eine einstündige Buggyfahrt mit herrlichen Ausblicken auf die Dünenlandschaft. Zur Belohnung genehmigen wir uns ein Bier und einen Piso Sour, ein Weintrauben-Destillat.
Leicht beschwipst erreichen wir um 18:30 Uhr das Hotel Hacienda Vinas Queirolo, welches sich in einem Weingut etwas außerhalb von Ica befindet. Eine Stunde später gönnen wir uns noch ein köstliches Abendessen im hoteleigenen Retaurant.
So klingt ein intensiver Reisetag würdig aus.

 

3. Rundreisetag - Freitag 14.6.19


Kurz nach 8 Uhr verlassen wir bei mäßiger Temperatur und dem üblichen "Garua" das Weingut in Ica.
Auf der Fahrt nach Nazca entdecken wir direkt an der Panamericana einen Aussichtsturm und Scharrbilder. Wie sich herausstellt, haben Forscher aus Peru Dank Drohnentechnologie diese Scharrbilder früher südamerikanischer Kulturen aus 30 m Höhe dokumentiert. Die Geoglyphen - wie die Bodenbilder unter Archäologen bezeichnet werden - befinden sich an den Hängen der Provinz Palpa. Die jetzt fotografierten Bilder in Palpa zeigen Menschen, Affen und auch einen Wal. Die Geoglyphen gehen auf die Kulturen der Paracas und Topará zurück - aus der Zeit zwischen 500 v.Chr. und 200 n.Chr.
Wir können die Scharrbilder sehr schön vom Boden aus fotografieren, ohne auf den Aussichtsturm klettern zu müssen.Gegen 11:15 Uhr erreichen wir in der Nähe von Nazca das Museum "Maria Reiche", wo die deutsche Forscherin der Nazca-Linien einst wirkte und ihre letzte Ruhestätte gefunden hat.
Nach kurzer Besichtigung des Museums dauert etwa 15 Fahrminuten, ehe wir den Aussichtsturm bei den berühmten Nazca-Linien erreichen.
Das Gebiet um die kleine Stadt Nazca war bereits vor 1700 Jahren ein sehr wichtiges indianisches Siedlungsgebiet. Entdeckt wurden die riesigen, geheimnisvollen, finger- bis knietief in den Wüstenboden gegrabenen Tierabbildungen, geometrischen Zeichen und Linien erst 1924, als die ersten kommerziellen Fluglinien über die Nazca-Wüste flogen und Passagiere die Linien ausmachten.
Heute weiß man, dass die ältesten Figuren zwischen 800 und 200 v. Chr. in der Zeit der Paracas-Periode entstanden sind.
Weltweit bekannt wurden sie nach 1949 durch die Arbeit der Deutschen Maria Reiche, die sich, seit sie zum ersten Mal 1941 die Linien studierte, bis zu ihrem Lebensende 1998 unermüdlich für Schutz und Erhalt dieser Wüstenfiguren einsetzte und sich um deren Interpretation bemühte. Auf Maria Reiches Betreiben hin wurden die Geoglyphen 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Da wir die Einzigen aus der Reisegruppe sind, die nicht über die Nazca-Linien fliegen, erkunden wir diese auch nur zu Zweit vom Aussichtsturm aus. Die Aussicht erweist sich als mäßig, wodurch auch kein besonders interessantes Fotomaterial entsteht.
Weitere 15 Fahrminuten später erreichen wir die 30.000 Einwohner zählende Stadt Nazca, wo wir im Restaurant El Portòn ausgiebig und vorallem sehr gut speisen.
Um 14:15 Uhr erreichen wir das Hotel Majoro in unmittelbarer Nähe des Flughafens zwischen Kakteenplantagen gelegen. Hier wird eine Laus gezüchtet, die zur Gewinnung des roten Farbstoffes für Kosmetik- und Lebensmittelindustrie herangezogen wird. Während der Rest der Gruppe den Nachmittag zum Flug über die Nazca-Linien nützt, verlassen wir die Hotelanlage für einen Spaziergang zwischen den Kakteenplantagen. Dabei entdecken wir unverhofft Eulen, die sich auf den Kakteen sichtlich wohl fühlen. Für uns ein herrliches Fotomotiv. Zurück in der Hotelanlage gleich das nächste Motiv - das hauseigene Alpaca. Wir beobachten und fotografieren es bei der Fütterung sowie beim Bespucken einer Touristin.
Um 18 Uhr gehen wir zum Abendessen ins Hotel-Restaurant. Nicht nur das Ambiente, auch das Essen kann überzeugen.
Bereits vor 21 Uhr begeben wir uns zur Nachtruhe, da wir am kommenden Morgen früh zur längsten Tagesetappe aufbrechen.

 

4. Rundreisetag - Samstag 15.6.19


Bereits um 5 Uhr morgens müssen wir aus den Federn, runter von der harten Matratze. Um 6:30 Uhr starten wir zur Marathonetappe nach Arequipa.
Auf der Panamericana legen wir einige Fotostops ein, unter anderem bei einem Grabenbruch, bei einem Olivenhain sowie im Ort Chala am Pazifik. Der Garu - der signifikante Nebel an der Pazifikküste um diese Jahreszeit - ist auch heute in den tiefen Lagen unser ständiger Begleiter. Die letzten 120 km auf der Panamericana schlängeln sich zwischen den Ausläufern der Anden und dem Pazifischen Ozean. Ein beeindruckender Straßenabschnitt, die letzten Kilometer am großen Teich.
Nach 13 Uhr erreichen wir die Wallfahrtskapelle Calaveritas, der wir einen kurzen Besuch abstatten.
“Calaveritas“ bedeutet “Totenschädelchen“. In der lateinamerikanischen Kirche gibt es viele vom Vatikan nicht oder kaum geduldete volkstümliche Ausprägungen und lokale Volksheilige. Der Totenschädel-Kult kommt aus Mexiko. In Peru wird in der Totenschädelchen-Kapelle vor allem für die eigene Sicherheit im Straßenverkehr gebetet.
Bei einem Aussichtspunkt oberhalb des Ocona-Tals erkennen wir den wunderbaren Kontrast zwischen Wüste und fruchtbarer Ebene.
Gegen 15 Uhr dann das verspätete Mittagessen in Buffetform im Restaurant L‘Oasis in Camaná.
Schließlich verlassen wir bald nach Camaná die Küstenregion des Pazifik, und bewegen uns von nun an Richtung Osten in die Andenregion. Dabei legen wir innerhalb von zwei Stunden knapp 2350 Höhenmeter zurück, ehe wir gegen 20 Uhr das Hotel Casona Plaza in Arequipa erreichen.Mit 13,5 Stunden ist es der längste Fahrtag während der Reise, und gleichzeitig die erste Strecke in höhergelegene Regionen. Bislang ohne Probleme.

 

5. Rundreisetag - Sonntag 16.6.19


Außergewöhnlich spät - um 9 Uhr - verlassen wir das Hotel zur Stadtbesichtigung von Arequipa.
Die Stadt wurde vorwiegend aus weißem vulkanischem Tuffstein Sillar erbaut. Der Beiname “Ciudad Blanca“ (“Weiße Stadt“) könnte aber auch dem Umstand geschuldet sein, dass hier für lange Zeit vorwiegend weiße Europäer lebten. Auf Grund des starken Zulaufs infolge der indianischen Landflucht der letzten Jahrzehnte hat sich die Bevölkerungszusammensetzung aber stark geändert und Arequipa zählt heute bereits eine Million Einwohner, der Großteil davon sind indiansicher Abstammung. Die Aymara nannten den Ort "Ariquepa", was so viel wie "jenseits des spitzen Berges" bedeutet, womit der 5893 m hohe Vulkankegel des Misti gemeint ist.
Einer anderen Version nach, hatten die spanischen Eroberungskrieger, von der Schönheit der Lage angetan, erklärt: "Hier bleiben wir!" (“Aqui se quepa“)
Ab 1250 erweiterten die Inkas ihren Einfluss und begannen die Gegend um Arequipa zu kontrollieren, bis 1537 der spanische Konquistador Diego de Almagro el Viejo die Region eroberte und Garcí Manuel de Carbajal am 15. August 1540 die Stadt Villa de Nuestra Señora de la Asunción del Valle Hermoso de Arequipa als spanische Residenz gründete, später nur mehr kurz Arequipa genannt. Das tolle Panorama der fruchtbaren und vielleicht schönsten Stadt Perus, die auf 2350 m liegt, wird von seinen drei Hausbergen (Chachani 6069 m, Misti 5893 m und Pichu Pichu 5669 m) geprägt.
Unsere hiesige Reiseleiterin Paulina, mit schwäbischem Dialekt ausgestattet, führt uns nur wenige hundert Meter zur Kathedrale am Plaza de Armas. Dort die große Überraschung. Ich darf die Hauptkirche Arequipas nicht mit kurzer Hose betreten weil Sonntag ist. Shit happens! Gott schuf uns angeblich nackt, aber davon weiß die katholische Kirche 2000 Jahre später scheinbar nichts. Ich verbringe die Besichtigungszeit in der Kathedrale währenddessen auf dem wunderschönen Plaza de Armas mit jeder Menge Fotomotive.
Weiter geht's zur Jesuitenkirche mit ehemaligem Kloster am Ende der Plaza de Armas.
Die Iglesia la Compañia de Jesús wurde 1595 bis 1698 für die Jesuiten erbaut. Ihre überladene Fassade zeigt vielfältige Elemente der indigenen wie auch der spanisch-katholischen Kultur. Erst seit 1950 ist die schön restaurierte ehemalige Sakristei und die reich mit farbenfrohen Ornamenten geschmückte Kuppel der St. Ignatius Kapelle (Capilla de San Iganzio) wieder öffentlich zugänglich. Die Jesuitenkirche wird auch die Campanilla Kirche genannt.
Die wunderschöne Fassade mit dem Wappen der Habsburger begrüßt uns am Eingang der Kirche. Diesmal stören meine nackten Waden Niemanden. Im Inneren der Kirche ein wunderschöner Altar, ganz in Blattgold gehüllt, ebenso wie die Kanzel.
Nachdem der Sonntag als "Tag des Herrn" gilt, geht unsere "Glaubenstour" in die Verlängerung. Wir besuchen das Nonnenkloster Santa Catalina, das als eines der wichtigsten religiösen Bauwerke aus der Kolonialzeit gilt.
Von einer reichen Witwe 1580 gegründet, wurden in diesem Kloster ursprünglich nur die Töchter reicher spanisch-stämmiger Familien als Nonnen zugelassen, deren Familien eine extrem hohe Mitgift beizusteuern hatten. Alle 4 Jahre wurden fortan 8 Novizinnen aufgenommen. Bis zu 150 Nonnen sollen hier zusammen mit ihren Bediensteten in strenger Klausur aber mit viel Pomp und rauschenden Festen gelebt haben. 1871 jedoch schickte der Papst eine rigorose Oberschwester, die den exklusiven Club in einen streng auf Verzicht ausgelegten Konvent transformierte. Die hohe Mitgift wurde abgeschafft, aber nach wie vor blieb Santa Catalina ein von der Außenwelt völlig abgeschnittenes Kloster.
Erst 1970 wurde das Kloster öffentlich zugänglich. Heute leben etwa 20 Nonnen in der 2 ha großen Anlage.
Der letzte Besichtigungspunkt des Tages ist das Museum Santuarios Andinos. Es beherbergt die Eismumie der 14-jährigen Juanita, die vor 500 Jahren von Inkapriestern im Gletscherbereich des 6400 m hohen Vulkans Ampato geopfert wurde. Ihre im ewigen Eis mumifizierte Leiche entdeckten Bergsteiger im Jahr 1995 durch Zufall, nachdem ein Vulkanausbruch das eisige Grab freigelegt hatte. Inzwischen wurden mehrere Eismumien gefunden. Wahrscheinlich sollten damit die Berggötter bei verheerenden Naturkatastrophen besänftigt werden. Die Opfer, jungfräuliche Mädchen, wurden aus adeligen Familien ausgewählt, einer längeren Fastenzeit unterzogen und dann in Begleitung umfangreicher Rituale mit Chicha-Bier eingeschläfert. Ein Schlag auf den Kopf führte schließlich zum Tod des bewußtlosen Opfers. Im letzten Schritt erfolgte eine feierliche Beisetzung mit zahlreichen Grabbeigaben in den tiefgefrorenen Gipfelregionen der mächtigen Eisriesen.
Nach einem kurzen Spaziergang gelangen wir zum Restaurant El Montonero, wo wir am peruanischen Vatertag in Mitten der Einheimischen dinnieren.
Anschließend geht's auf eine Torte ins Kaffeehaus, sowie auf die Hotelterrasse an der Plaza de Armas mit Blick auf die Kathedrale bei Sonnenuntergang. Ein traumhaftes Fotomotiv!
Am Ende des Tages drehen wir noch eine Ehrenrunde um die Plaza de Armas mit beleuchteter Kathedrale.

 

6. Rundreisetag - Montag 17.6.19


Mit neuem Bus und Reiseleiterin Paulina starten wir um 8 Uhr morgens bei perfektem Wetter zur Etappe in das Colca-Tal. Heute geht es von 2350 m Seehöhe in Arequipa auf den höchsten Punkt der Reise - dem Patapampa Pass auf 4910 m. Nach zwei Fotostops in Yanahuara und dem Aussichtspunkt Carmen Alto, mit herrlichem Blick auf die umliegenden Vulkane (Chachani 6069 m, Misti 5893 m und Pichu Pichu 5669 m), steigern wir uns höhenmäßig schließelich auf 4000 m auf die Hochebene Pampa Cañahuas. In Patahuasi machen wir Mittagsrast bei Coca Tee und Muña (einer Minzeart).
Ehe wir den höchsten Punkt erreichen, dürfen wir jede Menge toller Fotomotive und Eindrücke mitnehmen. Eine Herde Vicuñas mit dem Vulkan Misti im Hintergrund, ein fotogenes Lama mit seiner Besitzerin, eine Zufallsbekanntschaft mit einem zweimonatigen Vicuña namens "Fidel" sowie den Resten eines Gletschers auf 4820 m. Aus einiger Entfernung bekommen wir auch Vizcachas (Verwandte der Chinchillas) zu sehen. Dieser Nager hat die Ohren und die Figur eines Hasen (Andenhase), Schwanz und Körperhaltung eines Eichhörnchens und den Kopf eines Bibers.
Schließlich erreichen wir den Patapampa Pass mit dem "Mirador de Los Vulcanos“ auf 4910 m, den höchsten Punkt der Peru-Reise. Leider macht sich nun bei mir die Höhe bemerkbar. Ich bekomme leichte Kopfschmerzen und mir wird in weiterer Folge ziemlich übel.
Bevor wir das Tagesziel erreichen, dann der überraschte Blick durch die Busscheibe. Der Stratovulkan Sabancaya (5976 m) hat einen mächtigen Ascheauswurf. Ein perfektes Fotomotiv! Am Abend können wir im Internet nachlesen, dass der Vulkan ausgebrochen ist.
Gegen 15 Uhr erreichen wir die Colca Lodge auf 3320 m. Eine Stunde später geht es zum Outdoor-Barbecue. Meine Magenschmerzen sind mittlerweile wesentlich besser, so dass ich das köstliche Essen genießen kann.
So endet ein äußerst ereignisreicher Tag mit einem lustigen, geselligen Abend.

 

7. Rundreisetag - Dienstag 18.6.19


Heute heißt es wieder einmal früh aus den Betten. Bereits um 6:30 Uhr verlassen wir die Colca Lodge zu unserer Tagestour im Colca Canyon. Schon nach wenigen 100 m der außerplanmäßige Fotostop - der Vulkan Sabancaya spuckt in der Ferne wieder Asche, und über dem Vulkan Ampato steht früh morgens noch der Vollmond. Schöner kann der Tag nicht beginnen!
Der erste planmäßige Halt ist in Yanque, wo wir die Kirche besuchen und anschließend im Zentrum des Ortes einer Volkstanzaufführung beiwohnen.
Danach geht es mit dem Bus dem Colca Canyon entlang, dessen Straße mittlerweile asphaltiert ist. Mehrere Fotostops verdeutlichen die Schönheit der Landschaft.
Beim Mirador Cruz del Condor unternehmen wir eine zweistündige Wanderung entlang des Canyons. Die Colca-Schlucht ist an dieser Stelle 1200 m tief. Währenddessen kreisen unzählige Kondore fotogen über unseren Köpfen hinweg. Ein fantastisches Naturschauspiel!
Der Kondor ist die größte Vogelart der Familie der Neuweltgeier. Kondore sind mit bis zu 15 kg die schwersten Greifvögel und zählen zu den wenigen Vögeln, deren Spannweite über 300 cm betragen kann.
Bei der Rückfahrt Richtung Chivay sehen wir einen Vulkankrater, und halten in der kleinen Ortschaft Maca, wo wir die Kirche besuchen.
In Chivay können wir am Buffet zu Mittag schlemmen, ehe wir dem hiesigen Markt einen Kurzbesuch abstatten.
Auf der Rückfahrt zur Colca Lodge darf ein kurzer Stop bei der Kirche von Coporaque nicht ausbleiben. Diese ist die älteste Kirche des Tals aus dem 16. Jhdt.
Bevor wir die Lodge erreichen dann ein weiterer Fotostop mit Aschewurf des Vulkans Sabancaya, der gerade enorme Aktivität aufweist.
Zurück in der Lodge nehmen wir ein heißes Bad in den hoteleigenen Thermalbecken. Im Anschluss treffen wir uns zu einer musikalischen Darbietung unseres Reiseleiters Sepp. Mit Giterre und Gesang aus aller Herren Länder bereitet er uns einen stimmungsvollen Abend am Ende eines fantastischen Reisetages.

 

8. Rundreisetag - Mittwoch 19.6.19


Heute steht der zweitlängste Fahrtag der Reise am Programm. Wehmütig verlassen wir um 8 Uhr die Colca Lodge. In Chivay müssen wir uns wenig später von der heimischen Reiseleiterin Paulina verabschieden.
Danach fahren wir die Serpentinenstraße hinauf zum Patapampa Pass auf 4910 m, den wir zwei Tage zuvor bereits in die entgegengesetzte Richtung überquert haben. Dort angekommen spuckt der Sabancaya Vulkan erneut wie auf Befehl. Danach begeben wir uns auf die lange Fahrt über die Hochebene des Altiplano, fortwährend 4000 m über dem Meeresspiegel. Nach kurzer Teepause in Patahuasi erreichen wir gegen Mittag eine Lagune mit Flamingos und einer Herde Alpacas - ein herrliches Fotomotiv.
Nur 15 Minuten später machen wir bei der Lagune Lagunillas auf 4480 m Mittagspause. Wir genießen vom Aussichtspunkt, mit Blick auf den Lagunillas See die vorab organisierten Sandwiches.
Eine lange Fahrt über die abwechslungsreiche Hochebene und durch die wenig attraktive Stadt Julianca endet schließlich um 15:30 Uhr in Sillustani. Hier besuchen wir spontan eine eine indianischen Bauernfamilie, wo wir zu Brot und Käse eingeladen werde.
Wenig später erreichen wir die Halbinsel am Umayo-See ("salziger See"). Hier erwarten uns auf einem Felssporn über der Lagune die Chulpas von Sillustani. Dies sind rätselhafte aus Lehm und groben Gestein erbaute Begräbnistürme, die bis zu 12 m in die Höhe ragen. Die ersten wurden von den Pukaras gebaut, danach kamen die Tiahuanacos, ihnen folgten wiederum die Aymara und schließlich die Inkas.
Wir wandern von der Ortschaft auf den Hügel mit den schönsten Grabtürmen, von wo aus man einen beeindruckenden Ausblick in alle Richtungen auf den See genießt.
Um 17 Uhr nehmen wir die letzte Etappe des Tages in Angriff. Eine Stunde später erreichen wir das Innenstadt-Hotel Intiqa in Puno, der wichtigsten Stadt am Titicacasee. 1668 gegründet, liegt Puno auf 3820 m und gilt heute als das Folklorezentrum Perus.
Eine dreiviertel Stunde später machen wir noch einen kurzen Orientierungsspaziergang im Stadtzentrum der touristischen Hochburg nahe der bolivianischen Grenze.

 

9. Rundreisetag - Donnerstag 20.6.19


Um 8 Uhr verlassen wir mit vollgepacktem Rucksack das Intiqa Hotel in Puno. Auf Grund der begrenzten Transportmöglichkeiten auf der Insel Amantani verzichten wir auf die Koffer für die kommende Übernachtung. Nur enige Gassen weiter wartet der Bus, der uns zum Hafen bringt. Von hier weg geht's auf dem Titicacasee per modernen Motorboot zu den in der Bucht von Puno gelegenen Schilfinseln der Urus.
Der Lago Titicaca liegt 20 m höher als die Spitze des Großglockners und könnte 13 Mal den Bodensee aufnehmen (knapp 230 km lang, 90 km breit). Er ist der höchst gelegene See der Welt mit regulärem Schiffverkehr und der bei weitem größte See Südamerikas. 36 Inseln verteilen sich auf dem See, der zwischenden beiden Staaten Peru und Bolivien geteilt ist. Die 9 bis 13° kalte Wassertemperatur des bis zu 280 m tiefen Sees mag badehungrigen Touristen weniger behagen, den Fischen dafür umso mehr.
Nach einer halben Stunde Bootsfahrt im gemäßigten Tempo erreichen wir die unzähligen Inselchen. Man sollte es nicht glauben, aber bei jeder Schilfinsel verweilt ein Touristenboot. Ein Plätzchen finden wir dann dennoch bei der Schilfinsel Iska Quili, wo wir die hier wohnende Familie mit einigen Kleinkindern besuchen.
Zu den vielen, ehemals von den Inkas unterworfenen Stämmen, gehören die Uros, die sich selbst Kotsuns (“Seemenschen"). Um sich den Tributzahlungen an die Inkas zu entziehen, sollen sie sich auf aus Schilfdickicht geflochtene Inselchen im Schilfgewirr der flachen Bucht von Puno versteckt haben. Die Hütten und Boote der Uros sind ebenfalls aus Totora-Schilf gefertigt. Die junge Pflanze wird sogar als Gemüse gegessen. Auch wir kosten das Schilf - gesund und geschmacklos fällt das Urteil aus.
Von den etwa 2000, teils mit Aymara vermischten Urus, leben heute noch einige Hundert auf etwa 50 Schilfinseln. Sie leben von Fischfang, Jagen und Tourismus.
Hier wird uns der Bau der Schilfinseln näher gebracht. Danach bleibt auch genug Zeit für Einkäufe. Ausnahmsweise schlagen auch wir zu und kaufen einen kleinen Wandteppich.
Danach dürfen wir mit einem typischen Binsenboot wenige hundert Meter zur Insel Titicaca schippern, wo sich Restaurant und Toilette befinden. Hier verweilen wir nur für kurze Zeit. Zu touristisch für uns!
Um 10:30 Uhr besteigen wir wieder das Motorboot und begeben uns durch den schilfbewachsenen See in Richtung Insel Amantani, die wir um 13:15 Uhr erreichen.
Hier, ca. 45 km vor Puno gelegen, geht es beschaulich zu. Heute leben etwa 4000 Campesinos auf der ca. 4 km x 4 km kleinen Insel. Ihre Vorfahren hatten lange unter einer ausbeuterischen spanischen Familie zu leiden, welcher Grund und Boden der Insel von der Kolonialverwaltung zugesprochen worden war und welche die Insulaner rücksichtslos unterjochte.
Schließlich holte sich das geschundene Inselvolk ihren Grundbesitz und die Freiheit wieder zurück, indem sie ihre Unterdrücker während eines Festes kurzerhand erschlugen. Seither wird die gesamte Insel wieder als eine Art Kolchose gemeinschaftlich verwaltet, ähnlich wie die Landwirtschaft schon unter den Inkas genossenschaftlich organisiert war. Somit haben sich indianische Gesellschaftsformen durch ihre Isolation sehr gut erhalten, denn ihre Bewohner hegten sehr lange große Skepsis Fremden gegenüber. Die Gemeinde erhebt keine Steuern, vielmehr werden kommunale Aufgaben in Gemeinschaftsarbeit erledigt. Es gibt kein Hotel, Touristen werden gemeinschaftlich in Privatquartiere vermittelt.
Nun wartet ein steiler Anstieg mit vollgepacktem Rucksack, ehe wir das Quartier bei unserer Gastfamilie beziehen. Nach der Anstrengung folgt sogleich das Mittagessen. Nach der köstlichen Kartoffelsuppe gibt es ein buntes Teller mit einheimischen Produkten, wie Grillkäse, Reis, Kartoffeln und Gemüse.
Um 15 Uhr starten wir zu einer Wanderung auf den Pachatata, eine Ruinenanlage auf einem Hügel auf 4140 m.
Die 350 m über dem Titicacasee im Zentrum von Amantani gelegenen Ruinen gehen auf die Pukara-Kultur (1000 v. Chr. – 200 n. Chr.) zurück, die zeitlich parallel zu Paracas-Kultur an der Küste bestanden hatte. Die heutigen Mauern stammen aber größten Teils aus der Tiwahuanaku-Zeit, die ihr Zentrum nahe dem Titicacasee im heutigen Bolivien an der Grenze zu Peru hatte und um 1000 n. Chr. ihre größte Blüte erlebte.
Hier bietet sich ein grandioser Rundumblick auf Königskordilleren und sogar bis ins benachbarte Bolivien.
Noch nicht genug an zurückgelegten Höhenmetern, besteigen wir an diesem Nachmittag mit der benachbarten Pachamama, den weiblichen der beiden Tempel, der noch etwas höher auf 4180 m liegt, einen zweiten 4000'er. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die höchste Stelle der Insel Amantani. Ein spektakulärer Sonnenuntergang entschädigt für die Strapazen. Raschen Schrittes begeben wir uns zurück zur Unterkunft, wo wir leicht unterkühlt um 17:45 Uhr aufschlagen.
Um 19 Uhr geht's dann auch schon zum urigen Abendessen.
Bereits früh um 21 Uhr gehen wir etwas widerwillig auf's Zimmer, wo uns eisige Kälte erwartet. Winter in Peru - Shit happens!

 

10. Rundreisetag - Freitag 21.6.19


Nach einer durchfrorenen Nacht bei 10 Grad Zimmertemperatur, unter 0 Grad Außentemperatur und einem sehr ansprechenden Frühstück, verabschieden wir uns um 8 Uhr von unserer sympathischen und sehr bemühten Gastfamilie.
Eine halbe Stunde später verlassen wir per Motorboot die Insel Amantani und erreichen 40 Minuten später die Nachbarinsel Taquile.
Die 45 km von Puno entfernt gelegene Insel Taquile ist etwas kleiner (5,5 km lang und 1,6 km breit) als Amantní. der Heute leben auf Taquile in sehr beschaulicher und abgelegener Manier etwa 2400 Aymara, die eigenartigerweise aber nicht Aymara, sondern Quechua sprechen.
Im 16. Jhdt. wurde Taquile einem Spanier namens Pedro Gonzales zugesprochen, der eine koloniale Hacienda errichtete.
Schließlich gelang es den Insulaner Stück für Stück ihres Grundbesitzes zurück zu erwerben und sie betreiben seither die Landwirtschaft auf traditioneller, stark genossenschaftlicher Basis.
Die Insulaner praktizieren die aus der Inka-Zeit stammenden Gebote: "Ama suwa, ama llulla, ama qilla" (“nicht stehlen, nicht lügen, nicht faul sein"). Als Folge verzichten die Einheimischen auf die Präsenz einer Polizeieinheit und regeln sich alle ihre inneren Angelegenheiten selbst.
Nach der Unabhängigkeit Perus 1821 hatte Taquile eine Zeitlang auch als Gefängnisinsel gedient.
Berühmt sind die strickenden Männer der Insel, die angeblich weit besser mit Nadel und Zwirn umgehen können als ihre Frauen.
Wir unternehmen eine Wanderung in den Hauptort Santa Cruz Pata auf ca. 4000 m. Hier auf der Plaza feiern die Schüler in der traditionellen Tracht, welche gleichzeitig auch deren Schuluniform ist, mit typisch traditionellen Speisen das "Neue Jahr". Dies wird in traditioneller Form zur Sommersonnenwende gefeiert. Wir kaufen den Schulkindern Getränke und dürfen im Gegenzug die Speisen verkosten und fotografieren.
Nach einem kurzen Abstieg erreichen wir das Restaurant "La Pasada de Don Prudencia", wo wir auf der Naturterasse mit Blick über den Titicacasee, die Königskordilleren und Bolivien unser Mittagessen genießen. Serviert wird Chiasuppe mit Kartoffeln sowie Lachsforelle mit Reis und Pommes. Wir genießen bei einem Cerveza Chica - einem kleinen Bier - die traumhafte Umgebung.
Nach kurzem Abstieg zum Bootsanleger verlassen wir um 13:30 Uhr die Insel Taquile in Richtung Puno. Nach einigen Sonnenstunden am Motorboot erreichen wir gegen 16 Uhr denHafen von Puno. Mit Kleinbussen gelangen wir zum Hotel Intiqa in der Innenstadt.
Nach etwas Körperpflege gehen wir um 18:30 Uhr zum Abendessen ins Restaurant "Hazienda". Ein 3-Gänge-Touristenmenü, peruanische Musik und ein singender Reiseleiter runden den gelungenen Abend ab.

 

11. Rundreisetag - Samstag 22.6.19


Um 7:30 Uhr morgens verlassen wir das Innenstadthotel Intiqa zu Fuß. Einige Gassen weiter besteigen wir den Bus für die Fahrt nach Cusco. Nach einem kurzen Kaffeestop in Pucara erreichen wir über eine Serpentinenstraße den La-Raya-Pass auf 4360 m, der das Ende des Altiplano und die Wetterscheide zum Amazonasbecken Richtung Atlantik bildet.
Um 12:30 Uhr erreichen wir San Pablo, wo wir ein umfangreiches Mittagsbuffet verköstigen.
Danach fahren wir nur eine kurze Strecke nach Raqchi, wo wir die Inka-Ruinen besichtigen.
Diese bestehen aus einem ungewohnt hohem, von Säulen gestützten, dem Vircocha gewidmeten, Haupttempel, aufwendige Wasserleitungen und 155 Speichersilos. Der Vircocha Tempel ist 92 m lang, 25 m breit und 20 m hoch. Einzigartig unter allen Inka-Bauten ist seine mehrschiffige Architektur mit Säulen, die an die europäischen Kirchenbauten erinnert.
Nach einer Stunde verlassen wir die sehr interessante Anlage in Richtung Cuzco. Zweieinhalb Stunden verbringen wir noch im Bus, ehe wir um 17:15 Uhr im Hotel Xima eintreffen. Der erste Eindruck der Hotelanlage in der Nähe der Plaza de Armas ist hervorragend.
Gegen 18:30 Uhr unternehmen wir zu Fuß mit Reiseleiter Sepp eine erste Erkundungstour der Stadt. Auf der Plaza de Armas besuchen wir ein Restaurant, wo wir sehr gut zu Abend essen. Gegen 21:30 Uhr gelangen wir zurück zum Hotel, wo wir uns schon auf den Folgetag in der Inka-Hauptstadt Cuzco freuen.

 

12. Rundreisetag - Sonntag 23.6.19


Der heutige Sonntag steht ganz im Zeichen der Inka-Hauptstadt Cuzco.
Cuzco (3360 m. ü. M., 450 000 Einw.) entwickelte sich im 13. Jhdt. zum Zentrum des Inkareiches und wurde von den Inkas selbst “Nabel der Welt“ genannt. Zuvor hatten hier schon lange andere Stämme, unter anderem auch Aymara, gelebt. Bereits früh entwickelten sich zwei Stadtteile: Im nördlichen Hanan Cuzco (Ober-Cuzco) residierte der Inka-Adel, die privilegierte Schicht und Alteingesessene, das arme Volk und Zugezogene mussten sich im Süden der Stadt in Hurin Cuszco (Unter-Cuzco) ansiedeln.
Um 8:30 Uhr verlassen wir das Hotel Xima und fahren mit dem Bus nur wenige Häuserblocks zur Iglesia de Santo Domingo, die im Jahr 1534 auf den Ruinen des Inka-Sonnentempels Qorikancha erbaut wurde.
Nach einem schweren Erdbeben 1650 wurden seine Ruinen weitgehend durch den Bau des Convento de Santo Domingo überbaut. Ein weiteres schweres Erdbeben 1950 beschädigte auch die Kirche und legte längst vernichtet geglaubte Mauerreste des Tempels wieder frei.
Der Qorikancha war der wichtigste Inkatempel und der heiligste Ort, an dem die Inka Hochzeiten, Krönungen, Bestattungen und Riten von “nationaler“ Bedeutung feierten. Das Tempelinnere verfügt neben anderen Schätzen auch über jene goldene Scheibe, die die Sonne repräsentierte und darüber hinaus eine Darstellung des gesamten inkaischen Pantheons.
Im Anschluß an die Besichtigung fahren wir mit dem Bus in den Norden der Stadt, wo sich auf einem Hügel, so wie in Rio de Janeiro - eine Christusstatue namens Christo Blanco (weißer Christus) erhebt. Diese wurde von den eingewanderten Palästinensern 1946 als Dank für die Aufnahme in Peru gespendet.
Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich Ruine der Inka-Anlage Sacsayhuamán.
An dieser 250 m über Cuzco gelegenen Anlage ("Zufriedener Falke") sollen in der 2. Hälfte des 15. Jhdt. unter Pachacutec Yupanqui und seinem Sohn Tupac Yupanqui über 20.000 Indios rund 70 Jahre lang geschuftet haben. Pachacutec bestieg 1438 den Thron der Inka und leitete die großen Expansionen des Reiches ein, welche dazu führten, dass innerhalb von 125 Jahren die gesamten Völker von Ecuador bis Chile von den Inka unterworfen wurden.
Sacsayhuamán, oft fälschlich als Festung bezeichnet, war eine religiöse Anlage mit riesigem Zeremonienplatz. Gegen eine Deutung als Verteidigungsanlage sprechen Bauformen, die am ehesten auf Heiligtümer hinweisen. Zum Bau der Mauer wurden teils vorhandene Felsen verarbeitet, teils riesige Steine von bis zu 20 km entfernten Steinbrüchen herangeschafft und dann bearbeitet, bis sie fugenlos aneinander passten. Der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wiegt über 200 Tonnen. Die Terrassen sind von Kanälen zur Wasserversorgung und zur Ableitung von Regenwasser durchzogen. Hinter den Wällen liegt ein großer Platz, auf dem auch heute noch jährlich am 24. Juni das Sonnenfest (Inti Raymi) gefeiert wird.
Bei traumhaftem Wetter erkunden wir den umfangreichen Inka-Komplex, erhaschen einen Blick auf die Tribünen des morgigen Inti-Raymi-Festes sowie einen herrlichen Ausblick auf die Stadt Cuzco.
Nach 70-minütiger Erkundung fahren wir nur wenige Minuten zur nächsten Inka-Stätte. Hier befindet sich der Kultort Kenko, ein Heiligtum der Erdgöttin Pachamama. Der an allen Ecken und Enden behauene Felsen von Kenko (darunter auch Opferrinnen) diente zu religiösen Zeremonien und zur Himmelsbeobachtung und es sollen hier auch auf dem unterirdischen Felsaltar bedeutende Verstorbene einbalsamiert worden sein.
Nun geht es wieder bergab ins Stadtzentrum zur Kathedrale auf der Plaza de Armas. 1559 brach man die Mauern des Inka-Palastes an der Plaza ab und errichtete auf den Grundmauern des einstigen Viracocha-Tempels das größte Gotteshaus der Stadt. Mit 85 m x 45 m ist der Kirchenbau einer der größten Amerikas und deren Glocke im linken Kirchenturm die größte Südamerikas.
Die Kathedrale besteht aus zwei Kapellen, die links bzw. rechts des Hauptschiffes angebracht sind. Wir haben Glück, dass vier Tage vor der Besichtigung Fronleichnam war, und die Heiligenfiguren, die während der Prozession getragen werden, noch für eine Woche in der Kathedrale ausgestellt werden. Eine unglaubliche Pracht und Vielfalt präsentiert sich uns. Zudem ist die Kirche reichlich mit Blumen geschmückt.
Um 13:30 Uhr beenden wir das Besichtigungsprogramm und gehen in das etwas höher gelegene Künstlerviertel San Blas. Gegenüber der Iglesias San Blas statten wir dem Restaurant Pachapapa einen Mittagsbesuch ab. Hier werden wir erstmals mit gegrilltem Meerschwein konfrontiert. Leider verkostet keiner aus der Gruppe die peruanische Spezialität. So bleibt es bei einem Schnappschuss. Eineinhalb Stunden genießen wir die Ruhe im Innenhof des Restaurants bei guter Küche.
Danach stürzen wir uns in die Menge der Vorfeierlichkeiten zum Inti-Raymi-Fest. Wir finden einen guten Platz auf der Avenida del Sol, wo die unterschiedlichsten Gruppen in Tracht und Kostümen aus der Region vorbei ziehen. Zwei Stunden harren wir begeistert aus, um attraktive Fotomotive fest zu halten.
Danach haben wir uns einen Kaffeehausbesuch im La Valeriana verdient, wo wir die Köstlichkeiten des Hauses probieren.
Gesättigt begeben wir uns ins wenige Minuten entfernte Hotel, wo wir den Abend in Ruhe ausklingen lassen.

 

13. Rundreisetag - Montag 24.6.19


Heute gehen wir es gemütlich an. Erst um 7:30 Uhr läutet der Wecker.
Gegen 8:30 Uhr begeben wir uns nur wenige hundert Meter vom Hotel entfernt, durch tausende Menschen hindurch, zum Qorikancha, wo der erste Teil des Inti-Raymi-Festes mit einer Zeremonie des Hohen Priesters eröffnet wird.
Das Inti Raymi war eine religiöse Zeremonie der Inkas zu Ehren des Sonnengottes Inti. Es fand zur Zeit der Wintersonnenwende auf der südlichen Erdhalbkugel, also am 21. Juni in der Inkahauptstadt Cuzco auf der Waqaypata ("Platz der Tränen") statt und war gleichzeitig das Neujahrsfest. Die Feierlichkeiten dauerten 9 Tage mit bunten Tänzen und Prozessionen. Gebete für gute Ernten waren mit Tieropfern verbunden.
Das letzte Inti Raymi fand 1535 - nach der Eroberung durch die Spanier - in Gegenwart von Manco Capac II. statt. Anschließend verboten die Spanier und die Römisch-katholische Kirche das Fest. Ähnliche Zeremonien fanden in Peru auch in den folgenden Jahren noch statt, wurden aber 1572 durch den Vizekönig Francisco de Toledo endgültig verboten.
Indigene Künstler und Schauspieler belebten diese beinahe vergessenen Feierlichkeiten 1944 wieder. Als Grundlage dienten die Schilderungen von Garcilaso de la Vega.
Seit seiner Wiedereinführung findet es wieder jährlich statt, allerdings nicht mehr zur Wintersonnenwende, sondern am 24. Juni, dem Stadtfeiertag von Cuzco. Nach der Eröffnung des Festes auf den Mauern des Inti-Huasi Sonnentempel im Santa Domingo Kloster führt der feierliche, von Musikern und Tänzern begleitete Umzug mit hunderten Akteuren durch die Stadt und rund um die Plaza de Armas.
Vor den gigantischen Inkamauern von Sacsayhuamán hoch über Cuzco findet der Hauptteil des Inkafestes statt, bei dem von den Schaustellern die eigentliche, rituelle Zeremonie nachgestellt wird.
Nach einer einstündigen Erholungspause im Kaffeehaus, spazieren wir auf die Plaza de Armas, wo sich die Feierlichkeiten in der Stadt gerade dem Ende zuneigen. Für uns beginnt damit das Fest erst richtig.
Mit dem Bus fahren wir zur Inka-Anlage Sacsayhuamán, wo die eigentliche, festliche Zeremonie mit etwa 450 Laiendarsteller stattfindet. Am Weg dorthin nehmen wir einige verkleidete Schauspieler mit und singen gemeinsam Inka-Gesänge. Gut gelaunt betreten wir das Gelände, welches mit Tribünen umgrenzt ist. Wir haben Plätze zu $ 215,- in der Mitte der Naturarena. Bei Traumwetter beginnt um 14 Uhr das bunte Treiben mit Gesang, Tanz und Schauspiel. Prächtige Kostüme bilden ein buntes Bild, welches das Fotografenherz höher schlagen lässt. Zwei Stunden dauert das historische Spektakel.
Danach pilgern wir, so wie etwa 50.000 andere Besucher auch, vom Hügel hoch über der Stadt bis zur Plaza de Armas.
Ganz in der Nähe gehen wir ins Restaurant Don Thomas, wo wir gewohnt gut speisen. Vom Stadtzentrum schlendern wir schließlich gemütlich zurück zum Hotel, wo wir nach einem spektakulären, aber auch anstrengenden Tag gegen 20:15 Uhr eintreffen, und endlich Zeit finden, die Eindrücke des Tages zu verarbeiten.

 

14. Rundreisetag - Dienstag 25.6.19


Gegen 8 Uhr morgens verlassen wir das Hotel Xima in Cuzco.
Auf dem Weg ins Urubamba-Tal besuchen wir den Tempel für den Wasserkult von Tambomachay.
Manchmal wird der Tambomachay fälschlicher Weise auch "Bad des Inka" genannt, er entspricht aber eher einem Nymphäum als einer römischen Badeanstalt. Bei allen parallelen zwischen Römern und Inkas (gute Kriegsführer und Verwalter, tolle Bauherrn, Integration der kulturellen Errungenschaften der eroberten Völker, …), hatten die Inkas trotz vieler Thermalquellen keine ähnliche Badekultur wie die Römer.
Nur wenige hundert Meter entfernt thronen die Überreste der "Roten Festung" Pucapucara, die als Kontrollstelle und Militärposten diente, um den Zugang nach Cuzco vom Urubamba-Tal her zu kontrollieren.
Nach einer Stunde Fahrt und einem Fotostopp am Mirador Taray, von wo aus man einen herrlichem Blick ins Urubamba-Tal mit einigen Bergriesen, wie dem Nevado Chicon (5380 m) oder der Verónica (5682 m) im Hintergrund genießt, erreichen wir die Inka-Ruinen von Pisac, die sich ca. 500 m oberhalb der Stadt auf einem schmalen Felssporn befinden.
Die Anlage besteht aus einem landwirtschaftlichen Komplex mit pittoresken Terrassen, sowie einfachen Wohnhäusern und Kasernen und einem mittels einer Stadtmauer geschütztem Zentrum. Neben diesen profanen Bauten auf verschiedenen Ebenen der weitläufigen Anlage, liegen auf einem kleinen Sattel auch die Tempelanlagen mit dem Inti Watana ("Der Ort an dem die Sonne angebunden wird"). Er bildete ein astronomisches Observatorium. Rund um den Inti Watana stehen die Mauerreste der Priesterpaläste, weitere Tempelanlagen, Wasserkanäle und Mausoleen im typischen Inka-Baustil.
Wir wandern in zwei Stunden den teils steilen und mit unzähligen Stufen gut ausgebauten, aber anspruchsvollen, Pfad von 3480 m bis hinunter in den unter 3000 m gelegenen gleichnamigen Ort. Unzählige Fotomotive, von Anbauterrassen über Inka-Ruinen, Bergketten und Städte tummeln sich unter uns. Eines der Highlights dieser Reise!
Mit etwas Verspätung fahren wir knapp eine Stunde den Urubamba-Fluss entlang bis kurz nach Urubamba, wo wir in der Hacienda Puka Punku zu Mittag essen.
Gerade noch bei gutem Licht erreichen wir um 16 Uhr die Salzterrassen von Maras. Über eine Schotterstraße erreichen wir die etwa 3000 künstlich angelegten Sailpfannen.
In den verschachtelten Salzbecken, von Salinas de Maras, wird bereits seit der Vorinkazeit Salz gewonnen. Von der natürlichen Quelle wird das salzhaltige Wasser in die vielen pittoresken Becken zum Verdunsten geleitet. Die Mine ist heute Haupterwerbsquelle der Bewohner von Tarabamba. Salz kommt aber in den Anden in großen Mengen vor und so wird die schwere Arbeit schlecht entlohnt.
Wir spazieren am Rande der Terrassen und picken uns die schönsten Fotomotive heraus.
Nur wenige Kilometer entfernt besuchen wir die Trichterterrassen von Moray.
Die bis zu 45 m tiefen künstlichen angelegten Trichter verfügen über 1,80 m hohe Terrassen. Sie dürften eine Art landwirtschaftliches Versuchszentrum gewesen sein. Nirgendwo sonst wurden ähnliche, von den Inka erbaute, Terrassen gefunden.
Nach einem kurzen Spaziergang durch die Landschaft im Dämmerlicht, folgt eine weitere Fahrstunde im Urubamba-Tal bis wir das letzte Stück zu unserer heutigen Unterkunft, der Hacienda del Valle, über eine desolate Dorfstraße bewältigen.
Unsere direkten Nachbarn vor der Terrasse in der Grünfläche sind zwei Lamas. Nach etwas Erholung gönnen wir uns im Restaurant der Anlage, die auf 3040 m liegt, ein kleines Abendmahl, ehe wir uns auf das geräumige Zimmer zurückziehen.

 

15. Rundreisetag - Mittwoch 26.6.19


Am heutigen Morgen haben wir außergewöhnlich viel Zeit. Nach dem mäßigen Frühstück bleiben noch zwei Stunden Freizeit, um sich mit unseren beiden Vorgarten-Lamas zu beschäftigen.
Um 10 Uhr werden wir vom einheimischen Reiseleiter Cäsar samt Bus abgeholt. Etwas wehmütig verlassen wir nur mit einem vollgepackten Rucksack die Hacienda. Bei der nachmittäglichen Bahnfahrt nach Aguas Calientes ist großes Gepäck nicht erwünscht.
Nur 15 km und 25 Fahrminuten später erreichen wir die Tempelfestung Ollantaytambo.
Die riesigen Monolithen im heiligen Zentrum auf dem Hügel der Anlage bestehen aus hartem, rötlichem Granit, der von einem 8 km entfernten Steinbruch jenseits des Urubamba-Flusses stammt. Die Anlage konnte wegen der Ankunft der Spanier nicht mehr fertig gebaut werden. Einer Indianersage nach, fand, der vor den spanischen Eroberern flüchtende Manco Inka, 1536 in der Festung Ollantaytambo vorübergehend Unterschlupf. Dabei sollen die Inkas einmal einen Angriff auf die Festung mit einer kühnen Kriegslist abgewehrt haben, indem sie ganz einfach den Fluss umgeleitet haben, um die zu Pferd anrückenden spanischen Eroberer zu überschwemmen. Für diese Schmach soll sich Pizarro auf grausamste Weise an Cura Ocllo, einer der Frauen des Inka-Königs, die ihm und seinem Sekretär als Konkubine diente, gerecht haben, indem er sie am Marktplatz von Ollantytambo nackt an einen Pfahl binden und sie langsam mit Pfeilen töten ließ.
Die Leiche der Inka-Prinzessin soll er dem bereits weiter geflohenen Manco Inka in einem Korb den Urubamba Fluss hinunter nachgeschickt haben.
In eineinhalb Stunden besichtigen wir die prächtig gelegene Anlage, die der Form eines Lamas entspricht. Über gewaltige Terrassen hlettern wir unzählige Stufen zum Heiligtum, quer über den Bergrücken und bei weiteren Terrassen geradewegs steil hinunter.
Danach bleibt noch eine Stunde Zeit, um die Stadt mit ihren lieblichen kleinen Gassen aus der Inka-Zeit zu durchstreifen. Dabei kehren wir bei einer Familie ein, die Chicha morada - ein einheimisches alkoholfreies Getränk aus Lila-Mais - herstellt und ausschenkt. Etwas gewöhnungsbedürftig und hygienisch äußerst fragwürdig. Aber was soll's! No risk no fun!
Um 13:30 Uhr besteigen wir den Touristenzug von Ollantytambo nach Aguas Calientes. Ein äußerst interessantes Zugabteil erwartet uns, welches rundum verglast ist. Während der Fahrt, die 80 Minuten dauert, erhalten wir ein Getränk und einen Schoko-Brownie serviert. Die Fahrt selbst ist spektakulär, wird das Tal Richtung Ziel immer schmäler und die Vegetation tropischer. Am Bahnhof in Aguas Calientes (2040 m) angekommen, überrollt uns der Tourismus. Wir haben nur 10 Minuten Fußweg bis zu unserem Hotel El Mapi by Incaterra, das zweckmäßig und nett eingerichtet ist und mitten im Zentrum liegt.
Wir nutzen den Rest des Nachmittags für einen Spaziergang in der Touristenstadt, die auf Grund des Tourismus von Machu Picchu erst entstanden und gewachsen ist.
Um 19 Uhr geht's zum wohlverdienten Abendessen ins Hotelrestaurant. Ein Dreigänge-Menü mit großer Auswahl versüßt uns den Abend.

 

16. Rundreisetag - Donnerstag 27.6.19


Heute steht der abschließende Höhepunkt der Reise am Programm.
Um 5 Uhr verkündet der Wecker die "Tagwache". Gegen 6:30 Uhr verlassen wir das Hotel El Mapi im Stadtzentrum von Aguas Calientes und gehen wenige Minuten bis zur Bushaltestelle. Dann der Schock! Wir stehen am Ende einer 200 m langen Menschenschlange. Alle wollen zum UNESCO-Weltkulturerbe nach Machu Picchu. Dazu gibt es nur zwei Möglichkeiten - mit dem Bus oder zu Fuß etwa 300 m den Berg über unzählige Steinstufen hinauf. Die Wartezeit hält sich dann aber überraschenderweise in Grenzen, da unzählige Touristenbusse den Berg hinauf und wieder herunter fahren.
Bei starker Bewölkung betreten wir um 7:40 Uhr die Ruinenanlage.

Die Inka erbauten Machu Picchu im 15. Jhst. in 2430 m Höhe auf einem Bergrücken zwischen den Gipfeln des Huayna Picchu und des Berges gleichen Namens Machu Picchu in den Anden über dem Urubambatal, 75 km nordwestlich der Stadt Cuzco. Die terrassenförmige Stadt war und ist sowohl über einen schmalen Bergpfad mit einer kleinen Anlage im Gipfelbereich des Huayna Picchu als auch über vergleichsweise größere Inka-Pfade mit der einstigen Hauptstadt des Inkareiches Cuzco und den Ruinen von Llactapata verbunden.
Die Stadt umfasste 216 steinerne Bauten, die auf Terrassen gelegen und mit einem System von Treppen verbunden waren. Die meisten Terrassen sind mit ihren in die Mauern eingebauten kleinen Wasserablauföffnungen und etwa 3000 Stufen ebenso bis heute erhalten, wie auch die Kanalverbindung von der außerhalb der Stadtanlage befindlichen Wasserquelle zu den kaskadenförmig gestaffelten Brunnenbecken, die Außenmauern der Tempel und die zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten.
Die Forschung geht heute davon aus, dass die Stadt in ihrer Hochblüte bis zu 1000 Menschen beherbergen und versorgen konnte.
Als offizieller Zeitpunkt für die Wiederentdeckung wird oft das Jahr 1911 angegeben. Tatsächlich gab es schon zuvor zahlreiche verschiedene "Entdecker", und die Existenz der Stadt war lange bestimmten Personengruppen bekannt.
Das einzige gegenwärtig bekannte Dokument über die legendäre Inkastadt ist eine Urkunde aus dem Jahre 1782. Anhand des handschriftlichen Protokolls wird ersichtlich, dass Machu Picchu und das umliegende Land von dem Kommandanten Marcos Antonio de la Camara y Escudero für 450 Pesos gekauft wurde. Aus dem Dokument geht hervor, dass der Name der Stadt Machu Picchu war. Erst Hiram Bingham schuf – bewusst oder unbewusst – das Geheimnis um den wahren Namen der Stadt.
Der Italiener Antonio Raimondi veröffentlichte 1865 eine Landkarte, auf der Machu Picchu eingetragen und namentlich gekennzeichnet war. 1867 wurde Machu Picchu vom Deutschen Augusto Berns entdeckt, der mit seiner Firma für dieses Gebiet Goldschürfrechte besaß.
Im Jahr 1874 wurde von dem deutschen Ingenieur und Landvermesser Herman Göhring eine genaue Karte gezeichnet, auf der Machu Picchu am exakten Ort vermerkt ist.
Seit 1894 war der Name Machu Picchu, zumindest bei der Bevölkerung im Urubambatal, allseits bekannt. Don Luis Bejar Ugarte ließ sich im gleichen Jahr von Augustin Lizarraga nach Machu Picchu führen, der 17 Jahre später auch unter Hiram Binghams Mannschaft war.
Am 14. Juli 1901 kehrte Lizzaraga, zusammen mit seinen Freunden Don Enrique Palma und Gavino Sanchez zur Inkastadt zurück. Sie ritzten ihre Namen auf der Mauer des königlichen Palastes ein. Zu dieser Zeit wohnte der indigene Anacleto Alvarez im Gebiet von Machu Picchu und hatte die Terrassen gepachtet.
Am 24. Juli 1911 wurden die Ruinen von einer Expedition der Yale University unter der Leitung Hiram Binghams durch Zufall wiederentdeckt. Die Siedlung war von dichter Vegetation überwuchert. Bingham war auf der Suche nach der geheimnisvollen Inkastadt Vilcabamba, in die sich die Inkas geflüchtet haben sollen, nachdem Pizarro 1536 Cuzco einnahm. Bingham glaubte, Vilcabamba in Machu Picchu gefunden zu haben. Entdeckt wurde es erst in den 1960er Jahren durch amerikanische Luftbildaufnahmen und nachfolgende Expeditionen.
In den Jahren 1912 und 1913 begann Bingham damit, die Stadt freizulegen. Berühmt wurde Machu Picchu, als die National Geographic Society ihre gesamte Ausgabe vom April 1913 dieser Stadt widmete. Es wird behauptet, dass Bingham die Stadt schon zwei Jahre vorher entdeckt habe und sich Zeit verschaffte, alle Funde wie Gold und Grabbeigaben in die Vereinigten Staaten zu schaffen. Am Eingang zum Machu Picchu ist eine Tafel befestigt, mit deren Aufschrift Peru die Vereinigten Staaten von Amerika um Einsichtnahme in die Funde Binghams bittet, die noch immer in der Yale University liegen sollen. Erst im Jahre 2008 wurde zwischen den USA und Peru eine diesbezügliche Vereinbarung getroffen. Mittlerweile sind alle Funde Binghams nach Peru überführt worden; eine Auswahl ist im Museo Machupicchu Casa Concha in Cuzco ausgestellt.

Zwei Wochen Sonne und nun zum Abschluss das "bescheidene" Wetter. Wir besteigen die wichtigsten Aussichtspunkte, fotografieren fleißig und beten die Sonne um ihre Gunst an. Ehe sie uns tatsächlich erhört, gehen wir einen Pfad entlang zur alten Inka-Brücke.
Nach zwei Stunden dann der Lichtblick! Die Sonne hat uns wieder! Für die Besichtigung innerhalb der Inka-Stadt haben wir also Prachtwetter. Kurz nach 11 Uhr verlassen wir die Inka-Ruinen. Auf Grund der hohen Besucherzahl kommt während des gesamten Besuchs kein besonderes Gefühl auf.
Spontan nehmen wir zu Viert den steilen, stufigen Fußweg zurück nach Aguas Calientes, während der Rest der Gruppe den Bus benutzt. Eine Stunde benötigen wir zurück in die Touristenhochburg.
Den frühen Nachmittag verbringen wir erholsam bei einem kleinen Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen.
Um 15:50 Uhr verlassen wir Aguas Calientes wieder mit dem Touristenzug in Richtung Ollantaytambo. Während der 95-minütigen Fahrt erleben wir eine Modenschau des Zugpersonals mit sehr schöner Mode aus Peru.
Von Ollantaytambo fahren wir dann mit dem Bus retour nach Cuzco, das wir vor zweieinhalb Tagen verlassen haben. Gleichzeitig unsere letzte Etappe während der Reise mit dem Bus.
Am Abend, nach dem Check In im altbekannten Hotel Xima, gehen wir als Gruppe zu einem letzten gemeinsamen Abendessen ins benachbarte Restaurant Valentina.
Um 22:15 Uhr erreichen wir das Hotel, in dem wir die letzte Nacht in Peru verbringen.

 

Abreisetag - Freitag 28.6.19


Der letzte Tag auf peruanischem Boden beginnt recht entspannt. Erst um 8 Uhr stehen wir auf und packen die Koffer für die Heimreise.
Nach dem Frühstück im Hotel Xima gehen wir zum Abschied zum wenige Minuten vom Hotel entfernten Kaffeehaus La Valerian.
Zurück im Hotel geht es kurz vor 12 Uhr mit dem Bus zum kleinen Flughafen von Cuzco, wo wir mit 20 Minuten Verspätung um 14:20 Uhr mit LATAM mit einem Airbus A319 Richtung Lima aufbrechen.
Wir landen pünktlich um 15:30 Uhr in der peruanischen Hauptstadt.
Um 20:10 Uhr, mit 30 Minuten Verspätung, startet unser IBERIA-Flug mit einem Airbus A340-600 in Richtung Europa, wo wir um 14 Uhr (+7 Std.) am Flughafen Madrid landen. Durch die Größe des Flughafens müssen wir uns beeilen, um den Anschlußflug nach Wien rechtzeitig zu erreichen. Letztendlich hat der Flug jedoch 45 Minuten Verspätung, so dass unsere Bedenken unnötig sind.
Um 16:40 Uhr hebt der Airbus A319 von IBERIA in Richtung Heimat ab, wo wir um 19:10 Uhr mit 20 Minuten Verspätung landen. Da die Verköstigung und das Service bei IBERIA mangelhaft sind, machen wir bei der Heimreise einen Abstecher beim Heurigen.
So kommen wir erst nach 23 Uhr in Wr. Neustadt an

 

RESÜMEE ZUR REISE


Die Reisegruppe bestand aus 18 Teilnehmern, so dass wir mit einem Kleinbus das Auslangen hatten. Sicherlich kein Nachteil.
Mit Sepp Kaiser als Reiseleiter hatten wir den singenden Weltenbummler an unserer Seite. Er bereiste als erster Mensch der Geschichte in einer einzigen, ununterbrochenen, 10 ½ Jahre dauernden Odyssee, sämtliche 192 Länder der Erde und sicherte sich damit einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Als begeisterter Reisefotograf legt Sepp Kaiser auch sehr viel Wert darauf, zu möglichst guten Fotomotiven kommen.
Mit dem Monat Juni haben wir eine sehr gute Jahreszeit für Peru erwischt. Nicht nur, dass wir beinahe durchgehend Sonnenschein und blauen Himmel hatten, durften wir auch dem einzigartigen "Inti Raymi"-Fest am 24. Juni in Cuzco beiwohnen. Das sollte man sich keinesfalls entgehen lassen! Da wir während des peruanischen Winters unterwegs waren, bewegten sich die Temperaturen von knapp unter Null Grad (Insel Amantani) in der Nacht bis zu etwa 25 Grad am Tag.
Ein großes Lob gebührt der Zusammensetzung der Rundreise, bei der wir bis auf den Abreisetag ohne Inlandsflug ausgekommen sind.
Zu den Höhepunkten der Reise zählte neben dem Inti Raymi-Fest in Cuzco der Aufenthalt auf der Insel Amantani mit Übernachtung, das Colca-Tal mit dem Cruz del Condor, die Inka-Ruinen von Pisac sowie als abschließender Höhepunkt die Ruinenanlage von Machu Picchu.

Wir können Peru als Reisedestination allen Kulturinteressierten nur weiter empfehlen. Wer sich mit Urvölkern auseinandersetzt, im speziellen mit den Inkas, ist hier richtig. Aber auch jene, die spektakuläre Landschaften das Ihre nenne, kommen im südamerikanischen Andenland auf ihre Rechnung.

 


2007-2019 Schuh-Design. Alle Rechte vorbehalten. Fotos - inklusive der Verlinkungen zu selbigen - sind ausschließlich Eigentum des Seitenbetreibers.

Sie sind hier:  >> Reisen 19  >> Peru 2019